Geräuschdiagnose Das Ingreisch

Von Steffen Dominsky 7 min Lesedauer

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Es gibt sie in den Kategorien „nervig“ und „sau nervig“: Störgeräusche im Fahrzeuginnenraum. Doch deren Ursachen schnell und zielsicher zu lokalisieren, kann kinderleicht sein. Vorausgesetzt, man setzt auf eine sogenannte Geräuschkamera und/oder ein Speicheroszilloskop.

Die Probefahrt nachgestellt: Die Quelle des nervigen Geräuschs an der Tür des Porsche 356 hat Kfz-Meister Jürgen Stengel dank seiner Sound-Cam schnell und zielsicher lokalisiert. (Bild:  Dominsky – VCG)
Die Probefahrt nachgestellt: Die Quelle des nervigen Geräuschs an der Tür des Porsche 356 hat Kfz-Meister Jürgen Stengel dank seiner Sound-Cam schnell und zielsicher lokalisiert.
(Bild: Dominsky – VCG)

Im Norden und Osten Bayerns, der größten Karpfenregion Europas, war es einst eine Delikatesse, das „Ingreisch“. Was das ist, was wie „Innengeräusch“ auf Bayerisch klingt, fragen Sie? Nun, ja: Wie so oft bei „historischen Spezialitäten“ handelt es sich dabei um Innereien, genauer gesagt allen voran um die Samenstränge des männlichen Karpfens – paniert und gebacken. Doch nicht nur manch Kulinarik empfindet der eine oder andere als, sagen wir, verstörend. Auch ein Klappern, Sirren, Schnarren oder Dröhnen kann stören, im Extremfall verstörend sein, sprich einen aus der Fassung bringen. Nämlich dann, wenn es als lästiges Innengeräusch im Rückzugsraum des Homo Sapiens Automobilis auftritt – im geliebten Kraftfahrzeug.

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„In der Soziologie spricht man vom sogenannten Cocooning, wenn sich der moderne Mensch aus der Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft in die eigenen vier Wände zurückzieht, wobei diese in jüngster Zeit immer öfter auch die eigenen vier Räder einschließen. Kommt es dann innerhalb dieses ‚Ruhepols‘ zu Störgeräuschen, empfinden dies Menschen immer öfter als Eingriff in die Privatsphäre, der sie stresst“, erklärt mir Simon Schmitt, Kfz-Mechatroniker sowie Fahrzeugtechnik- und Akustikingenieur. Das ist, so der Inhaber von NVH Technologies GmbH, einer der Hauptgründe, weshalb heutzutage immer häufiger Menschen selbst beim kleinsten Sirren oder Knistern im Auto zur Werkstatt rennen und monieren.