»kfz-betrieb« Auto-Check Kia Picanto Schick, aber nicht immer der angenehmste Begleiter

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Der Kia Picanto ist ein schicker und gut ausgestatteter Kleinwagen. Man darf allerdings nicht zu viel von ihm erwarten. Besonders nicht auf der Autobahn. Seine Qualitäten spielt er eindeutig im Stadtverkehr aus.

Der Kia Picanto ist ein schicker Kleinwagen, dessen Qualitäten sich vor allem im Stadtverkehr zeigen.(Bild:  VCG - Mauritz)
Der Kia Picanto ist ein schicker Kleinwagen, dessen Qualitäten sich vor allem im Stadtverkehr zeigen.
(Bild: VCG - Mauritz)

Optisch ist der Kleinste in der Kia-Modellfamilie, der Picanto, gut gelungen. Mit dem für Kia typischen „Tigernose“-Design wirkt er kraftvoll und dynamisch. Eine optische Täuschung, wie sich herausstellt. Dennoch ist der Picanto keine Enttäuschung. Nach knapp 1.000 Kilometern mit dem Kleinwagen ist mein Fazit, dass der Kia Picanto auf allen Wegen ein guter Begleiter ist - aber nicht immer der angenehmste.

Der Kia Picanto ist in zwei Motorisierungen erhältlich: mit 45 kW/63 PS oder mit einem 1,2-Liter-Motor mit 58 kW/79 PS, der auf die Bezeichnung 1.2 MT hört. Kombiniert mit der Ausstattungsvariante GT-line Launch Edition stand mir die am besten ausgestattete Variante mit der höchsten Motorisierung in der Farbe „Adventure Green“ für 22.090 Euro zur Verfügung.

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Von wegen sparsam

Ein Adventure war es auf jeden Fall. Innerlich hatte ich mich schon darauf eingestellt, dass ich keine Geschwindigkeitsrekorde brechen würde; dafür aber bei sparsamem Verbrauch dahinrollen werde. Stimmt nicht ganz. Den vom Hersteller angegebenen Durchschittsverbrauch von 5,4 Liter auf 100 Kilometern habe ich nicht erreicht. Ich war aber auch vorwiegend auf der Autobahn unterwegs. Bei einem Tempo von 120 bis 130 km/h habe ich 6 bis 6,5 l/100 km gebraucht. Ist okay. Als ich dann doch keine Lust mehr auf Dahingleiten hatte und das Gaspedal durchgedrückt habe, hat der Picanto 170 km/h geschafft. Er wird dann aber ganz schön durstig: 9 bis 10 l/100 km zeigte das Display als Verbrauch an. Das wirkt sich natürlich auf die Reichweite aus. Laut Hersteller ist sie mit 660 Kilometer angegeben. Bei mir waren es nach dem letzten Tankstopp 495 Kilometer.

Wenn solche Zahlen im Display erscheinen, geht man schnell wieder vom Gaspedal. Denn der Tank ist nicht groß und ich hatte keine Lust auf viele Tankstopps. Aber Spaß macht er schon, der Kleine. Gut, er ist kein Beschleunigungswunder. Wenn's auf einer langgezogenen Strecke wie der Alb-Auffahrt auf der A8 bergauf geht, muss man schon einen Gang runterschalten. Aber auf ebener Strecke kann man gut mitschwimmen im Autobahnverkehr und kommt zügig voran.

"Ich kann sie nur schlecht verstehen..."

Gehörschaden inklusive. Der Picanto ist ein echter Dezibel-Rowdy. Ab 100 km/h ist er im Innenraum so laut, dass der Lautstärkeregler immer weiter nach rechts wandert. Telefonieren ist anstrengend. Ich dachte, ich könnte von unterwegs ein paar Telefonate führen. Rein theoretisch eine gute Idee. Ist aber für beide Seiten herausfordernd. „Ich kann Sie nur schlecht verstehen…“, war der am häufigsten gehörte Satz in den Gesprächen. Dabei zeigte das Display vier volle Balken, es war kein tiefer Wald in Sicht und ich habe die Lüftung ausgeschaltet, um alle Geräusche im Innenraum zu eliminieren - außer meiner Stimme.

Der Hersteller lobt den Kia Picanto als agiles Fahrzeug mit wendigem Fahrverhalten und kleinem Wendekreis, der das Einparken und Rangieren zum Kinderspiel machen soll. Mein subjektiver Eindruck war ein anderer. Okay, ich fahre privat einen Smart Fortwo, der sich gefühlt im Stand drehen lässt. Aber mit 10,2 Metern laut ADAC ist der Wendekreis beim Picanto auch nicht auffällig klein.

Punktabzug für den Kofferraum

Wo wir gerade bei dem Vergleich mit dem Smart sind, müssen wir noch über den Kofferraum sprechen: Der Picanto hat ein Kofferraumvolumen von 255 bis 1.010 Liter, beim Smart gibt es nur eine Zahl: 260 Liter. Vielleicht ist meine Erwartungshaltung zu hoch, wenn ich dann einen Kleinwagen mit Rückbank und Kofferraum teste, aber ich war überrascht, dass mein Trolley für die Dienstreise gerade mal so in den Picanto-Kofferraum gepasst hat. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Zu den Wettbewerbern des Kia Picanto zählt unter anderem der Fiat Panda. Den fährt eine Freundin - und wenn ich sehe, was die alles im Kofferraum transportiert, gibt es an dieser Stelle Punktabzug für den Picanto. Die Qualitäten des Picanto liegen eindeutig im Stadtverkehr. Da geht Telefonieren problemlos, der Spritverbrauch ist auf Herstellerniveau, mit umgeklappter Rückbank lassen sich auch größere Einkäufe bewältigen und optisch macht er sowieso eine gute Figur.

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