Neuzulassungen Das Februar-Plus ist fake – taktische Kanäle dominieren

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Der Gewerbekundenmarkt hat ein Problem, die Neuzulassungen in diesem Kanal sinken deutlich. Weil auch der Privatmarkt derzeit bestenfalls stabil ist, müssen taktische Zulassungen den Markt beleben.

Das Wachstum des Neuwagenmarkts im Februar ist letztlich taktischen Zulassungen geschuldet. Vor allem bei den Vermietern landeten viele Neuwagen.(Bild:  Schreiner – privat)
Das Wachstum des Neuwagenmarkts im Februar ist letztlich taktischen Zulassungen geschuldet. Vor allem bei den Vermietern landeten viele Neuwagen.
(Bild: Schreiner – privat)

Das Wachstum der Neuzulassungen im Februar um 3,8 Prozent hat nichts mit einem echten Nachfrageschub zu tun. Wie aus den Zahlen der Marktforschung Dataforce hervorgeht, sind die Verkäufe in den nachfragegetriebenen Absatzkanälen Privatkunden- und Gewerbemarkt unter dem Strich gesunken. Das Absatzplus stammt fast ausschließlich aus den taktischen Kanälen.

Die Neuzulassungen über die Eigenzulassungen der Händler und Hersteller sowie durch die Autovermieter – die so genannten Sondereffekte – legten zusammengenommen um 17,5 Prozent zu. Besonders ins Auge sticht dabei die Entwicklung der Autovermieter, deren Zulassungen um fast 46 Prozent zugelegt haben (gut 8.400 Einheiten) – oft ein Zeichen, dass die Hersteller Produktion vom Hof bekommen müssen.

Die Hersteller selbst erhöhten ihre Eigenzulassungen allerdings nur moderat um 2,8 Prozent oder knapp 600 Einheiten. Deutlich häufiger haben dagegen die Händler zu den Eigenzulassungen gegriffen. Sie brachten 7,6 Prozent mehr Neuwagen in den Umlauf. „Was aktuell nicht so glänzt, sind die vielen Zulassungen aus den taktischen Kanälen“, bringt Dataforce-Analyst Julian Litzinger die Situation auf den Punkt.

Passend zur lahmenden Konjunktur und unsicheren Perspektiven stehen die Unternehmen weiter auf der Kostenbremse und dünnen ihre Fuhrparks eher aus. Der Gewerbekundenmarkt schrumpfte um 6,2 Prozent auf 62.200 Einheiten. Damit ließen die Unternehmen 4.100 Fahrzeuge weniger zu als im Vorjahresmonat. Besonders deutlich wird die Krise des Gewerbekundenmarkts im Vergleich zu 2024: Damals wurden noch gut 76.200 Neuwagen in diesem Kanal abgesetzt.

Einziger Lichtblick ist erstaunlicherweise der Privatkundenmarkt, der trotz der ebenfalls um sich greifenden Sorgen in der Bevölkerung um 0,7 Prozent zulegte. Mit 66.500 Einheiten liegt das Volumen trotzdem deutlich hinter früheren Ergebnissen zurück. Dass der Privatmarkt stabil ist, könnte nicht zuletzt am wachsenden Interesse dieser Kunden an E-Fahrzeugen liegen. Im Privatmarkt legte der E-Absatz um 62 Prozent zu, womit jeder vierte Privat-Neuwagen nun ein BEV ist (25,5 %). Das ist laut Dataforce der höchste Wert seit Dezember 2023.

Auch Hybride gewinnen im Privatmarkt weiter an Bedeutung, was sich positiv auf die CO2-Quoten der Hersteller auswirken dürfte. Im Flottengeschäft sind die BEVs wieder auf dem Vormarsch (+23 % zum Vorjahresmonat) und waren die meistgewählte Antriebsart mit einem Marktanteil von 28,1 Prozent. Im Januar hatte sich der Diesel auf Platz geschoben, jedoch waren die Zulassungszahlen im Februar um 17 Prozent rückläufig.

Transporter wachsen – Elektro überholt Benziner

Nach einem schwachen Start ins Jahr hat sich der Transportermarkt im Februar stabilisiert und schloss im Plus. Allerdings gilt auch in der Sonderbetrachtung der Pkw-Utilities und leichten Nutzfahrzeuge, dass das Wachstum um 7,7 Prozent aus den taktischen Kanälen kam. Die Neuzulassungen der Privat- und Flottenkunden verharrten dagegen fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres.  

Dagegen kletterten die Zulassungen über den Fahrzeughandel um 43 Prozent. Der Absatz über die vom Volumen her weniger entscheidenden Kanäle Autovermieter und Fahrzeugbau legten jeweils um 20 Prozent zu. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Diesel-Neuzulassungen erstmals seit Langem wieder zulegte (+4 %). Der Elektroantrieb wuchs sogar um 34 Prozent und kommt nun auf einen Absatzanteil von 9,2 Prozent – womit er die Benziner überholte (Marktanteil 6,4 %).

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