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DeLorean: Blickfang im Liqui-Moly-Kalender 2019

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Unglaubliche 499,9 Meilen zeigt der Tacho eines von Rudolf Polzers Findlingen. Dennoch darf man den Zustand dieses DeLorean als überholungsbedürftig bezeichnen. Gut 35 Jahre in einem mehr oder minder feuchten Eck abgestellt – das hinterlässt einfach seine Spuren. Anders sieht die Sache aus, wenn das gute Stück zwar ebenso lange, dafür aber in einem top klimatisierten Museum abgestellt war. So wie ein anderes Exemplar aus Polzers Sammlung. Kaum minder beeindruckende 1.877 Meilen weist der Tacho dieses im Prinzip neuwertigen DMC-12 auf. Alles ist so bzw. dürfte so sein, wie der Wagen einst das Werk verließ. Sämtliche Aufkleber pappen da, wo sie die irischen Arbeiter einst positionierten. Im Radioschacht steckt ein DeLorean-Radio, die Fußmatten sind jungfräulich und auch sonst gibt es keine Spuren der Zeit.

Quasi neu und doch überholungsbedürftig

Polzer hat noch einen solchen „Beinahe-Neuwagen“. Lachhafte 343 Meilen hat der bis dato unter seine nunmehr steinharten Goodyear-Reifen gebracht. Hinter dem Fahrersitz stecken noch die originalen Folien, die man im Werk in Dunmurry einst als Schutz auf die Auslegeware des zumindest optisch futuristischen Wagens geklebt hatte. Die bekommt ein potenzieller Käufer selbstverständlich mit dazu. Denn eines ist dem vom DeLorean-Virus befallenen Kunstexperten durchaus bewusst: Auf immer und ewig braucht kein Automobilfan neun Ausgaben von ein und demselben Modell. So ist Polzer bereit, sich von den meisten seiner Schützlinge zu trennen. „Aber nur in einem ordentlichen, sprich revidierten Zustand“, betont er. Mehr unter www.delorean-polzer.de.

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Dass es dahin oftmals ein weiter Weg ist, liegt keineswegs an der verbauten englischen Elektrik oder dem verwendeten französischen V6-Motor. Nein, es ist vor allem das schicke, matte Blechkleid, das DeLorean-Besitzer und -Verkäufer verzweifeln lässt – nicht ohne Grund hat der eine oder andere sein Modell mittlerweile lackieren lassen. Hierbei eine „hübsche“ Oberfläche hinzuzaubern ist keine große Kunst. Das sieht im Fall der gebürsteten Edelstahlbleche schon komplett anders aus. „Es gibt da einen Engländer“, berichtet Rudolf Polzer, „der entfernt Dellen, Beulen und Kratzer aus den VA-Blechen. Bei ihm steht aber im Prinzip die komplette DeLorean-Welt Schlange. Einen Termin bekommt man selbst für Geld und gute Worte nicht.“

Goldschmiedin bringt Edelstahlautos in Schuss

Deshalb suchte der Kunstkenner nach einer Alternative und fand sie in Form von Anna Hirt aus dem oberfränkischen Creussen. Frau Hirt hat zwar beruflich mit Autos so viel bzw. wenig am Hut wie Polzer selbst, bringt als Goldschmiedemeisterin jedoch reichlich Know-how im Umgang mit Metallen im Allgemeinen und dem Ausführen filigraner Arbeiten im Speziellen mit. Ach so: Einen DeLorean besitzt Frau Hirt und ihr Ehegatte zufällig auch noch. Und nachdem auch sie für eine Verschönerung ihres DMC-12-Blechkleids niemanden fand, brachte sie sich entsprechendes Wissen und nötige Fähigkeiten kurzerhand selbst bei. Denn allein schon beim Entfernen von Dellen streicht jeder bekannte Smart-Repair-Profi im Fall der dünnen, aber „harten“ Edelstahlbleche die Segel, vom perfekten Bürstenschliff dieser ganz abgesehen. Ihr Faible für die amerikanische Flunder teilt die Schmuckexpertin übrigens auch mit anderen: Sie hat sogar eine eigene DMC-Kollektion ins Leben gerufen. Wer also gerne von „Zurück in die Zukunft“ und dem automobilen Hauptdarsteller träumt, sich diesen aber nicht leisten kann oder will, der findet unter www.anna-hirt.de vielleicht das passende Schmuckstück als Alternative.

Polzers Schmuckstück von Sammy Davis Jr. können Werkstattmitarbeiter und andere übrigens im kommenden Jahr bewundern. Wenn auch nicht jeder in echt, so doch auf Papier gedruckt. Genauer gesagt, wenn man den Monat April des kommenden Liqui-Moly-Kalenders aufschlägt: Dort dient der DeLorean als Hintergrundmotiv. Die Gelegenheit dazu bot sich für seinen Besitzer in Form eines Aufrufs des Ulmer Additiv- und Schmierstoffspezialisten. Der hatte nämlich in diesem Jahr erstmals einen „Startplatz“ in seinem Druckwerk verlost. Bewerben konnten sich Besitzer eines außergewöhnlichen Automobils. Das ließ sich Rudolf Polzer nicht zwei Mal sagen – fehlender Flux-Kompensator hin oder her.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group