Neuwagen Der Absatz legt in allen Kundensegmenten zu

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Neuwagenverkaufszahlen haben zuletzt deutlich angezogen. Der Aufschwung hat viele Ursachen. Einer davon verdeutlicht allerdings, dass der Markt noch weit von der einstigen Normalität entfernt ist.

Das April-Wachstum des deutschen Neuwagenmarkts ist das Ergebnis eines Zulassungswachstums in allen Kundensegmenten.(Bild:  BMW)
Das April-Wachstum des deutschen Neuwagenmarkts ist das Ergebnis eines Zulassungswachstums in allen Kundensegmenten.
(Bild: BMW)

Das kräftige Wachstum des deutschen Neuwagenmarkts im April um 19,8 Prozent resultiert aus einem höheren Absatz in allen Kundengruppen. Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce weisen allerdings die beiden zentralen Vertriebskanäle „Privatkunden“ und „Gewerbekunden“ die geringsten Zuwachsraten auf.

Dazu kommt, dass die Neuzulassungen im April von einem kalendarischen Effekt erheblich profitiert haben: Da die Ostertage bereits im März lagen, hatte der April drei Arbeitstage mehr als der Vorjahresmonat. Rechnet man diesen Effekt heraus, schrumpft das Wachstum auf 9,2 Prozent. Unter dem Strich bleibt es das beste Neuzulassungsvolumen seit dem April 2019, das aber immer noch 27 Prozent unter dem damaligen Marktvolumen liegt.

Erfreulich ist, dass die zuletzt nur unterdurchschnittlichen Privatkunden-Zulassungen im April mit dem allgemeinen Marktwachstum mithalten konnten. In diesem Segment kletterten die Pkw-Neuanmeldungen um 20,8 Prozent. Dabei ist der Absturz der Elektrokäufe in diesem Segment gestoppt, der BEV-Anteil liegt bei 14 Prozent – was im Vergleich zu den 30 Prozent vor dem Förderstopp dennoch eine andere Liga ist. Interessant ist, dass sich laut Dataforce immer mehr Privatkunden für die nur von Importeuren angebotenen Vollhybride entscheiden. Mittlerweile liegt deren Marktanteil bei 6 Prozent, Plug-in-Hybride liegen dagegen bei 3 Prozent.

Die niedrigste Zuwachsrate hat im April das Gewerbekundensegment. Die Flotten- und Firmenzulassungen legten laut Dataforce um 15,3 Prozent zu. Das bedeutet dennoch einen neuen Monatsspitzenwert bei 82.533 Neuzulassungen. Damit fließen weiterhin mehr Neuwagen an gewerbliche Kunden als an Privatkäufer (80.558 Einheiten im April). Zum Vergleich: Im April 2019 waren noch 120.000 Neuwagen an Privatkunden übergeben worden.

Weiterhin stark wachsen die Neuzulassungen der Autovermieter. Dieser Kanal legte im April um 25,4 Prozent zu. Ähnlich stark kletterten die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure (+24,5 %). Die taktischen Zulassungen des Handels blieben etwas zurück (+21,7 %). Elektro-Zulassungen spielten in diesen Segmenten nur eine untergeordnete Rolle: Ihr Marktanteil lag bei etwa 8 Prozent.

Transportermarkt wächst überproportional

Mit den Transporter-Neuzulassungen ging es im April 2024 steil nach oben. Die von Dataforce gesondert betrachteten leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities legten im 27,8 Prozent zu – und liegen damit deutlich über der allgemeinen Marktentwicklung. Ein wesentlicher Treiber waren dabei die Gewerbekunden: Sie brachten 35,9 Prozent mehr Transporter auf die Straßen als noch im April 2023, nämlich insgesamt knapp 23.000 Einheiten. Ebenfalls sehr interessiert an Transportern als Pkw-Varianten und Wohnmobilen waren die Privatkunden: 9.484 Neuzulassungen entsprechen einem Zuwachs um 25,8 Prozent.

Anders als im Gesamtmarkt stagnierten die Vermieterzulassungen im April bei rund 4.700 Einheiten. Sogar ein Rückgang ist für die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure zu verzeichnen (-35 %). Durch das kleine Volumen in diesem Segment schwanken die Zahlen allerdings oft stark. Der Handel hat dagegen seine Eigenzulassungen im Bereich der Transporter deutlich ausgebaut (+45 %).

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