1950er Bulli Der Fischweiherschuppenfund

Von Steffen Dominsky 5 min Lesedauer

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Er ist ein feststehender Begriff in der Oldtimerszene: der Scheunenfund. Dieser hier ist ein ganz besonderer. Nicht nur weil das Fahrzeug, das man fand, das letzte halbe Jahrhundert ein Leben als Fischereihütte hatte. Sondern auch, weil mit ihm eine kleine Sensation zu Tage kam: einer der ältesten VW-Busse der Welt.

Aus seinem Fischereiweiher-Dornröschenschlaf gehoben: einer der ältesten VW Bullis, die es weltweit heute noch gibt.(Bild:  Ascari)
Aus seinem Fischereiweiher-Dornröschenschlaf gehoben: einer der ältesten VW Bullis, die es weltweit heute noch gibt.
(Bild: Ascari)

Für die Bewohner der sogenannten Ostzone war er es ereignisreicher Tag, schließlich bekamen die an jenem 8. November 1950, auf der konstituierenden Sitzung der Volkskammer, mit Otto Grotewohl ihren ersten Ministerpräsidenten und gleichzeitig die Deutsche Demokratische Republik ihre erste die Regierung. Und auch für Paul Braun war es ein äußerst wichtiger Tag. Denn genau an diesem Freitag holte der Westdeutsche etwas ab, was ihn für die kommenden zwei Jahrzehnte fast täglich begleiten würde – und auch noch darüber hinaus.

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Gerade einmal sechs Tage hatte es gedauert, da hatte das Volkswagenwerk in Wolfsburg den Kastenwagen vom Typ 21A ausgespuckt und zum Auslieferungshändler Krauss nach Nürnberg verschifft. Hier durfte Braun sein neues Arbeitsgerät in Empfang nehmen und es in seine 75 Kilometer entfernte neue Heimat Uffenheim überführen. Hier, genauer gesagt in der Schlossstraße 13, betrieb er einen kleinen Fachhandel für Stahlwaren. Und jenes Fahrzeug, im VW-Jargon Typ 2 genannt (Typ 1 war der Käfer) und aufgrund der Tatsache, dass es die erste Generation Typ 2 war, „T1“ getauft, war für den Handwerker sein künftiges Mittel zum Zweck.