Verkehrsprognose Der Gütertransport wird weiter wachsen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Auf Deutschlands Straßen geht es eng zu – und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Vor allem der Güterverkehr nimmt in den kommenden 15 Jahren weiter zu. Beim Auto scheint der Höhepunkt aber erreicht.

Auf Deutschlands Straßen könnte es noch enger werden. Das Bundesverkehrsministerium erwartet eine weitere Zunahme des Straßennutzung.(Bild:  ADAC)
Auf Deutschlands Straßen könnte es noch enger werden. Das Bundesverkehrsministerium erwartet eine weitere Zunahme des Straßennutzung.
(Bild: ADAC)

Der Lastwagen bleibt in den kommenden Jahren das dominierende Verkehrsmittel für den Transport von Gütern und das Auto das meistgenutzte Mittel für den Personenverkehr. Das geht aus einer umfassenden Verkehrsprognose für das Jahr 2040 hervor, die das Bundesverkehrsministerium nun vorgelegt hat.

Demnach steigt der Güterverkehr auf der Straße in den nächsten 15 Jahren um 34 Prozent. Ähnlich stark wird demnach zwar auch der Schienengüterverkehr wachsen. Allerdings wird derzeit nur ein Fünftel aller Güter über die Schiene transportiert. Der Bund will diesen Anteil bis 2030 auf ein Viertel erhöhen.

Auch der Personenverkehr wird der Prognose zufolge deutlich zunehmen – um acht Prozent auf mehr als 1,3 Milliarden Personenkilometer im Jahr 2040. Dahinter steckt nicht zuletzt ein weiteres Bevölkerungswachstum in Deutschland. Den größten Anteil an diesem Wachstum hat die Bahn: Der Personenverkehr auf der Schiene soll bis dahin um 60 Prozent wachsen, in der Luft um 30 Prozent, auf der Straße dagegen um ein Prozent auf gut 907 Milliarden Personenkilometer zurückgehen.

Auto bleibt das meistgenutzte Verkehrsmittel

Damit geht der Anteil des motorisieren Individualverkehrs zwar deutlich zurück, trotzdem „bleiben Auto und Motorrad aber mit Abstand beliebtestes Fortbewegungsmittel in Deutschland. Zwei Drittel der Wege werden damit zurückgelegt“, teilte das BMDV mit. „Der Verkehr in Deutschland wird deutlich zunehmen“, hieß es von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). „Um in Zukunft einen Verkehrsinfarkt zu verhindern, müssen wir weiter entschlossen handeln und in alle Verkehrsträger investieren.“

Bei der Verkehrsprognose handelt es sich um unterschiedliche langfristige Szenarien, die die Verkehrsentwicklung bis 2040 unter bestimmten Bedingungen abbilden. Die vorige Prognose bezog sich noch auf das Jahr 2030 und stammt aus dem Jahr 2014.

Auf Basis dieser Szenarien überprüft die Bundesregierung nun ihre Pläne zum Ausbau der Infrastruktur, die sogenannten Bedarfspläne für die einzelnen Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasser.

Damit stehen gleich zwei zentrale Ziele der Bundesregierung zur Disposition, die sie sich eigentlich schon für 2030 gesetzt hatte: die Verkehrsleistung im Personenverkehr auf der Schiene bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu verdoppeln sowie den Anteil des Schienengüterverkehrs am gesamten Transportaufkommen in Deutschland von derzeit rund einem Fünftel auf dann ein Viertel zu erhöhen.

Auch Klimaziel werden nach heutigem Stand wohl verfehlt. Zwar gehen die Autoren der Verkehrsprognose davon aus, dass die CO2-Emissionen im Verkehr bis 2040 um rund 77 Prozent sinken werden. Den Hauptanteil daran hätten, wenn denn die Nachfrage wirklich hochläuft, alternative Antriebsarten im Straßenverkehr. Trotzdem würde mit dieser Reduktion das im Klimaschutzgesetz verankerte Ziel verfehlt, die Emissionen bis 2040 im Verkehrsbereich um 88 Prozent zu senken.

Kritik von Verbänden

Doch dieses Vorgehen stößt bei vielen Verbänden auf Kritik. Sie fordern, die Infrastrukturplanungen und -investitionen an politischen Zielen auszurichten und nicht an Verkehrsentwicklungsprognosen. „Wer die Verkehrswende von den Zielen her denkt, ergreift ehrgeizige Maßnahmen und versteckt sich nicht hinter Vorhersagen“, teilte Dirk Flege mit, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene.

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