Daimler zieht Notbremse in Österreich
Daimler ist ab dem 1. Januar Generalimporteur der eigenen Marken in Österreich und Ungarn. Der Hersteller kaufte sich die Anteile der seit 1960 tätigen Autohandelsgruppe Pappas zurück.

Daimler holt das nach, was BMW schon Ende der siebziger Jahre abgehakt hat: Sie nehmen das Importgeschäft in Österreich in die eigene Hand. Bislang kooperierte der Konzern mit der österreichischen Automobilhandelsgruppe Pappas unter dem Namen Mercedes-Benz Österreich Vertriebsgesellschaft mbH sowie der österreichischen Finanzierungsgesellschaft Mercedes-Benz Financial Services Austria GmbH.
Neben den Anteilen in Österreich übernimmt Daimler auch in Ungarn die Pappas-Anteile an der Mercedes-Benz Hungaria Kft sowie an den Finanzdienstleistungsgesellschaften Mercedes-Benz Leasing Kft. und Mercedes-Benz Credit Zrt. Trotz dieser Neustrukturierung bleibt Pappas mit 35 Verkaufs- und Servicebetrieben und 2.400 Mitarbeitern der größte Händler der Daimler-Marken Mercedes-Benz, Smart und Fuso in Österreich und Ungarn.
Audi und BMW liegen vor Daimler
Von Januar bis November 2012 hat die Daimler AG in Österreich 10.059 Mercedes-Benz-Pkw verkauft und verzeichnet damit einen Marktanteil von 3,2 Prozent – damit liegt der Hersteller nur knapp unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. BMW kommt hingegen auf 15.211 Fahrzeuge und einen Marktanteil von 4,8 Prozent. An der Spitze der Premium-Hersteller steht jedoch unangefochten Audi mit 19.913 Einheiten und einem Marktanteil von 6,3 Prozent (Quelle: Statistik Austria).
Übernahme stärkt Vertriebsposition
„Unsere Neuaufstellung ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Umsetzung unserer weltweiten Vertriebsstrategie. Durch die komplette Übernahme der Importeursfunktion können wir in Zukunft noch effizienter und schlagkräftiger agieren“, so Joachim Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Cars, Vertrieb & Marketing. Für Österreich muss jedoch zuvor noch die zuständige Wettbewerbsbehörde der Übernahme zustimmen – dies ist für den 1. Januar geplant.
Schmidt weiter: „Mit Pappas haben wir auch künftig einen starken Partner an unserer Seite, der maßgeblich am Aufbau unserer Vertriebsorganisation in Österreich beteiligt war. Wir danken der Pappas-Gruppe, die uns seit Jahrzehnten partnerschaftlich dabei unterstützt, unsere Daimler-Marken und -Produkte erfolgreich im Markt zu positionieren.“
Personelle Änderungen vereinbart
Die Neuordnung wird auch zu Veränderungen in der Geschäftsführung der Mercedes-Benz Österreich Vertriebsgesellschaft mbH führen. So haben sich Daimler und Bernhard Denk, Geschäftsführer von Mercedes-Benz Österreich, darauf geeinigt, einen personellen Neuanfang in der Geschäftsführung zu ermöglichen.
110 Arbeitsplätze abbauen
Das Wholesale-Geschäft mit Ersatzteilen möchte der Hersteller dann ein Jahr später – ab dem 1. Januar 2014 – über sein Logistikcenter in Nürnberg abwickeln. Österreich war bisher der einzige Kernmarkt in Europa, in dem die Wholesale-Funktion nicht komplett in der Hand der Daimler AG lag. Dies organisierte Pappas bislang über ihr Zentralersatzteillager in Salzburg – der Standort soll nun Ende 2013 schließen. Die betroffenen 110 Mitarbeiter möchte die Pappas-Gruppe bei der Stellensuche unterstützen.
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