Caravaning Das Interesse ist ungebrochen hoch

Von Julia Mauritz

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Der Grund für die rückläufigen Reisemobil-Neuzulassungen ist nicht, dass die Deutschen keine Lust mehr auf Caravaning haben: Das belegt eine neue Studie. Sie bringt auch Interessantes über die Vorlieben der Caravan-Urlauber an den Tag. Digitale Angebote spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wohnmobile und zuletzt auch verstärkt Wohnwagen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs.(Bild:  Landesmesse Stuttgart GmbH)
Wohnmobile und zuletzt auch verstärkt Wohnwagen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs.
(Bild: Landesmesse Stuttgart GmbH)

Knapp 20 Millionen Menschen in Deutschland interessieren sich für Freizeitmobile und sind damit potenzielle Käufer oder Mieter von Reisemobilen und Wohnwagen: Das bringt eine neue bevölkerungsrepräsentative Studie der GSR Unternehmensberatung und des Marktforschungsspezialisten Miios an den Tag. Im Vergleich zur Erhebung von 2021, einem Rekordjahr speziell für das Reisemobilgeschäft, ist dieser Wert unverändert hoch geblieben. Allerdings ist die Affinität der Befragten für Reisemobile in den vergangenen zwölf Monaten leicht gesunken (-8 %), während Wohnwagen an Attraktivität gewonnen haben (+6 %).

Befragt wurden gut 10.000 18-bis 80-Jährige im Mai und Juni 2022. Knapp 3.200 gaben an, in den vergangenen 24 Monaten ein Reisemobil oder Wohnmobil gekauft oder gemietet zu haben, beziehungsweise in den nächsten zwölf Monaten einen Kauf oder eine Anmietung zu planen.

Tatsache ist: Der wichtige Reisemobilmarkt steht hierzulande trotz der ungebrochen hohen Nachfrage seit März 2022 unter Druck. Die Neuzulassungen sind im vergangenen Mai gegenüber dem Vorjahr laut KBA um 11 Prozent gesunken. GSR-Geschäftsführer Stephan Lützenkirchen begründet dies mit massiven Lieferengpässen und Preissteigerungen zwischen 20 und 30 Prozent bei neuen Fahrzeugen.

Interessante Erkenntnisse liefert die B2C-Caravanstudie neben den Kauf- und Mietabsichten auch über das Reiseverhalten: 43 Prozent der Befragten gaben an, dass die hohen Spritpreise in diesem Sommer einen starken, bzw. sehr starken Einfluss auf die Wahl des Reiseziels hätten. Für 41 Prozent spielt die Inflation dabei eine signifikante Rolle.

Interessant für die Vermieter von Freizeitmobilen ist die geplante Reisedauer: Die Besitzer der Mobile gaben an, in diesem Jahr 60 Tage unterwegs sein zu wollen (Vorjahr: 53 Tage). Mit dem gemieteten Reisemobil liegt die geplante Reisedauer bei 24 Tagen (Vorjahr: 21 Tage). Die Wohnwagenbesitzer wollen 47 Tage unterwegs sein (Vorjahr: 53 Tage), die Mieter 27 Tage (Vorjahr: 25 Tage).

82 Prozent der Caravaning-Urlauber planen, in den Sommermonaten Juli bis September unterwegs zu sein. 68 Prozent der Wohnwagenbesitzer und -mieter sowie 47 Prozent der Reisemobilisten steuern dabei klassische Campingplätze an, gefolgt von Stellplätzen und Bauernhöfen.

Waren 2021 besonders Reiseziele in Deutschland gefragt, geht die Reise im Haupturlaub 2022 nun wieder verstärkt ins Ausland. Lediglich 38 Prozent der Befragten planen einen Urlaub im eigenen Land (Vorjahr: 68 %). Wer in Deutschland bleibt, den zieht es ans Wasser: 23 Prozent wollen ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen, gefolgt von Schleswig-Holstein (16 %). Bei den Auslandsreisen stehen nach den Corona-Beschränkungen Italien (12 %) sowie Kroatien und Frankreich (jeweils 8 %) hoch im Kurs.

Bei der Bewertung legen die Reisenden besonderen Wert auf W-LAN. Auf Platz zwei und drei folgen Bademöglichkeiten sowie die Online-Reservierung und -Bezahlung. „Die Erwartungen der Reisenden an digitale Angebote steigen“, resümiert Miios-Geschäftsführer Niklas Haupt. Das gelte nicht nur für den Urlaub vor Ort, sondern auch bei der Reisevorbereitung.

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