Im Wettbewerb der neuen Marken sind USPs gefragt. Togg flankiert den Autokauf mit Ideen zu Dienstleistungen und digitalen Angeboten. Was das Unternehmen von Tesla und Apple hat.
Togg hat sich ein eigenes Ökosystem geschaffen aus digitalen Diensten in der App, einer Ladeinfrastruktur und nun einer KI.
(Bild: Togg)
Die Grundidee von Togg-Vorstandschef Gürcan Karakas war von Beginn an, das Auto als Smart Device zu denken. Mit diesem Ansatz hatte er Anfang des Jahres 2022 das erste Togg-Modell auf der Verbrauchermesse CES in Las Vegas präsentiert. Nach dieser Denkweise steht nicht das Auto selbst im Vordergrund, es ist nur Teil eines umfassenden, digital vernetzten Systems. „Wir streben die Entwicklung eines eigenen Lebensraums an, der den Bedürfnissen in den Bereichen Komfort, Sicherheit, Gesundheit und Unterhaltung gerecht wird“, sagte Karakas schon vor zwei Jahren im Gespräch mit der Agentur „Spotpress“.
Zum Marktstart in Deutschland propagierte Togg nun die hauseigene App, genannt „Trumore“ als zentrales Bestellsystem. Vermutlich auch um die App unter den Usern und Interessenten grundsätzlich zu verbreiten. Konfigurierbar sind die beiden verfügbaren Modelle zwar auch über die Webseite, doch der Bestellprozess mündet am Ende in den Trumore-Account. Die App ist gedacht als Koordinationshilfe für verschiedene digitale Dienste, sogar für Anwender, die selbst (noch) kein Togg-Fahrzeug besitzen.
„Trumore ist ein technologischer Rahmen, in dem sich Innovation, Nutzerfeedback und Partnerschaften kontinuierlich weiterentwickeln können“, erläutert Gürcan Karakas den Ansatz. Offenheit und Erweiterbarkeit stehen im Mittelpunkt – mit dem Ziel, ein digitales Erlebnis zu schaffen, das mit den Anforderungen moderner Mobilität wachse. Über den App-Marktplatz Tru.Store können die Nutzer neue Anwendungen entdecken und direkt auf das Infotainmentsystem des Fahrzeugs laden können.
Über die Plattform sollen die Nutzer beispielsweise Zugang zu Mobilitäts-, Finanz- und Energieservices erhalten – ergänzt um Schnittstellen zu Blockchain, KI, IoT und FinTech-Diensten – und damit auch den direkten Zugriff auf personalisierte Dienste haben. Noch ist die App in Deutschland aber vor allem auf das Bestellen ausgelegt. Das für ein E-Auto zentrale Thema Laden trägt beispielsweise noch den Verweis „kommt bald“.
Künftig ist die App für das Laden unterwegs der Dreh- und Angelpunkt. Reservierung, Freischaltung und Abrechnung laufen darüber. Partnerschaften sind Teil des Konzepts. „In der Türkei betreiben wir Ladepunkte etwa mit Shell – diese Erfahrung wollen wir nutzen“, berichtete Karakaş auf der IAA Mobility. Grundsätzlich finde Togg hierzulande jedoch ein tragfähiges Ladenetz vor.
Anders war das noch vor ein paar Jahren im Heimatland. Dort hat Togg parallel zur Entwicklung der Modelle in den Aufbau der Ladeinfrastruktur investiert. Im Jahr 2021 entstand das Tochterunternehmen Trugo als Ladenetzbetreiber. Der unterhält inzwischen gut 1.000 DC-Ladestationen mit 2.000 Ladepunkten. Ob Trugo im deutschen Markt aktiv wird, steht bisher nicht fest. Ausschließen wollte Karakas diesen Schritt im IAA-Gespräch nicht, „insbesondere wenn im Sinne der Kunden regional ein Versorgungsbedarf entsteht“.
Trugo betreibt nach eigener Aussage das größte Schnellladenetz in der Türkei und ist für Fahrzeuge aller Marken zugänglich. Der Strom soll vollständig aus erneuerbaren Quellen kommen. Auch private Haushalte werden in das Netzwerk eingebunden, können die überschüssige Energie aus ihren Solaranlagen über das Ladenetz von Trugo einspeisen.
Übrigens setzt Togg bei den Batterien in seinen Modellen ebenfalls auf eigene Kompetenz. Im Jahr 2021 gründeten die Türken mit dem chinesischen Batteriehersteller Farasis Energy das 50:50-Joint-Venture Siro Clean Energy Solutions. Die Montage der für die Togg-Fahrzeuge benötigten Batteriemodule und -pakete begann zwei Jahre später. Errichtet wurde die Batteriefertigung auf dem Togg-Campus in der Küstenstadt Gemlik in der Provinz Bursa, wo auch Karosseriefertigung, Lackierung, Endmontage, Qualitätssicherung und Logistik angesiedelt sind.
Bei so vielen Aktivitäten darf eine nicht fehlen: die Künstliche Intelligenz. Die entwickelt Togg über die ebenfalls zur IAA Mobility vorgestellte KI-Plattform „Can.ai“. Das System entsteht gemeinsam mit Microsoft Türkiye und basiert auf Open-AI-Technik. Togg setzte künstliche Intelligenz nicht nur funktional ein, sondern als integrativen Bestandteil ihrer digitalen Architektur, heißt es in einer Unternehmensmeldung.
In der Praxis soll Can.ai ohne klassische Benutzeroberfläche auskommen. Durch die Verarbeitung mehrschichtiger Daten wie Nutzerintention, Zeitpunkt, Standort, Fahrzeugzustand und aus dem bisherigen Verhalten soll eine KI-Infrastruktur entstehen, die kontextbezogene Interaktionen ermöglicht. Die KI zeige Empathie, lerne kontinuierlich, treffe Vorhersagen und handle proaktiv im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer, so das Leistungsversprechen von Togg.
Stand: 08.12.2025
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Während des Messebesuchs konnte das interessierte Publikum die Fertigkeiten von Cab.ai in realitätsnahen Szenarien erleben, darunter das Laderouten-Management, sprachgesteuerte Fahrzeugservices sowie Medien- und Gesundheitsanwendungen. „Wir erschaffen mit Can.ai eine intuitive Nutzererfahrung, die weit über klassische Mobilität hinausgeht und das tägliche Leben bereichert“, ist Togg-Chef Karakas überzeugt.