Das GW-Geschäft ankurbeln

Redakteur: Julia Mauritz

Wer unüberlegt sein komplettes Fahrzeugangebot in den klassischen Gebrauchtwagenbörsen anbietet, riskiert nach Meinung von Autohausen-Geschäftsführer Frank Ritter, dass die Preise in den Keller rutschen.

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„Es kommt mir vor, als hätten die Autohäuser aufgehört, um ihren Gebrauchtwagenmarkt zu kämpfen“, beschreibt Frank Ritter, Geschäftsinhaber von Autohausen, die aktuelle Situation in der Branche. „Wie kann es sein, dass der freie Handel aufblüht, dass die Endkunden versuchen, ihre Gebrauchtfahrzeuge privat zu verkaufen? Wieso bekommen 1a-Betriebe ein Fahrzeughandelsmodul?“, fragt sich der Anbieter eines neuartigen Vertriebskonzepts für Gebrauchtwagen.

Grundsätzlich sei das Umsatzpotenzial im Gebrauchtwagenmarkt groß genug. Allerdings gebe es immer mehr Marktteilnehmer. „Wenn ein Händler seine Autos in den klassischen Gebrauchtwagenbörsen anbietet, muss ihm klar sein, dass hier über den Preis verkauft wird und dass die eigenen Fahrzeuge in Konkurrenz mit freien Händlern und privaten Angeboten stehen“, bringt es Ritter auf den Punkt. Die Folge sei zwangsläufig ein Preisverfall.

Web gezielt nutzen

Und damit nicht genug: „Indem die Händler ihren kompletten Fahrzeugbestand in die Börsen stellen, geben sie den Endkunden die Möglichkeit, bei dem Wettbewerber anstatt bei ihnen zu kaufen.“ Das ließe sich durch einen gezielteren Einsatz des Internets verhindern. Ritters Rat: Den Endkunden vor Ort eine größere Auswahl zu bieten, als sie in den Onlinebörsen finden. Die Händler müssten ihren Kunden Mehrwerte aufzeigen wie: „größtmögliche Sicherheit beim Kauf vor Ort oder Fahrzeugbeschaffung über den eigenen Fahrzeugbestand hinaus“.

Neues Konzept

Nur die Fahrzeuge, die sich nicht lokal vermarkten lassen – auch nicht über den Preis – gehören nach Ansicht von Frank Ritter in eine Internetbörse.

Auf diesen Erkenntnissen hat Frank Ritter auch sein Vertriebskonzept für den Markenhandel Autohausen aufgebaut. Das Motto lautet: „Fahr nicht fort – kauf vor Ort!“. Das Konzept baut auf zwei Säulen auf: der Endkundenbörse www.autohausen.de und einer Händlerplattform.

Das Besondere an der Börse: Hat der Endkunde sein Traumauto gefunden, erkennt er nicht, welcher Händler es anbietet. Stattdessen wird er aufgefordert, die Postleitzahl seines Wohnorts einzugeben. Die Börse verweist den Interessenten automatisch an einen registrierten Händler in seiner Region. Dieser fungiert für ihn als alleiniger Ansprechpartner und wickelt den Verkauf des Autos mit dem Händler, der das Fahrzeug in der Börse anbietet, ab.

Händlerplattform

Um den Interessenten mehr Gebrauchtwagen anbieten zu können, als der eigene Bestand hergibt, kann ein Händler seine Gebrauchtwagensuche auch mit der Onlinebörse www.autohausen.de verlinken.

Auf einer passwortgeschützten Händlerplattform schließlich finden die registrierten Händler die Kontaktdaten der Partner, die ebenfalls mit Autohausen zusammenarbeiten, und können Fahrzeuge einstellen und handeln.

„Der Bedarf an Gebrauchtwagen ist durchaus da, nur treffen sich zurzeit Angebot und Nachfrage sehr schlecht“, resümiert Ritter. „Autohausen setzt genau dort an.“

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