Besitzumschreibungen Der Gebrauchtwagenmarkt stürzt im September erneut ab

Von Andreas Grimm

Anbieter zum Thema

Gebrauchtfahrzeuge sind weiterhin rar. Im September blieb die Zahl der Pkw-Umschreibungen wieder deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch in anderen Fahrzeugklassen geht wenig. Allerdings meldet eine Gebrauchtwagenbörse einen Hoffnungsschimmer.

Der Gebrauchtwagenmarkt ist weiterhin in der Krise. Im September waren die Pkw-Umschreibungen um 18 Prozent rückläufig. (Bild:  Schreiner – »kfz-betrieb«)
Der Gebrauchtwagenmarkt ist weiterhin in der Krise. Im September waren die Pkw-Umschreibungen um 18 Prozent rückläufig.
(Bild: Schreiner – »kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat im September seinen steilen Abwärtstrend nicht stoppen können. Wie aus einer Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, fanden im vergangenen Monat noch 477.750 Pkw einen neuen Halter. Das waren 18,3 Prozent weniger als September 2021. Damit ist der Gebrauchtwagenmarkt den siebten Monat in Folge im Rückwärtsgang. Das letzte leichte Plus hatten die Statistiker im Februar festgestellt.

Seit Jahresstart ist der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt damit um 16,8 Prozent rückläufig. Insgesamt registrierte das KBA seit Jahresstart gut 4,28 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen. Ein kleiner Trost für den Handel sind die weiterhin steigenden Preise für Gebrauchte: Laut dem aktuellen Mobile.de-Autobarometer liegt der durchschnittliche Angebotspreis für einen Gebrauchtwagen auf der Plattform inzwischen bei 32.485 Euro. Das sei ein neuer Höchstwert und ein Plus von 17,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Möglicherweise ist auch auf der Angebotsseite die Talsohle erreicht. Laut Mobile.de ist die durchschnittliche Anzahl an inserierten Gebrauchtwagen um 5,7 Prozent gestiegen. Ob die Entspannung beim Handel ankommt, wird sich erst noch zeigen. Allerdings sind zuletzt die Pkw-Neuzulassungen gestiegen. Es könnten also wieder vermehrt Leasingrückläufer oder Inzahlunggaben auf den Höfen landen. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sieht jedenfalls „den Automarkt trotz Wachstum weiter im Krisenmodus“.

Auf jeden Fall sind die Besitzumschreibungen jenseits der Pkw ebenfalls noch im Krisenmodus. Für die Lkw-Umschreibungen weist das KBA einen Rückgang um 11,4 Prozent aus – nachdem sich die Lage im Vormonat zunächst entspannt hatte. Im gesamten Jahresverlauf liegen die Lkw-Umschreibungen mit 283.000 Einheiten inzwischen exakt ein Neuntel hinter dem Wert des Vorjahreszeitraum zurück (-11,1 %).

Weniger dramatisch sind die Entwicklungen in den anderen Fahrzeugklassen. Bei den Zugmaschinen sanken die Umschreibungen im September um 5,4 Prozent (Jahr: 5,6 %). Das Bus-Segment verbuchte zuletzt zwar ein kräftiges Minus um 12,2 Prozent auf 419 Einheiten. Doch das schmale Segment zeigt sich sehr wechselhaft, im Gesamtjahr ist es sogar bislang 1 Prozent im Plus. Auch bei den Krafträdern ist der Rückgang im September zwar erheblich (-13,1 %), im Gesamtjahr mit -6,6 Prozent aber deutlich geringer als im Pkw- und Lkw-Segment.

(ID:48652641)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung