Sommerfest des bayerischen Kfz-Gewerbes Das Automobil ist kein Auslaufmodell

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Die Politik muss endlich liefern und den Mittelstand entlasten: Auf diese Forderung kam Günter Friedl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, beim traditionellen Sommerempfang immer wieder zurück. Das Fest fand im Dauphin Speed Event in Hersbruck statt.

Rundgang durch die Oldtimersammlung mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (l.) zusammen mit Günter Friedl (r.)(Bild:  Holger Zietz - VCG)
Rundgang durch die Oldtimersammlung mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (l.) zusammen mit Günter Friedl (r.)
(Bild: Holger Zietz - VCG)

Zum zweiten Mal fand der Sommerempfang des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes im Dauphin Speed Event in Hersbruck statt. Präsident Günter Friedl begrüßte – auch im Namen seiner Vizepräsidenten Karl Heinz Breitschwert, Johann Bader und Rudolf Angerer – rund 300 Gäste, darunter Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (MdL) als Ehrengast und Festredner.

Der Sommerempfang gilt traditionell als Zeichen des Dankes an die Mitglieder der sieben bayerischen Kfz-Innungen und bietet auch immer ein aktuelles Stimmungsbild der Branche. Bei hochsommerlichen Temperaturen würdigte Präsident Friedl mit Blick auf die ausgestellten Oldtimer aus der Privatsammlung der Familie Dauphin die historische Bedeutung des Automobils für Deutschland. Diese besondere Leistung Deutschlands dürfe nicht aufgegeben werden. Noch immer stehe das Auto für ein Lebensgefühl und sei Ausdruck für Freiheit. Das Automobil sei kein Auslaufmodel. Die heutigen Herausforderungen, mehr Klimaschutz, gelte es anzunehmen – ohne Zwang.

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Kritik an der Politik und der Autoindustrie

Präsident Friedl kritisierte den Zickzackkurs der Politik bei der Elektromobilität. Förderungen würden eingeführt und kurzfristig wieder abgeschafft, was Unsicherheit in der Branche verursache. Friedl forderte ein schlüssiges Konzept für die Elektromobilität und mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Auch die Automobilindustrie sieht Friedl in der Pflicht: Zu lange habe sie auf bezahlbare Modelle verzichtet und dieses Segment chinesischen Herstellern überlassen. Die Folge sei, dass viele Kunden ihre Fahrzeuge länger nutzen und Werkstätten überlastet seien.

Friedl: Bürokratie belastet die Betriebe

Friedl verwies auf die hohe Belastung der Kfz-Betriebe durch bürokratische Auflagen, die vor allem kleine Unternehmen treffen. Er forderte eine Anpassung des Einkommensteuergesetzes, damit auch Autoreparaturen steuerlich abgesetzt werden können. Dies würde Schwarzarbeit eindämmen und sei gerechter gegenüber den Kunden.

Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur müssten laut Friedl dringend vorangetrieben werden. Die ideologische Auseinandersetzung um die Mobilität der Zukunft müsse einem sachlichen Miteinander weichen. Moderne, saubere Verbrenner und synthetische Kraftstoffe sollten ebenso eine Rolle spielen wie die Elektromobilität.

Das Kfz-Gewerbe ist für Bayern wirtschaftlich unverzichtbar, sagte Friedl: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Branche rund 42 Milliarden Euro. Die etwa 7.000 Betriebe mit rund 125.000 Beschäftigten bilden jährlich etwa 15.000 Auszubildende aus.

Verkehrsminister Bernreiter: Bayern bleibt Autoland

Auch Verkehrsminister Christian Bernreiter betonte in seiner Rede die Bedeutung der individuellen Mobilität. Bayern sei das Autoland Nummer eins in Deutschland und die Autoindustrie der Garant für den Wohlstand. Die Politik müsse für stabile Rahmenbedingungen für die Elektromobilität sorgen und die Verkehrsinfrastruktur instand halten. An der Elektromobilität hegt Bernreiter keine Zweifel: Er fahre seit zwei Jahren ein E-Auto und sei noch nie liegengeblieben.

Im Anschluss feierten die Gäste – allen voran die Mitglieder der sieben Kfz-Innungen Unter- und Oberfranken, Mittelfranken, Schwaben, Oberpfalz u. Kreis Kelheim/Niederbayern, München-Oberbayern und Niederbayern, sowie Ehrenpräsident Ernst-Robert Nouvertné, ZDK-Geschäftsführer Jürgen Hasler, Präsident Frank Mund und Hauptgeschäftsführer Marcus Büttner vom Kfz-Gewerbe NRW – gemeinsam mit dem Verkehrsminister und Präsident Friedl den Abend im Dauphin Speed Event. Der Veranstaltungort im Hersbrucker Gewerbegebiet bot mit seiner großen Privatsammlung der Familie Dauphin mit rund 160 Oldtimern einen stilechten Rahmen. Für die musikalische Begleitung sorgte der HotSaxClub.

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