„Der Kfz-Servicemechaniker ist ein Erfolg“
Politik, Kfz-Gewerbe und Gewerkschaften in NRW ziehen nach fünf Jahren Bilanz: Die zweijährige Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker soll fortgesetzt werden. Weitere vier Jahre sind gesichert.
Seit 2004 können Jugendliche in Nordrhein-Westfalen die zweijährige Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker absolvieren. Nun haben das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW gemeinsam mit dem Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes und den Gewerkschaften auf einer Fachtagung in Düsseldorf eine positive Zwischenbilanz gezogen.
NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sagte in seiner Eröffnungsrede, dass der große Zuspruch für den Servicemechaniker auf die Konzeption der Ausbildung zurückzuführen sei. Der Kfz-Servicemechaniker sei mit nur zwei Jahren Ausbildungsdauer und Ausbildungsinhalten, die stärker die praktischen Arbeiten in einem Kfz-Betrieb betonen, attraktiv für Schüler mit schwächerem Schulabschluss. Gleichzeitig eröffne ihnen die Möglichkeit zur Überführung der Lehre in die Kfz-Mechatroniker-Ausbildung bereits in jungen Jahren Chancen für den beruflichen Aufstieg im Kfz-Gewerbe.
Servicemechaniker als Chance für Jugendliche und Betriebe
Der Erfolg des Berufs lasse sich an Zahlen festmachen: Zum Start 2004 habe es in Nordrhein-Westfalen gerade einmal 300 Ausbildungsverhältnisse gegeben. Heute seien im größten deutschen Bundesland fast 1.300 Jugendliche in der Ausbildung zu diesem Beruf. 40 Prozent der Kfz-Servicemechaniker würden von der Möglichkeit Gebrauch machen, nach erfolgreicher Gesellenprüfung zum Kfz-Mechatroniker durchzustarten, 85 Prozent davon in ihrem Ausbildungsbetrieb.
Der Vizepräsident des Kfz-Gewerbes NRW, Paul Laser, betonte, die Ausbildung biete nicht nur eine Chance für die jungen Menschen, sondern auch für die Betriebe. Schüler mit nicht so gutem Schulabschluss bekämen einen Einstieg in die Berufswelt. Der Betrieb könne sich mit der Ausbildung als Arbeitgeber für praktisch begabte Menschen profilieren und auf den demografischen Wandel vorbereiten. Das Kfz-Gewerbe in NRW unterstreiche mit dieser Ausbildungsmöglichkeit seine Rolle als attraktiver Ausbilder auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, betonte Laser.
Vier Jahre für den Feinschliff der Ausbildungsinhalte
Ein Garant für den Erfolg des Berufs gerade in Nordrhein-Westfalen war die Tatsache, dass dort (und auch in Schleswig-Holstein) die Politik den Auszubildenden die Möglichkeit zum Durchstieg zum Kfz-Mechatroniker garantiert: Wenn ein Servicemechaniker nach erfolgreicher Abschlussprüfung durchstarten will, aber kein Kfz-Betrieb ihm die Möglichkeit dazu bieten kann, springt das Arbeitsministerium ein. Allerdings musste diese Garantie in den vergangenen Jahren nur in den seltensten Fällen in Anspruch genommen werden.
Die Erprobungsverordnung zum Kfz-Servicemechaniker wäre planmäßig am 31. Juli nach fünf Jahren ausgelaufen. Angesichts des guten Resonanz auf diesen Ausbildungsberuf wird die Verordnung um weitere vier Jahre bis 2013 verlängert. Diese Zeit soll genutzt werden um herauszufinden, wie sich die Ausbildungsinhalte des Servicemechanikers optimal an die Ablaufstrukturen in einer Kfz-Werkstatt anpassen lassen. Paul Laser ist überzeugt: „Die Arbeit für den Kfz-Servicemechaniker ist in unseren Werkstätten vorhanden, sie muss nur sinnvoll im Zusammenspiel mit dem Kfz-Mechatroniker organisiert werden.“
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