Daimler: Taskforce für die Dieselnachrüstung

Frank Overmeyer ist bei Daimler der Kontaktmann für die Nachrüstanbieter. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« erklärt er exklusiv, wie sein Unternehmen ihnen bei der Produktentwicklung hilft.

Frank Overmeyer, Daimler AG: „Wir liefern den Nachrüstern technische Informationen zu unseren Fahrzeugen.“
Frank Overmeyer, Daimler AG: „Wir liefern den Nachrüstern technische Informationen zu unseren Fahrzeugen.“
(Bild: Daimler)

Der Daimler-Konzern bemüht sich mittlerweile ernsthaft darum, dass seine Kunden baldmöglichst eine einbaufertige Hardwarenachrüstung bei Drittanbietern erhalten können. Diesen Eindruck vermittelte Frank Overmeyer, der Verantwortliche für das Thema „Verbrauchs- und Emissionsgesetzgebung“ bei der Daimler AG und in dieser Funktion auch der Kontaktmann für die Nachrüstanbieter, in einem exklusiven Gespräch mit »kfz-betrieb« in Stuttgart.

Redaktion: Daimler führt bereits seit Herbst 2018 Gespräche mit Abgastechnikanbietern zur Dieselnachrüstung. Was genau wird besprochen?

Frank Overmeyer: Es gibt bei uns eine Arbeitsgruppe, die sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmensbereiche zusammensetzt und sich mit dem Thema Dieselnachrüstung beschäftigt. Wir bieten den Nachrüstern an, technische Informationen zu unseren Fahrzeugen zu liefern, die diese benötigen, um einschätzen zu können, ob und für welche Mercedes-Benz-Fahrzeuge sie Nachrüstungen anbieten. Wir bieten auch an, den Kontakt zu Zulieferern herzustellen. Ein Einkaufsabschluss muss aber direkt zwischen den Nachrüstfirmen und den Zulieferern erfolgen.

Einige Nachrüster haben bereits angekündigt, Nachrüstprodukte für Mercedes-Pkws und -Transporter anbieten zu wollen. Haben Sie einen bevorzugten Partner?

Nein. Wir liefern allen interessierten Unternehmen auf Nachfragen die gleichen Daten. Wir werden auch keine Empfehlung zugunsten bestimmter Produkte aussprechen – das könnten wir auch noch gar nicht, denn die Nachrüstungen sind ja noch nicht auf dem Markt. Das ist wiederum auch nicht verwunderlich, da die technischen Vorschriften für Hardwarenachrüstungen Ende Dezember 2018 veröffentlicht wurden und die Entwicklung hochkomplex ist.

Heißt das, die Mercedes-Händler dürfen die Teile gar nicht einbauen?

Unsere Handels- und Servicepartner sind freie Unternehmer und dürfen selbstverständlich selbst entscheiden, was sie ihren Kunden anbieten.

Dafür verspricht Daimler Kunden für die Nachrüstung eine Kostenbeteiligung von 3.000 Euro an. Wie wird das organisiert?

Daimler ist dazu bereit, für Halter von Mercedes-Benz-Dieselfahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 5 in den Schwerpunktregionen, die die Bundesregierung definiert hat, die Kosten einer Hardwarenachrüstung bis zu einem Maximalbetrag von 3.000 Euro je Fahrzeug zu übernehmen. Wir setzen den genauen Prozess für die Förderung gerade auf. Wichtig ist für uns, dass wir das möglichst schlank organisieren. Denn der Aufwand ist nicht unbeträchtlich: Ist der Antragsteller berechtigt, die Förderung zu bekommen? Ist die Anlage auch tatsächlich eingebaut worden? All das muss geprüft werden. Zur Information unserer Händler, aber auch von Endkunden, haben wir eine eigene Website zur Dieselnachrüstung eingerichtet.

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