Neuzulassungen Der Handel kürzt die Eigenzulassungen radikal zusammen

Von Andreas Grimm

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Der Rückgang der Neuzulassungen im Juni hat die Absatzkanäle höchst unterschiedlich erfasst. Auffällig ist dabei, dass in einem Marktsegment die Zulassungszahlen sogar gestiegen sind.

Das Neuwagengeschäft bleibt schwierig. Neben den Autovermietern und dem Handel ließen im Juni aber auch die Privatkunden spürbar weniger Neuwagen zu.(Bild:  Seat)
Das Neuwagengeschäft bleibt schwierig. Neben den Autovermietern und dem Handel ließen im Juni aber auch die Privatkunden spürbar weniger Neuwagen zu.
(Bild: Seat)

Der Rückgang der Neuzulassungen um gut 18 Prozent hat im Juni einmal mehr viele Ursachen. Wie aus Zahlen der Marktforschung Dataforce hervorgeht, haben sich die Neuzulassungen nur im kleinsten Marktsegment – die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure – positiv entwickelt. Auf die Autobauer selbst entfielen knapp 16.800 Einheiten. Das war ein Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Gründe dafür nennt Dataforce nicht. Allerdings ist nicht von einer echten Trendwende auszugehen, wenn man sich die anderen „Sonderkanäle“ ansieht. Denn mit den Eigenzulassungen des Handels ging es im Juni steil bergab. Die Vertragshändler ließen 35,2 Prozent weniger Neuwagen auf ihren Namen zu als im Juni 2021. Es ist der bislang stärkste prozentuale Rückgang in diesem Jahr – allerdings hatte die Branche vor einem Jahr relativ viele Eigenzulassungen an den Start gebracht. Der Absturz fällt dadurch statistisch besonders stark aus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Neuzulassungen der Vermieter: Auch hier ist der Rückgang um 41,5 Prozent der höchste in diesem Jahr für dieses Marktsegment, nachdem ein Jahr zuvor die Zulassungszahlen ebenfalls gestiegen waren. Doch während damals noch Ware verfügbar war, mit der Autohandel und Vermieter ihre Bestände auffüllen konnten, sind derzeit weiterhin die Lieferengpässe der Autobauer das alles bestimmende Thema.

Entsprechend fällt der Rückgang der „unechten Geschäfte“ um knapp 32 Prozent annähernd doppelt so hoch aus wie der durchschnittliche Marktrückgang. Hersteller und Importeure konzentrieren sich mutmaßlich bei der Belieferung mit Neufahrzeugen weiterhin vor allem auf die Privat- und gewerblichen Kunden.

Markterholung wird immer unwahrscheinlicher

Allerdings fallen die Zahlen für den Privatmarkt im Juni erstmals in diesem Jahr deutlich schlechter aus als für das Gewerbekundengeschäft. Die Zahl der privaten Neuzulassungen sank laut Dataforce um 11,6 Prozent auf 80.000 Einheiten. Ob sich in dieser Entwicklung nun die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten niederschlagen, bleibt abzuwarten. Die Wirtschaftsberatung EY war in ihrer Marktkommentierung zuletzt jedenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass „für die erhoffte Erholung auf dem Neuwagenmarkt denkbar ungünstige Rahmenbedingungen“ herrschen.

Das gilt neben dem Privatmarkt natürlich auch für den gewerblichen Sektor. Diese Kundengruppe zeigte sich im Juni allerdings eher krisenfest. Die Zahl der Neuzulassungen sank nur um 5,8 Prozent. Vielleicht ist diese relativ gute Entwicklung auch ursächlich für die Stabilisierung des Diesel-Absatzes: Die Zulassungen der Selbstzünder fielen im Juni mit einem Minus von 19 Prozent das erste Mal seit Februar 2021 weniger stark als die Benziner-Neuzulassungen mit einem Rückgang von 22 Prozent.

Transportermarkt verliert ein Viertel

Zu den Verlierern im Juni gehörte der Transportermarkt. In dieser Sonderauswertung betrachtet Dataforce die Entwicklung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities. Den Zahlen zufolge ging es mit dem Transportermarkt zuletzt um 25,8 Prozent auf 36.610 Neuzulassungen abwärts. Das ist ein deutlich höherer Verlust als im Gesamtmarkt mit seinem Minus von 18 Prozent.

Die prozentual größten Verluste bei den leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities kamen durch die Autovermieter. Deren Zulassungen brachen um die Hälfte ein (–49,4 %). Im Transportersegment verlor auch der Privatmarkt kräftig (–27,7 %), während die Eigenzulassungen des Fahrzeughandels im Vergleich zum Gesamtmarkt fast schon moderat sanken (–21,0 %). Keine Ausnahme vom starken Rückgang machte zudem der gewerbliche Bereich (–19,3 %).

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