Vom A4 zum A5: Der Generationswechsel ist mehr Feinschliff als Feuerwerk. Genau das dürfte Dienstwagenfahrern gefallen: ein unaufgeregter Kombi für lange Etappen, aber mit einigen Schwächen.
Der Name hat sich bekanntermaßen geändert, mit seinen Eigenschaften bleibt der A5 (ehemals A4) aber der Freund der viel reisenden Business-Kundschaft.
(Bild: Mauritz – VCG)
Die Mission ist klar und damit der Weg für das Fahrzeug auch abgesteckt – alles keine Überraschung: Der neue A5 Avant tritt das Erbe des A4 an. Das Auto ist in den Abmessungen etwas gewachsen und optisch moderner gestaltet, hinsichtlich seiner inneren Werte aber vertraut geblieben.
Neu: Die eingebaute Mildhybrid-Technologie und eine Bremsregelung, die Rekuperation und mechanische Bremse nahtlos verbindet, sorgen für ein Plus an Unterstützung im Fahreralltag. Dabei verändern sie den gewohnten Charakter des Fahrzeugs nicht. Der Auftritt bleibt bewusst dezent, genau die Art von Understatement, das vielen Businesskunden Recht ist. Riesig ist der Unterschied zum Vorgänger also nicht, aber fein. Passend für Vielfahrer, denen Verlässlichkeit wichtiger ist als manches technologische Experiment.
Der 2,0‑Liter‑Diesel mit 48‑Volt‑Unterstützung fährt zügig an, bleibt leise und gelassen. Der Reihen-Vierzylinder mit 150 kW/204 PS und 400 Newtonmetern liefert guten Durchzug. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet gewohnt unauffällig im Hintergrund.
Der Sprint von null auf hundert gelingt laut Hersteller in 6,9 Sekunden. Bei Langstreckenfahrten auf der Autobahn herrscht eine niedrige Geräuschkulisse bis zur Höchstgeschwindigkeit von 236 km/h.
Durstiger als der Hersteller verspricht
Beim Verbrauch bleibt die Praxis aber spürbar über den Herstellerangaben: Im Test ergaben sich bis zu 6,8 Liter auf hundert Kilometer. Der Hersteller verspricht 5,2 bis 5,9 Liter. Reichweiten von um die 900 Kilometer bleiben aber dennoch realistisch. Im Stadtverkehr wirken die Übergänge zwischen elektrischer Unterstützung und Verbrenner gelegentlich hakelig. Wer meist lange Strecken auf der Autobahn fährt, wird davon weniger mitbekommen.
Gerade bei Langstreckenfahrten liegt das Fahrzeug satt auf der Straße. Die serienmäßige Progressivlenkung ist präzise, wirkt aber spürbar geregelt.
Nahtloses Bremsen und Rekuperieren
Positiv ist das Bremsgefühl: Die Energierückgewinnung verschmilzt nahtlos mit der mechanischen Bremse. Der Fahrer spürt keinen Unterschied zwischen beiden Systemen, was im Alltag Komfort bedeutet. Akustisch bleibt der A5 auch bei Richtgeschwindigkeit dezent.
Das große gekrümmte Display macht Eindruck, die Sprachbedienung hilft zuverlässig weiter. In der täglichen Nutzung zeigt sich jedoch, dass Audi stark auf Touchbedienung setzt. Viele Funktionen liegen im Zentralbildschirm, klassische Rundinstrumente fehlen.
Die Menüführung wirkt in Teilen textlastig und weniger symbolgeführt, man muss öfter lesen statt intuitiv zu tippen. Gerade in Untermenüs fehlen oft Symbole zur Orientierung. Weißer Text auf schwarzem Hintergrund dominiert in der Anzeige. Das erinnert an die monochrome Bildschirmdarstellung von Arbeitsplatzcomputern in den 1980er-Jahren. Die Lenkradtasten reagieren teils hochsensibel, wodurch beim Lenken ungewollte Aktionen ausgelöst werden können. Auch die Bedienelemente im Türbereich sind berührungsempfindlich ausgelegt und hakelig in der Anwendung.
Zeitlos oder aus dem letzten Jahrzehnt?
In unserem Testwagen traten zudem vereinzelt Abbrüche bei der kabelgebundenen USB‑Verbindung auf. Der Materialeindruck ist oben wertig, unterhalb der Gürtellinie aber einfacher gehalten. Klavierlackflächen in der Mittelkonsole ziehen Staub und Fingerabdrücke an, die braune Lederausstattung wirkt je nach Geschmack zeitlos oder etwas aus dem letzten Jahrzehnt.
Vorne bietet der A5 viel Platz, eine gute Sitzposition und einen leisen Innenraum. Hinten kostet die abfallende Dachlinie Kopffreiheit, die breite D‑Säule schränkt die Übersicht nach hinten deutlich ein. Der Kofferraum fasst zwischen 448 und 1396 Liter, für einen Kombi dieser Klasse eher durchschnittliche Werte. Die hohe Innenladekante von rund zehn Zentimetern erschwert das Entladen schwerer Gegenstände. Einen doppelten Ladeboden gibt es nicht, die 48‑Volt‑Technik nimmt Stauraum unter dem Boden weg. Die Türgriffe zum Heranziehen der Fahrertür liegen im Sitzen etwas ungünstig. Insgesamt zeigt sich: Für Fahrer und Beifahrer ist der A5 sehr komfortabel, beim Nutzwert und der Übersicht muss man Abstriche machen.
Stand: 08.12.2025
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Die Assistenzsysteme sind echte Helfer – werden also ihrer Aufgabe exakt gerecht, die Grundausstattung ist solide. Viele sinnvolle Erweiterungen wie Abstandsregeltempomat, 360‑Grad‑Kamera oder Head‑up‑Display stecken jedoch in Zusatz-Paketen. Wer einen maximal entspannten Reisebegleiter mit Spurwechselassistent und vorausschauender Geschwindigkeitsregelung haben will, muss also investieren. Insgesamt bietet der A5 also ein hohes Sicherheitsniveau, das aber seinen Preis hat.
Preislich bei der Oberklasse angeklopft
Die Grundpreise liegen im oberen Mittelfeld, die Paketpolitik lässt die Endsumme schnell steigen. Unser Testwagen klopfte mit einem Endpreis von 82.680 Euro schon in der Oberklasse an. Im Gegenzug bietet der A5 Langstreckenqualität, stabile Assistenz und ein modernes Anzeige- und Update‑Konzept über Mobilfunk, allerdings mit Schwächen. Im Wettbewerbsumfeld punktet der A5 mit Ruhe, Reichweite und Souveränität. Beim Nutzwert und bei der Bedienhaptik liegen andere teils vorn.
Fazit: Der A5 Avant TDI Quattro ist für Vielfahrer im Business‑Kontext gemacht, die Diskretion, Stabilität und Reichweite über Showeffekte stellen. Er liefert genau diesen feinen Unterschied: ein sehr ruhiger, sicherer und moderner Reisekombi, der seine Stärken im täglichen Pendel- und Autobahneinsatz ausspielt. Wer maximale Intuitivität bei der Bedienung, viel Kopffreiheit im Fond oder den größtmöglichen Laderaum sucht, hat aber Alternativen. Für den typischen Dienstwagenfahrer gilt: Riesig ist der Unterschied zum Vorgänger nicht, aber fein. Die Kunst der Unauffälligkeit beherrscht der neue A5.