Datenfutter für den Aftermarket: Caruso geht online

Autor Jakob Schreiner

Die Onlineplattform Caruso soll helfen, den freien Reparaturmarkt in die digitale Zukunft zu führen. Jetzt hat das Ismaninger Unternehmen einen weiter Schritt geschafft: Der Datenmarktplatz ist online - der Zugang ist aber vorerst exklusiv.

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Der Marktplatz-Launch wurde mit knapp 200 Vertretern des internationalen Aftermarket am 16. November in Kaiserslautern gefeiert.
Der Marktplatz-Launch wurde mit knapp 200 Vertretern des internationalen Aftermarket am 16. November in Kaiserslautern gefeiert.
(Bild: Michael Jordan)

Ab sofort werden auf der Onlineplattform Caruso die ersten Daten und Mobilitätsservices angeboten und nachgefragt. Mit an Bord sind bereits jetzt Informationen der initialen Partner, darunter Bosch, Continental, ZF, Schaeffler oder Carat, teilte das Unternehmen am Montag in Kaiserslautern mit. Auch BMW ist seit dem Launch dabei, mit weiteren Autoherstellern steht Caruso in konkreten Verhandlungen. Bislang können die Informationen aber nur exklusiv von den teilnehmenden Partner abgerufen werden, sagte die zuständige Pressesprecherin auf Nachfrage von »kfz-betrieb«. Grundsätzlich sei Caruso aber eine offene Plattform bei der sich jeder Interessent – ob Datenlieferant oder Datennutzer – Zugang verschaffen kann. Dazu muss man sich einem „Onboarding“-Prozess unterziehen, dessen Komplexität und Dauer vom jeweiligen Nutzer und vom Umfang der anzubindenden Daten abhängig ist.

„Alle Teilnehmer des Automotive Aftermarket sind auf fahrzeugbezogene Daten angewiesen“, sagt Alexander Haid, Geschäftsführer der Caruso GmbH. Gerade wenn man im digitalen Zeitalter mit den „Big Playern“ mithalten wolle, müsse man vorhandene Daten intelligent miteinander verknüpfen. „Genau hier setzen wir mit Caruso an“, so Haid weiter.

Der Caruso Datenmarktplatz verknüpft Daten von teilnehmenden Telematik-Anbietern sowie Teile- und Automobilhersteller und bündelt verschiedene Prozesse über die Plattform. Als einer der ersten Anwendungsfälle lässt sich der Kilometerstand eines Fahrzeugs mit den Repair-and-Maintenance-Informationen (RMI) verknüpfen, den technischen Daten für Kfz-Reparatur, Mechanik, Wartung und Diagnose, sowie mit dem Terminbuchungssystem von Werkstattketten. Dadurch weiß der Flottenmanager im Voraus, wann bei welchem Fahrzeug die nächste Inspektion ansteht und kann über die Plattform einen Werkstatttermin buchen. Die Werkstatt ist durch die RMI-Daten in der Lage, die laut Serviceplan fälligen Teile zu bestellen – wenn der Teilehändler ebenfalls angebunden ist, sogar automatisiert über Caruso.

Die konkreten Anwendungsmöglichkeiten sollen sukzessive ausgebaut werden und später zum Beispiel den Schutz vor manipulierten Kilometerständen und eine Remote-Diagnose ermöglichen. Ebenso könnten künftig Versicherungen über Caruso etwaige Kaskofälle (zum Beispiel eine Steinschlagreparatur) nach der Zustimmung des Fahrers direkt mit der Werkstatt regeln.

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