Daimler nennt Einzelheiten zum Diesel-Rückruf
Das Software-Update, mit dem Daimler seine Diesel-Modelle sauber bekommen will, betrifft die Steuerung von Abgasrückführung und SCR-System. Der „freiwillige“ Eingriff soll etwa eine Stunde dauern.

Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« hat ein Daimler-Sprecher Details zu den Servicemaßnahmen für die Dieselflotte des Herstellers genannt. Durch das Software-Update wird die Steuerung von Abgasrückführung und SCR-System verändert; Arbeiten an der Hardware der Abasanlage oder des Ansaugtrakts wie bei einigen VW-Modellen sind nicht geplant. Der Eingriff soll etwa eine Stunde dauern; die Kosten trägt die Daimler AG.
Die Aktion soll rund 220 Millionen Euro kosten, das entspricht einem Betrag von rund 73 Euro pro Wagen. Laut Daimler müssen die Händler keine zusätzlichen Diagnosegeräte anschaffen, um die zahlreichen Flash-Vorgänge durchzuführen. Das vorhandene Equipment soll ausreichen.
Der Adblue-Verbrauch dürfte ansteigen
Der Hersteller erwartet bei Leistung, zertifiziertem Verbrauch, Geräuschverhalten und Zuverlässigkeit keine Veränderungen durch das Software-Update. Doch der Hinweis auf das SCR-System deutet an, auf welche Änderungen sich der Kunde trotzdem einstellen muss: So ist die Wirksamkeit des SCR-Systems direkt abhängig von der eingespritzten Menge des Reduktionsmittels Adblue. Dessen Verbrauch dürfte durch die Softwareänderung also ansteigen.
Laut Experten braucht ein Motor rund fünf Prozent des Dieselverbrauchs an Adblue, um das Abgas vorschriftsgemäß zu reinigen. Bei einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern Kraftstoff wären das pro 100 Kilometer also 0,35 Liter Adblue. Ein 25-Liter-Vorratstank, wie er in vielen Daimler-Modellen verbaut ist, dürfte nach reichlich 7.000 Kilometern leer sein. Ursprünglich sollte der Vorrat für die Fahrstrecke zwischen zwei Inspektionen reichen.
Bei der Modifizierung der Abgasrückführung dürfte es sich um eine erhöhte Rückführrate handeln, Denn dadurch sinken die Temperaturen im Brennraum und die Stickoxid-Produktion geht zurück. Der Nachteil: Die Rohemission an Rußpartikeln steigt an. Das könnte für eine schnellere Beladung des AGR-Systems mit Ruß sorgen.
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