Neuwagen Der Gewerbekundenmarkt bricht weg

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Neuwagenmarkt rutscht immer mehr in eine Schieflage. Nicht nur, dass er absolut gesehen schrumpft. Im Mai zeigte sich auch, dass ein wesentliches Standbein wegbricht. Ein wenig profitabler Vertriebskanal ist dafür kräftig gewachsen.

Im Mai lief es mit den Neuzulassungen weniger gut. Vor allem der gewerbliche Markt schwächelte.(Bild:  Grimm – VCG)
Im Mai lief es mit den Neuzulassungen weniger gut. Vor allem der gewerbliche Markt schwächelte.
(Bild: Grimm – VCG)

Das Zulassungsminus von 4,3 Prozent klingt in diesen volatilen Zeiten schon vertraut – weniger normal ist allerdings die Entwicklung unter dem Deckmantel des Durchschnitts. Denn da zeigt sich, dass die zuletzt einzig verlässliche Stütze des Neuwagenmarkts einknickt: das Gewerbekundengeschäft. In diesem Marktsegment stürzten die Neuzulassungen im Mai um 16,3 Prozent ab, wie aus einer Auswertung der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht.

In absoluten Zahlen brachten die Firmen- und Flottenkunden 14.216 Fahrzeuge weniger zur Neuanmeldung als im Vorjahresmonat. In diese Entwicklung spielt sicherlich die Elektromüdigkeit hinein, da die Zahl der BEV-Zulassungen im Flottenmarkt gleich um 38 Prozent fiel. Aber auch Benziner (-9 %) und Dieselfahrzeuge (-13 %) hatten die Unternehmen seltener geordert. Hybride konnten als einzige Kraftstoffart mit 4 Prozent zulegen.

Demgegenüber ist das Privatkundengeschäft fast schon stabil. Im Mai sank die Zahl der privaten Neuzulassungen zwar um 1,3 Prozent. Doch das ist noch kein Signal, dass der leichte Aufwärtstrend in diesem Segment wieder zu Ende geht. Gleichwohl schlägt sich in den Zulassungszahlen nun endgültig nieder, wovor der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe schon länger warnt: Die seit Langem sinkenden Auftragseingänge machen sich in der Zulassungsstatistik nun deutlich bemerkbar.

Dass das Gesamtminus im Mai nicht deutlich stärker ausfiel, ist den Autovermietern zu verdanken. Avis, Sixt und Co. haben sich üppig mit Neuwagen eingedeckt. Sie ließen knapp 25 Prozent mehr Fahrzeuge zu als vor Jahresfrist (+24,5 %). Allerdings ist das Volumen der Autovermieter damit nun gerade mal auf dem Stand vor der Coronakrise angelangt. Dennoch lösen 34.900 Neuwagen einen Rekord aus: Der Anteil der Vermieter-Zulassungen am Gesamtmarkt erreichte im Mai mit 14,8 Prozent einen Höchststand, heißt es in der Dataforce-Analyse.

Erstaunlich ist, dass trotz der Absatzprobleme der Anteil der Eigenzulassungen durch die Hersteller und die Händler gleich bleibt. In beiden Mai-Monaten betrug ihr Anteil 21,8 Prozent, wobei die Händler etwas mehr Neuwagen zuließen (+2,8 %), während die Hersteller dieses taktische Mittel deutlich seltener nutzten (-18,2 %).

Transportermarkt legt leicht zu

Eine positive Entwicklung gibt es im Transportersegment, spricht der Verkaufszahlen der Utilities und leichten Nutzfahrzeuge. Diese Fahrzeuge verkauften sich im Mai – trotz des verhaltenen gewerblichen Geschäfts – minimal besser als im Mai des Vorjahres (+0,5 Prozent oder 240 Einheiten). Denn die Nachfrage der Hauptabnehmer blieb in diesem Bereich annähernd stabil: Der Gewerbekundenmarkt verlor 1,1 Prozent, während der Privatmarkt 2,8 Prozent zulegte.

Die beiden taktischen Segmente, der Fahrzeugbau (-49,8 %) und der Fahrzeughandel (+11,4 %), entwickelten sich dagegen komplett gegenläufig. Die Vermieter agierten wie im Vorjahr, sodass unter dem Strich wenig Bewegung ins Transportergeschäft kam. Bei der Antriebsart gab es dagegen einen klaren Schritt zurück zu traditionellen Kraftstoffen: Der Anteil der Dieselmodelle stieg (+6 %), während Elektromodelle extrem absackten (-51 %).

(ID:50061148)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung