Lynk & Co „Das Hauptvolumen wird über den Handel kommen“

Von Julia Mauritz 5 min Lesedauer

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Die Geely-Marke Lynk & Co startet in Deutschland neu durch: mit neuen Modellen und einem neuen Vertriebsansatz. Von Clubs und Abos schwenkt sie um auf ein Hybridmodell. CEO Nicolas Lopez Appelgren erläutert im Interview die Gründe und verrät seine Pläne für Deutschland.

Künftig will Lynk & Co an deutlich mehr Standorten mit einer physischen Markenrepräsentanz vertreten sein.(Bild:  Mauritz – VCG)
Künftig will Lynk & Co an deutlich mehr Standorten mit einer physischen Markenrepräsentanz vertreten sein.
(Bild: Mauritz – VCG)

Der klassische Händlervertrieb erlebt aktuell ein Revival: Auch Lynk & Co sucht nun die Kooperation mit Autohäusern. Sind der Direktvertrieb und das Abomodell nicht mehr attraktiv?

Nicolas Lopez Appelgren: Als Lynk & Co im Jahr 2021 mit seinem Plug-in-Hybridmodell 01 den sehr wettbewerbsintensiven europäischen Markt betreten hat, war es meiner Meinung nach genau die richtige Entscheidung, sich als unbekannte Marke mit einem neuen, erfrischenden Vertriebsansatz von den etablierten Herstellern abzuheben, und damit bei den Kunden aufzufallen: Es gab den 01 nur in zwei Farben, mit einer Ausstattung und im flexiblen Abo zu einer preislich sehr attraktiven Monatsrate. Da ein Abomodell für die Kunden risikofrei ist, kam es sehr gut an. Nach vier Jahren stellen wir nun fest, dass die Kunden zunehmend unsere Fahrzeuge leasen und kaufen wollen. Das ist ein Grund, warum wir uns im vergangenen Jahr entschieden haben, unsere Verkaufskanäle zu erweitern, und unsere Fahrzeuge künftig über ein klassisches Vertriebsmodell auch über den Handel zu verkaufen. Ein weiterer Grund ist, dass wir im Zuge unserer angestrebten Wachstumsstrategie stärker im Flottengeschäft Fuß fassen möchten. Auch hier ist der Handel ein wichtiger Türöffner. Wir setzen aber nicht auf einen reinen Händlervertrieb, sondern auf ein Hybridmodell: Wir behalten uns auch künftig das Recht vor, Fahrzeuge direkt zu vertreiben – über ein digitales Abomodell. Sofern unseren Handelspartnern ein Aufwand mit einem Abo entsteht, erhalten sie eine Auslieferungspauschale. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Vertriebsmodell einen guten Mittelweg gefunden haben.