Auch in Deutschland gibt es mittlerweile professionalisierte Umbauangebote heimischer Auto-Ikonen. Bestes Beispiel ist der Unternehmer Robert Tönnies, der online sein Umbau-Netzwerk für VW Käfer Cabriolets aus den 1970er Jahren präsentiert. Leistungseckdaten und Preise sind deutlich bescheidener als bei Evolution E-Types: Eine 100 kW/136 PS starke E-Maschine treibt den VW auf maximal 150 km/h und dank 22-kWh-Batterie bis 150 Kilometer weit. Man kann diesen Umbau als Komplettpaket für 99.000 Euro bekommen. Alternativ werden auch Bodengruppen mit integriertem E-Antrieb ab 39.000 Euro angeboten, auf die Karosserien historischer Käfer passen. Für weitere 10.000 Euro kann man die „Hochzeit“ auch den Profis überlassen.
Wesentlich bescheidener sind die Tarife der Firma Fleck Machines aus dem bayerischen Pfarrkirchen, die bereits Umbauten auf 48-Volt-Basis ab rund 14.000 Euro in Aussicht stellt. Batteriegrößen und Leistungsniveau der Motoren sind dann aber vergleichsweise bescheiden. Zum Stromer konvertieren kann Firmeninhaber Heiko Fleck nach eigenen Angaben eigentlich jedes Auto, wobei er einräumt, dass sich alte Autos mit einfacher Bordelektronik leichter umbauen lassen. Ob VW T2, Cinquecento, Trabi, Goggomobil oder 2CV – an vielen Kultmobilen hat der Bayer bereits Hand angelegt – mehr als 400 sollen es mittlerweile sein.
Wer der Diskussion über Sinn und Unsinn von Oldtimer-Umrüstungen und den mit einem Umbau einhergehenden Aufwand minimieren will, könnte sich alternativ für ein neues E-Auto mit Retrooptik entscheiden. Im Kleinstwagen-Segment gibt es etwa die Projekte Nobe 100 (ab 37.000 Euro) und Microlino (ab 12.000 Euro), bei denen das Flair der 1950er und 1960er Jahre modern interpretiert wurde. 2020 dürften beide Retro-Stromer marktreif sein.
Super Sprint im Sportwagensegment
Auch im Sportwagen-Segment gibt es bereits einige Angebote, wie etwa von der britischen Firma Charge, die einen Ford Mustang im Stil des Shelby-Modells Eleanor nachbaut und mit äußerst potentem E-Antrieb ausstattet. Mit rund 335.000 Euro ist dieser lautlose Hingucker allerdings kein Schnäppchen. Es geht aber noch deutlich teurer: Rund eine Million Euro muss man investieren, wenn man sich einen Porsche 910e kaufen will. Dabei handelt es sich um einen Nachbau des Porsche 910 der deutschen Firma Evex, der von der österreichischen Firma Kreisel elektrifiziert wird. Neben einzigartiger Optik gibt es atemberaubende Fahrleistungen: 2,5 Sekunden dauert der Sprint, maximal sind 300 km/h und 350 Kilometer Reichweite drin.
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