Trotz des Rückzugs aus Europa soll es voraussichtlich ab April noch ein neues Modell geben, wie ein Daihatsu-Sprecher gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« bestätigte. Details dazu will der Importeur in Kürze bekannt geben. Nach Informationen aus Händlerkreisen soll es sich dabei um eine umgelabelte Variante des Toyota Yaris handeln, der in diesem Jahr ausläuft.
Händlerverband überrascht
Der Vorsitzende des Daihatsu-Händlerverbands, Udo Auchter, zeigte sich überrascht von der Einstellung des Vertriebs. Seiner Ansicht nach dürfte es für die Händler in den verbleibenden zwei Jahren noch schwieriger werden, die Autos an den Mann zu bringen. Allerdings sei die Zahl der verkauften Fahrzeuge bei den meisten Händlern zuletzt ohnehin gering gewesen. Problematisch könne die Situation vor allem für kleine Daihatsu-Händler werden, die nicht bei einer anderen Marke unterkommen könnten.
Gerüchte um einen Rückzug von Daihatsu aus Europa hatte es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder gegeben. Zu den wahrscheinlichen Gründen gehört die schwierige Geschäftssituation. Da der Hersteller nicht in Europa produziert, ist er sehr stark von Wechselkursschwankungen betroffen. Je nachnach Kurs können die Fahrzeuge mit nur wenig Gewinn oder sehr teuer verkauft werden.
Die Händler hatten in der Vergangenheit immer wieder über zu hohe Preise geklagt. Im Vergleich zu den modernen koreanischen Kleinwagen zum Beispiel sind die bereits in die Jahre gekommenen Daihatsu-Modelle zuletzt schwer verkaufbar gewesen.
Ein erhofftes neues Modell kam nicht. Stattdessen schrumpfte die Palette. Nach dem Ende des Trevis 2009 gab Daihatsu im vergangenen Jahr den Stopp der Baureihen Materia und Copen bekannt. Beide sind jedoch als Lagerfahrzeuge noch in Deutschland erhältlich. Daihatsu hat außerdem die Kleinwagen Cuore und Sirion sowie das Kompakt-SUV Terios im Programm.
Ende nach über 35 Jahren
Fahrzeuge der Kleinwagenmarke sind in Deutschland seit 1977 erhältlich. Die Firma Inthelco verkaufte damale den Geländewagen Wildcat. 1979 erhielt die Firma Walter Hagen & Co. einen Generalimporteursvertrag von Daihatsu und führte als erstes Auto den Charade ein. Seit 1989 gibt es die Daihatsu Deutschland GmbH.
Die japanische Mutter existiert seit 1907. Zu Beginn entwickelte und verkaufte das Unternehmen Gasbrennmotoren und später Dieseltriebwerke. Es folgten erst Nutzfahrzeuge, dann Pkw. Das Kerngeschäft von Daihatsu in Japan sind so genannte Kei-Cars, Kleinstwagen mit geringem Hubraum. Das Unternehmen verkaufte im letzten Geschäftsjahr (1. April 2009 bis 31. März 2010) weltweit 1,27 Millionen Fahrzeuge.
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