Fahrbericht Der Kia Picanto ist erwachsen geworden

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Kleinstwagen sterben langsam aus. Ein Modell nach dem anderen verschwindet aus den Portfolios der Hersteller. Immerhin Kia hält an seinem Picanto fest, verpasst ihm zur Lebensmitte sogar ein kräftiges Update. Damit steigt das Sicherheits-Niveau – aber leider auch der Preis.

Erwachsen geworden: Dank der neuen Kia-Designsprache sieht der Picanto aus wie ein Großer.(Bild:  Kia)
Erwachsen geworden: Dank der neuen Kia-Designsprache sieht der Picanto aus wie ein Großer.
(Bild: Kia)

Der Picanto ist für Kia eine sichere Bank. Knapp 9.200 Exemplare wurden 2023 vom kleinen Fünftürer in Deutschland verkauft, das bedeutet im markeninternen Zulassungsranking Platz drei hinter der Ceed-Familie und dem Sportage. Der jetzt deutlich überarbeitete Picanto soll diesen Erfolg fortschreiben – mit einem neuen Look, mit Ausstattung fast wie ein Großer und mit einer erweiterten Phalanx an Assistenzsystemen. Die Preisliste beginnt bei knapp 16.700 Euro.

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Ein Frontkollisionswarner mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, der aktive Spurhalte- und Spurfolgeassistent, der intelligente Geschwindigkeitsassistent und der Müdigkeitswarner sind serienmäßig ab der Basisversion Edition 7 installiert. Ihr folgt die Version Vision unter anderem mit Sitzheizung vorn und beheizbarem Lenkrad.

Ab der Ausstattungsstufe Spirit kommen zum Beispiel der Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion und der aktive Totwinkelassistent dazu, plus Smart-Key, Klimaautomatik und einer induktiven Smartphone-Ladestation. Ganz oben steht Kia-typisch die GT-line mit sportlich orientierter Optik innen wie außen. Wer rein zufällig ein Fan des Farbtons Milky Beige Metallic ist, muss sich für die vermutlich bis zum Jahresende angebotene Spirit Launch Edition entscheiden, der Picanto GT-line Launch Edition ist in Adventure Grün Metallic zu haben.

Umfangreiche Ausstattung

Übrigens: Navigation mit sieben Jahren Karten-Updates, die Kia Connect-App mit diversen nützlichen Funktionen, eine Klimaanlage, die Freisprecheinrichtung, eine Rückfahrkamera, Licht- und Parksensoren und die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung haben alle Picantos an Bord. Wie gehabt lässt sich mit den feiner ausgestatteten Versionen noch eine ordentliche Portion Kleinstwagen-Luxus dazukaufen. Die Bedienung erfolgt weitestgehend und unproblematisch über das 8 Zoll große Display, die relevanten Fahrdaten werden auf dem digitalen Kombiinstrument im 4,2-Zoll-Format angezeigt.

Atemberaubende Werte sind dort nicht zu bestaunen, denn bei der Motorisierung gibt sich der kleinste Kia eher zurückhaltend. Die flotte 1.0 T-GDI-Version mit 100 PS haben die Koreaner längst aufs Altenteil geschickt. Übrig geblieben sind ein Einliter-Dreizylinder mit jetzt 46 kW/63 PS und ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 58 kW/79 PS. Die beschleunigen den Kleinen in 15,6 beziehungsweise 13,1 Sekunden auf 100 km/h und machen ihn 145 und 159 km/h schnell. Den Durchschnittsverbrauch gibt Kia mit 5,2 und mit 5,6 Liter je 100 Kilometer an. Das für beide Varianten statt des Fünfgang-Handschaltgetriebes angebotene automatisierte Schaltgetriebe (AMT) braucht jeweils rund einen Zehntelliter mehr. Die Version für Schaltfaule sollte nur wählen, wer stets zurückhaltend mit dem Gaspedal umgeht und sich mit den teils doch recht deutlichen Zugunterbrechungen beim Gangwechsel arrangieren kann.

Platz ist immer relativ

Picanto-Fahren ist trotz bescheidener Fahrleistungen nach wie vor eine vergnügliche Angelegenheit, speziell mit dem Handschalter. Die Motoren summen und brummen recht zurückhaltend vor sich hin, man sitzt gut auf dem erwachsen dimensionierten Gestühl und freut sich über das ansatzweise vorhandene Gokart-Gefühl im Kurvengeschlängel, die gut abgestimmte Lenkung und die geschmeidige Schaltarbeit.

Vorne reicht das Platzangebot locker aus, im Fond geht es natürlich eher eng zu. Und der Kofferraum? Auch wenn Kia stolz vom „Spitzenbereich der Klasse“ spricht: Vier (1.0-Liter-Antrieb mit Handschalter) oder fünf Sitzplätze auf jetzt 3,61 Metern Länge begrenzen das Ladeabteil nun mal zwangsweise. In Zahlen: Laut Hersteller sind es 225 bis 1.010 Liter, das sollte zumindest für den Wochenend-Einkauf reichen.

Aber jetzt kommt endlich das Kapitel, auf das Kia erkennbar ziemlich stolz ist. Die Designer haben dem Picanto nämlich ein Gesicht und eine Rückseite im aktuellen Markenlook verpasst. Der firmiert übersetzt unter dem Motto „Vereinte Gegensätze“ und das bedeutet im Fall des kleinsten Modells einen ziemlich großen Sprung von eher nett und ein bisschen putzig zu ganz schön erwachsen.

Vor allem die Versionen ab der Ausstattungsstufe Spirit mit ihrem markanten LED-Scheinwerfern und -Tagfahrlichtern kommen reichlich ungewohnt daher, in der GT-line setzen eine spezielle Lichtsignatur mit LED-Leuchtenbändern, ein vergrößerter Kühlergrill, ein Heckdiffusor und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen noch was drauf. Je nach Version sorgen dann auch noch die neuen Lackierungen in Signalrot, Smoke Blau Metallic und Adventure Grün Metallic für einen Aha-Effekt.

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All diese Neuheiten gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Unter 16.690 Euro für den Kleinen mit 63 PS geht gar nichts mehr, die 1,2-Liter-Version ist ab 17.990 Euro zu haben. Das automatisierte Schaltgetriebe schlägt mit 1.000 Euro zu Buche. Teuerste Version in der Preisliste ist der Picanto 1.2 AMT mit 79 PS als GT-line - er kostet 22.190 Euro.

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