Daimler Trucks: Vision des unfallfreien Fahrens

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Auch am Notbremsassistenten hat Mercedes gefeilt. Der „ABA 1“ (Active Brake Assist) von Mercedes-Benz Lkw hat einst die Sicherheitstechnik revolutioniert und war bei seiner Einführung vor zehn Jahren der erste Notbremsassistent im Lkw, der selbstständig auf Hindernisse bremst. Fortlaufend weiterentwickelt gewährleistete der „ABA 3“ im Jahr 2012 eine automatische Vollbremsung innerhalb der Systemgrenzen bis zum Stillstand auch auf stehende Hindernisse.

Inzwischen sind selbstständig eingreifende Notbremsassistenten bei neu zugelassenen schweren Lkw in der EU vorgeschrieben. Doch schon der aktuelle „ABA 3“ der Stuttgarter kann mehr, als die EU in der zweiten verschärften Stufe ab November 2018 vorschreibt. Der neue „ABA 4“ mit Personenerkennung ist für Schwarzhaupt ein weiterer Meilenstein der Entwicklung aktiver Sicherheitstechnologien. Er warnt den Fahrer als weltweit erstes System seiner Art vor einer Kollision mit Fußgängern und leitet zusätzlich gleichzeitig automatisch eine Teilbremsung ein. Das eröffnet dem Fahrer die Möglichkeit, durch eine Vollbremsung oder ein Lenkmanöver die Kollision zu vermeiden. Zusätzlich kann er seinerseits gefährdete Fußgänger durch Betätigung der Hupe warnen.

Umfangreiche Hindernis-Erkennung

Der Active Brake Assist 4 löst gegenüber dem Vorgänger eine zusätzliche Warnung sowie eine Teilbremsung auf sich bewegende Fußgänger aus. Anders als bei der Bremsung auf bewegte und stehende Hindernisse erfolgt bei der Warnung und Teilbremsung auf bewegte Fußgänger keine Warnkaskade: Die akustische und optische Warnung sowie die Teilbremsung setzen zeitgleich ein. Die Radartechnik erfasst je nach Entfernung diverse Objekte vor dem Lkw: im Fernbereich bis 250 Meter in direkter Linie vor dem Lkw Fahrzeuge und Hindernisse, Fußgänger bis 80 Meter und dazwischen sind Motorräder und Radfahrer beziehungsweise Mopedfahrer (160 m) angesiedelt.

Das Radar für den Fernbereich hat einen maximalen Öffnungswinkel von 18 Grad, das für den Nahbereich 120 Grad, wobei es auch Fahrzeuge und bewegte Fußgänger seitlich vor dem Fahrzeug erfasst. Die Sichtweite ist dabei abhängig von Topografie, Straßenverlauf sowie den Witterungsbedingungen und von Einflüssen der Umgebung, wie etwa sich schnell in den Verkehrsraum bewegende Fußgänger oder verdeckte Fußgänger.

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Der „ABA 4“ erkennt Fußgänger in Bewegung in nahezu allen Verkehrssituationen: egal, ob sie quer auf die Fahrspur des Lkw laufen, unerwartet hinter Hindernissen hervortreten oder sich längs auf der Fahrspur bewegen. Ebenso erkennt das System Fußgänger im Bereich des Radars beim Abbiegen nach links und rechts. Die automatischen Warn- und Bremsreaktionen der Personenerkennung erfolgen bis zu einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 90 km/h.

Der Fahrer kann den „ABA 4“ bei Bedarf jederzeit übersteuern, etwa durch Lenkbewegung, Kick-down oder Notbremsung. Bremst der Fahrer jedoch zu schwach, hat die Bremsintensität des Active Brake Assist 4 Vorrang.

ABA 4 ab Dezember verfügbar

Bei dem neuen elektronisch scannenden Multi-Mode-Radar arbeitet das Radar des Fernbereichs erstmals unabhängig vom eingestellten Fahrniveau und kann sich permanent auf veränderte Fahrzeugneigungen einstellen, die sich durch Fahrwerks- oder Beladungszustände einstellen.

Der Active Brake Assist 4 ist ab Dezember 2016 lieferbar und mit Fußgängererkennung analog zum „ABA 3“ für alle Fernverkehrs-Baumuster von Mercedes-Benz erhältlich. Der „ABA 4“ ist als einzelne Sonderausstattung für 5.500 Euro lieferbar. Das komplette Safety Paket mit allen Assistenten einschließlich des „Beifahrers“ für das sichere Abbiegen soll 12.000 Euro bis 15.000 Euro kosten.

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