Presse Dekra-Chef glaubt nicht so richtig an Verbrenner-Aus

Von Jens Rehberg

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Im Gespräch mit einem Motor-Magazin sieht Guido Kutschera der allgemein gehypten Elektro-Transformation gelassen entgegen. Er hält auch einen „Plan B“ für möglich.

Guido Kutschera ist Dekra-Deutschland-Chef und zugleich Vorsitzender der Geschäftsleitung der Dekra Automobil GmbH.(Bild:  Thomas Kueppers/Dekra)
Guido Kutschera ist Dekra-Deutschland-Chef und zugleich Vorsitzender der Geschäftsleitung der Dekra Automobil GmbH.
(Bild: Thomas Kueppers/Dekra)

Die Dekra stellt sich darauf ein, dass auch nach dem von der EU beschlossenen Verbrennerausstieg bei Neuwagen 2035 noch solche Fahrzeuge gebaut werden. Dekra-Chef Guido Kutschera zeigte sich im Interview mit der „Auto Motor und Sport“ (aktuelle Ausgabe 25/2022) skeptisch, dass das Verbrennerverbot durchsetzbar ist. „Wenn wir nur einfach sagen: 'Es werden keine Verbrenner mehr gebaut', aber dann die nötige Infrastruktur nicht haben, dann ergibt es keinen Sinn, die Produktion von Verbrennern einzustellen“, sagt Kutschera. Zwischen Theorie und Praxis sei oftmals ein himmelweiter Unterschied.

Manchmal habe man das Gefühl, „alle haben auch einen Plan B, falls es doch nicht so schnell mit der Infrastruktur vorangeht.“ Deshalb werde die Dekra das Verbrenner-Knowhow pflegen und darin weiter Fachleute ausbilden, so der Manager. „Wir werden jetzt nicht hingehen und sagen: 'Es werden keine Verbrenner mehr gebaut, deshalb schmeißen wir unsere Messausrüstung weg und bilden unsere Leute nicht mehr auf Verbrenner aus.'“ Weil das Durchschnittsalter des Fuhrparks seit Langem steigt, werde es in Deutschland „auf absehbare Zeit Mischverkehr“ geben. „Es steht uns ein Riesenwandel bevor, der aber dauert“, sagt Guido Kutschera.

Batterietest in 15 Minuten

Nichtsdestotrotz erwartet der Chef der Sachverständigenorganisation einen starken Trend in Richtung Elektromobilität – darauf bereite man sich vor. Unter anderem führt die Dekra derzeit bei einigen Großkunden ein selbst entwickeltes Batterieschnelltestverfahren ein. „Der Test dauert nur 15 Minuten, und Sie brauchen nur eine sehr kurze Strecke von rund 100 Metern zu fahren.“ Dann könne man über den Zustand der Batterie sehr präzise Aussagen machen. Auf längere Sicht ist sich Kutschera sicher, dass sich auch die HU mehr in Richtung Elektromobilität weiterentwickeln wird.

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