Ausblick Daimler Truck senkt Prognose wegen Unsicherheit um US-Zölle

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Zollkonflikt macht dem Nutzfahrzeughersteller einen Strich durch die Rechnung: Daimler Truck senkt seine Prognose.

(Bild:  Daimler Truck)
(Bild: Daimler Truck)

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat wegen der Unsicherheit auf seinem profitabelsten Markt Nordamerika infolge der US-Zölle seinen Jahresausblick gesenkt. Konzern-Chefin Karin Radström geht auf dem wichtigen Markt jetzt von weniger Lkw-Verkäufen aus und damit auch insgesamt von weniger Umsatz und Gewinn, wie das Dax-Unternehmen überraschend am Dienstagabend in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Markt und Absatz in Nordamerika würden nun schwächer eingeschätzt, hieß es zur Begründung. Die Aktie hielt ihre Kursverluste am Mittwoch allerdings im Rahmen, weil das erste Quartal überraschend gut ausfiel.

Im Industriegeschäft ohne Finanzdienstleistungen geht das Führungsduo um Radström und Finanzchefin Eva Scherer 2025 nun nur noch von 48 bis 51 Milliarden Euro Umsatz aus. Bisher standen 52 bis 54 Milliarden in den Planungen. Seit dem Zollgewitter von Trump sind die Speditionen in den USA unsicher, wie es mit dem Geschäft weiterläuft und wie viele Waren sie etwa aus den Häfen des Landes künftig noch im Land verteilen werden. Die Daimler-Truck-Kunden überlegen daher länger, ob sie aktuell neue Fahrzeuge bestellen.

Auftragseingang in Nordamerika gesunken

In den ersten drei Monaten fiel der Auftragseingang in der Nordamerikasparte um 29 Prozent auf 31.740 Fahrzeuge. Weil die Orders bei der vor allem in Europa starken Marke Mercedes-Benz sowie in Asien wuchsen, ergab sich insgesamt nur ein Auftragsminus von drei Prozent auf 103.151 Fahrzeuge. Rivale Traton aus dem VW-Konzern hatte hingegen von einem Aufschwung bei den Bestellungen berichtet. Traton ist mit seinen Marken (MAN, Scania, International, VW Trucks & Bus) insgesamt stärker auf den europäischen Markt fokussiert als Daimler.

Auf dem nordamerikanischen Markt dürfte Daimler Truck dieses Jahr nur noch 155.000 bis 175.000 Lkw verkaufen, bisher hatte das Management mit 180.000 bis 200.000 Stück gerechnet. Auch den Gesamtmarkt auf dem Highway im Schwerlastverkehr schätzt das Unternehmen schwächer ein. Die starke Position in den USA mit den Hauptmarken Freightliner und Western Star ließ Daimler Truck zum Weltmarktführer im Schwerlastverkehr werden, hier verdienen die Schwaben den Großteil ihres Geldes. Im Gesamtkonzern rechnet der Vorstand jetzt mit einem Absatz von 430.000 bis 460.000 Fahrzeugen statt mit 460.000 bis 480.000.

Im Industriegeschäft sollen 2025 weiter von 100 Euro Umsatz 8 bis 10 Euro als operativer Gewinn vor Sonderposten (Ebit) übrigbleiben. In Nordamerika geht Scherer nach Angaben in einem Analystencall aber vom unteren Ende der dortigen Margenspanne von 11 bis 13 Prozent aus, auch wenn das zweite Quartal noch einmal stark verlaufen sollte.

Wegen der geringeren Verkäufe und wegen einer schwierigeren Lage im nordamerikanischen Finanzierungsgeschäft erwartet das Unternehmen das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf Konzernebene aber nun nur noch in einer Bandbreite von minus bis plus 5 Prozent um das Vorjahresergebnis von 4,7 Milliarden Euro. Bisher sollte es um 5 bis 15 Prozent anziehen.

Doch allgemein fielen die ersten drei Monate besser aus als von Fachleuten befürchtet. Der Umsatz im Fahrzeuggeschäft gab im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro nach, das bereinigte operative Ergebnis aber nur um 4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Schlechter lief es vor allem weiter in Europa, wo Radström der Marke Mercedes-Benz bereits ein milliardenschweres Sparprogramm verordnet hat, dem auch eine noch unbekannte Zahl von Jobs in Deutschland zum Opfer fallen wird.

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