Mobilitätsstudie Das Auto ist für viele junge Menschen ein Statussymbol

Von Malika Matkarimova 4 min Lesedauer

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Das Auto bleibt das wichtigste Transportmittel der Deutschen – das steht fest. Nicht nur für Ältere, auch für viele Vertreter der Gen Z und Y ist es ein Statussymbol, wie die Mobilitätsstudie von Continental zeigt.

Weitgehende Einigkeit besteht bei der Frage, wie groß ein Infotainment-Bildschirm sein sollte: Die deutliche Mehrheit bevorzugt eher große Displays.(Bild:  Continental)
Weitgehende Einigkeit besteht bei der Frage, wie groß ein Infotainment-Bildschirm sein sollte: Die deutliche Mehrheit bevorzugt eher große Displays.
(Bild: Continental)

Die achte Mobilitätsstudie von Continental, die das Unternehmen gemeinsam mit Infas durchgeführt hat, befragte rund 5.000 Menschen in Deutschland, Frankreich, den USA, Japan und China zu ihrem Mobilitätsverhalten. Die im August 2024 erhobenen Daten zeigen besonders bei der jüngeren Generation eine veränderte Sicht auf das Auto. Hierzulande bleibt der Wunsch nach einem eigenen Fahrzeug groß, doch ebenso wächst das Interesse an modernen Technologien wie autonomem Fahren, künstlicher Intelligenz und nachhaltigeren Antrieben.

Besonders auffällig ist, dass das Auto für viele mehr ist als ein Transportmittel. Für die 18- bis 34-Jährigen gilt es als Statussymbol. In Deutschland sehen 54 Prozent der jungen Menschen das Auto in dieser Rolle, in China und den USA sind es bei den 25- bis 34-Jährigen sogar rund 70 Prozent. Mit dieser emotionalen Bindung an das Auto gehen neue Ansprüche einher. Junge Menschen, insbesondere aus den Generationen Y und Z, wünschen sich ein Fahrzeug, das weit mehr bietet als sichere Mobilität. Komfort, moderne Technologien und ein Innenraum, der als Rückzugsort dient, werden immer wichtiger. So sehen in Deutschland 51 Prozent der 25- bis 34-Jährigen das Auto der Zukunft auch als Raum zum Arbeiten und Entspannen.

Interessant ist zudem der Unterschied zwischen Stadt und Land: Während in deutschen Großstädten 67 Prozent der jungen Erwachsenen das Auto als Statussymbol betrachten, sind es in ländlicheren Regionen nur 49 Prozent. Die Studie verdeutlicht somit, dass das Auto für die jungen Generationen auch weiterhin eine zentrale Rolle spielt – allerdings nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als persönlicher Lebensraum, der weit mehr bietet.

Kunden wünschen sich größere Bildschirme

Die 18- bis 34-Jährigen in Deutschland zeigen sich offen für moderne Fahrzeugtechnologien wie autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz (KI). Laut der Umfrage betrachten 65 Prozent automatisiertes und autonomes Fahren als einen nützlichen Fortschritt. Im Vergleich dazu sind es nur 39 Prozent der Befragten über 55 Jahre, was die unterschiedlich Einstellung der Generationen zu neuen Technologien unterstreicht.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass die Offenheit für autonomes Fahren in Asien besonders hoch ist, und zwar über alle Altersgruppen hinweg: In China unterstützen 90 Prozent und in Japan 72 Prozent der Befragten selbstfahrende Autos. Ein weiteres technisches Feature, das vor allem bei den Jüngeren gut ankommt, sind KI-gestützte Assistenten im Auto. Der Wunsch nach einem virtuellen Reisebegleiter, der nicht nur nützliche Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Restaurants liefert, sondern auch nach Tankstellen, Ladestationen, freien Parkplätzen oder sogar Nachrichten zusammenstellt, ist groß.

Ein gemeinsames Merkmal weltweit ist der Wunsch nach größeren Bildschirmen im Fahrzeug. Autofahrer in allen fünf befragten Ländern bevorzugen größere Displays. Doch Größe allein genügt nicht – das Design spielt ebenfalls eine Rolle. Besonders in Japan (80 Prozent) favorisieren die meisten eine schlichte, klare Bedienoberfläche, während in den USA 58 Prozent auffälligere, farbige Displays bevorzugen. Auch bei der Steuerung per Sprache zeigen sich regionale Unterschiede: In Japan (67 Prozent) und China (59 Prozent) kommt die Sprachsteuerung gut an, während in Deutschland und den USA die Mehrheit der Befragten lieber manuell mit dem Display interagiert.

Umstieg auf Elektromobilität bleibt in Deutschland zurück

Trotz des Fortschritts in der Technologie stellt der Weg zur Elektromobilität in Deutschland nach wie vor eine große Herausforderung dar. Nur 3 Prozent der Deutschen fahren derzeit ein E-Auto – im Vergleich zu 10 Prozent in China, was angesichts der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen einen enormen Unterschied ausmacht. Ein größerer Erfolg zeigt sich jedoch bei Hybridfahrzeugen: Fast die Hälfte der Befragten in Deutschland und den USA gibt an, als nächste Fahrzeug wahrscheinlich ein Hybridauto zu kaufen. Besonders interessant ist, dass 43 Prozent der Hybridfahrer planen, ihr nächstes Auto als reinen Stromer zu wählen, während nur 12 Prozent der Benzin- und 19 Prozent der Diesel-Fahrer ebenfalls einen Umstieg in Erwägung ziehen.

Selbst ohne staatliche Förderung würden 58 Prozent der Hybrid-Nutzer ein E-Auto bevorzugen. Dennoch sind diese Zahlen nicht in Stein gemeißelt. Besonders viel Potenzial für den Umstieg auf E-Mobilität wird unter den 18- bis 34-Jährigen gesehen: Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten in dieser Altersgruppe können sich vorstellen, ihren nächsten Wagen als reinen Stromer zu kaufen. Diese Zahl sinkt jedoch deutlich in den älteren Altersklassen.

Nachhaltig fahren, aber nicht teuer

Gleichzeitig sehen zwei Drittel aller deutschen Befragten die Anschaffung eines E-Autos nur mit staatlicher Förderung als realistisch an. 71 Prozent der Befragten machen sich zudem Sorgen, dass steigende Energiepreise das Autofahren unerschwinglich machen könnten. Schon in der Mobilitätsstudie 2022 äußerten 73 Prozent ähnliche Bedenken.

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Eine klare Mehrheit von 80 Prozent fordert, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, um Mobilität bezahlbar zu halten und gleichzeitig die Nachhaltigkeit zu fördern. 73 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Kosten für umweltfreundliche Autos sinken. Regulierungsmaßnahmen wie ein Tempolimit auf Autobahnen werden von 62 Prozent akzeptiert, solange sie nicht zu Preissteigerungen führen.

Nachhaltigkeit ist für viele in Deutschland ein wichtiges Thema, auch bei Reifen. Laut der Studie legen 84 Prozent der Autofahrer Wert auf umweltschonende Materialien in ihren Reifen. Besonders junge Menschen (61 Prozent der 25- bis 34-Jährigen) machen sich Gedanken über das Recycling von Reifen. Zudem sind 44 Prozent der Autobesitzer bereit, einen Aufpreis für Reifen mit mehr nachhaltigen Materialien zu zahlen, wobei diese Bereitschaft unter den 25- bis 34-Jährigen mit 65 Prozent am höchsten ist.

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