Flottenmarkt Dienstwagenfahrer schwenken um aufs Elektroauto

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Reichweiten-Angst ist ein viel zitiertes Argument gegen den Elektroantrieb. Nun scheint gerade in die Gruppe der Vielfahrer Bewegung zu kommen. Ihre Bereitschaft, als nächsten Dienstwagen ein E-Modell zu wählen, ist sprunghaft gestiegen.

Elektroautos sind auch in den Dienstwagenflotten angekommen. Für die Zukunft gibt es aber ein paar Fragezeichen.(Bild:  Audi)
Elektroautos sind auch in den Dienstwagenflotten angekommen. Für die Zukunft gibt es aber ein paar Fragezeichen.
(Bild: Audi)

Der Elektroantrieb hat gute Chancen, über die Firmenflotten- und Gewerbekunden weitere Marktanteile zu gewinnen. Denn laut dem aktuellen DAT-Barometer ist die Bereitschaft unter Dienstwagenfahrern, auf ein Elektroauto umzusteigen, deutlich gewachsen. Wie aus der Auswertung hervorgeht, geben 19 Prozent der Dienstwagenfahrer an, beim nächsten Fahrzeugwechsel auf einen BEV umzusteigen. Derzeit nutzen 6 Prozent der Befragten ein rein elektrisches Modell.

Dieses trotz allem deutlich gestiegene Interesse ist insofern wichtig, weil Firmenfahrzeuge seit einigen Monaten den wichtigsten Neuwagen-Absatzkanal stellen. Der Gewerbekundenmarkt hat den Privatkundenmarkt nach Stückzahlen überrundet. Die Einstellung der Flottenmanager und der Dienstwagenfahrer ist damit sehr relevant für die weitere Verbreitung des Elektroantriebs.

Nicht ganz so deutlich wie beim Umstieg auf BEV, aber deutlich messbar, ist das Interesse der Dienstwagenfahrer am Plug-in-Hybrid gewachsen. Während derzeit 17 Prozent ein Auto mit Zwitterantrieb nutzen, könnten sich beim Modellwechsel 24 Prozent einen PHEV als wahrscheinlichste Antriebsart vorstellen. Folglich geht das Interesse am Verbrenner deutlich zurück: 21 Prozent wollen einen Benziner wählen (bisher 28 %) und nur noch 35 Prozent einen Diesel (bisher 49 %).

E-Dienstwagen fahren weniger als Verbrenner

Allerdings scheinen die E-Auto-Fahrer grundsätzlich nicht die gnadenlosen Langstreckenfahrer zu sein: Im Schnitt werden mit den Verbrennerfahrzeugen in der Flotte 31.400 Kilometer zurückgelegt. Bei den E-Fahrzeugen (BEV + PHEV) sind es dagegen nur 22.700 Kilometer, hat die DAT herausgefunden.

Welchen Dienstwagen es letztlich aber für den berechtigten Mitarbeiter gibt, hängt neben den Wünschen des Fahrers auch von den Richtlinien des Unternehmens (Car Policy) ab – bis hin zur vorgeschriebenen Nutzung eines E-Fahrzeugs. Im ersten Halbjahr 2023 wurden laut der DAT rund 480.000 Pkw in den Firmenfuhrparks zugelassen. Davon waren 25 Prozent rein batterieelektrisch und 8 Prozent PHEV-Pkw.

Was passiert ohne staatliche Förderung?

Überlagert wird die grundsätzlich gestiegene Bereitschaft zum elektrifizierten Dienstwagen jedoch vom Auslaufen der staatlichen Förderung in wenigen Wochen. Dies werde einen Einfluss auf den nächsten Dienstwagen haben, sind sich 60 Prozent der BEV-/PHEV-Fahrer und 33 Prozent der Verbrennerfahrer sicher.

Allerdings ist die Subvention des Kaufpreises ja nicht die einzige Förderung – auch die für Dienstwagenfahrer bessere Versteuerung ist wesentlich. Bei einem BEV müssen sie nur 0,25 Prozent des Listenneupreises versteuern (0,5 % beim PHEV). Für 53 Prozent der befragten Dienstwagenfahrer ist dieser verminderte Satz tatsächlich ein wesentliches Argument für die Wahl eines E-Modells.

Zu beachten ist zudem, dass Dienstwagenfahrer generell eher privilegiert leben – zumindest was ihre Lademöglichkeiten angeht. 60 Prozent der Elektroautofahrer können oder könnten zu Hause laden, 74 Prozent können es am Arbeitsplatz und die Mehrheit könnte zu Hause auch eine Wallbox nutzen oder installieren. Bei den Dienstwagenfahrern mit Verbrennern sind die Werte deutlich schlechter. Die Wahl der Antriebsart ist also immer noch eine Frage der Praktikabilität.

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