Man kann von Washington gerade halten, was man will. Aber zumindest aus Detroit kommen endlich wieder Traumwagen. Die neue Corvette ZR-1 jedenfalls gehört zum Besten, was Motown den Petrolheads zu bieten hat.
Die Corvette fährt, als wäre sie nicht von dieser Welt.
(Bild: Chevrolet)
Erst eine Designstudie in London, dann zwei weitere in Pebble Beach: Chevrolet stimmt die Kundschaft so langsam auf die nächste Generation der Corvette ein und bereitet sie sorgsam darauf vor, dass dann auch ein E-Motor ins Spiel kommen könnte. Doch während die Designer eine Zukunft suchen für den meistverkauften Sportwagen der Welt, stehen die Ingenieure mit beiden Beinen im Hier und Heute, legen noch einmal Hand an das aktuelle Modell und krönen die laufende Generation C8 mit einer neuen ZR-1. Wie immer bei diesem traditionellen Top-Modell haben sie dabei geklotzt und nicht gekleckert – und dieses Mal besonders dick aufgetragen.
Nicht nur, weil die ZR-1 mit den rasiermesserscharfen Finnen am Bug, den riesigen Nüstern in der Fronthaube, dem endlich wiederentdeckten Splitwindow über dem Motor und dem thekengroßen Flügel am Heck alle Blicke fängt und zudem 500 Kilo extra Abtrieb erzeugt. Sondern vor allem, weil sie – dem neuen Mittelmotor-Konzept sei Dank – zum ersten Mal Platz haben für zwei Turbos und den 5,5 Liter großen V8 damit nicht nur zum stärksten Achtzylinder in über 70 Jahren Corvette aufrüsten. 782 kW/ 1.064 PS machen das Kraftwerk mal eben zum stärksten V8, der in Amerika bis dato überhaupt in ein Serienauto gebaut wurde.
Das reicht der Corvette nicht nur zum US-Champion. Damit steigt die Mutter aller Muscle-Cars endgültig in die Liga der Hyper-Sportwagen auf – und zwar ganz ohne die heute gängige Hilfe eines Hybridantriebs. Kein Porsche 911 kann bei dieser Leistung mehr mithalten. Plötzlich spielen die Amerikaner auf Augenhöhe mit einem Lamborghini Revuelto oder dem neuen Ferrari Testarossa, die dafür aber auf die Unterstützung ihrer E-Maschinen angewiesen sind. Selbst der selige Bugatti Veyron hatte weniger Leistung.
Kein Wunder also, dass die Corvette fährt, als wäre sie nicht von dieser Welt. Zwar bleibt sie auch als ZR-1 der Kumpeltyp unter den Kraftmeiern und wirkt nicht so exaltiert, technokratisch und bisweilen sogar verkünstelt wie die europäische Elite. Doch jeder Gasstoß katapultiert einen in eine andere Dimension, jede Kurve gibt den nächsten Kick und wenn man in die Eisen steigt, fängt sie dann einen mit einer Karbon-Kette wieder ein. Amerikanische Highways jedenfalls waren nie langweiliger in einem US-Auto als in diesem 1.000 PS-Boliden und selbst für die engen, verwinkelten Canyons im Hinterland der Pazifikküste hat man in der Corvette nur ein Lächeln übrig.
XXL-Hinterreifen statt Allrad-Technik
Auch ohne Sperenzchen wie Allradantrieb oder gar Allradlenkung, sondern einfach nur mit einem bockharten Fahrwerk, einer ausgefeilten Aerodynamik und der Haftkraft von Hinterrädern im XXL-Format 345/21 schneidet die Corvette durch die Kurven und reitet auf Messers Schneide bis der Arzt kommt. Oder bis sich ihr ein Cop in den Weg stellt. Denn mit ihren mehr als 1.100 Nm beschleunigt die ZR-1 so mühelos, dass man schneller im Knast ist, als man Tempo 100 erreicht hat. Und das will bei einem Sprintwert von 2,3 Sekunden schon was heißen. Wie gut, dass auch die ZR-1 dem Targa-Dach die Treue hält: Mit zwei Handgriffen verschwindet das im Heck und der Fahrtwind sorgt zumindest für ein bisschen kühlen Kopf.
Oder man macht es gleich so, wie die Entwickler und bringt die ZR-1 dorthin wo sie hingehört: nach Deutschland. Denn es war auf dem Highspeed-Oval in Papenburg, wo GM-Chef Mark Reuss persönlich die Höchstgeschwindigkeit von 375 km/h erreicht hat. Und es musste natürlich auch der Nürburging sein, wo Ford ein paar Wochen vorher mit dem neuen Mustang GTD eine Bestzeit von 6:57 Minuten herausgefahren hatte. Als die ZR-1, die bislang immer den Spitznamen „King of the Hill“ hatte, mit ihrer Runde fertig war, standen 6:51 Minuten auf der Uhr und seitdem darf sie sich auch „King of the Ring“ nennen. Denn kein anderes US-Auto hat den Eifel-Kurs bislang so schnell gemeistert.
Der Preis bleibt heißt
Zwar sticht sie auf dem Papier jeden Supersportwagen aus, stiehlt auf dem Boulevard vielen exotischeren Boliden die Schau und macht auf dem Fahrersitz mit ihrer authentischen, unverfälschten, ja einfach amerikanischen Art mindestens genauso viel Freude wie Ferrari & Co. Doch in einer Disziplin wollen sich die Amerikaner mit den anderen Autos aus der 1.000 PS-Liga nicht messen: beim Preis. Denn gemessen an der europäischen Elite ist der ZR-1 ein wahres Schnäppchen – selbst wenn die rund 190.000 US-Dollar Listenpreis für das Targa-Coupé oder das Cabrio den Grundpreis mehr als verdoppeln. Doch Ferrari & Co gibt es dafür nicht mal als ramponierte Gebrauchte und bei Bugatti ist schon manche Inspektion teurer. Dafür kann man dann auch gut mit ein bisschen mehr Kunststoff im Cockpit leben und mit weniger wertigem Leder.
Stand: 08.12.2025
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Dumm nur, dass sich die Entwickler zwar mit der ZR-1 in Deutschland austoben durften, den Kunden der Spaß aber zumindest bislang verweht bleibt. Denn über den Export der ZR-1 ist offiziell noch nicht entschieden. Aber sie haben ja keine Eile. Denn auch wenn die Designer schon eifrig nach der Corvette von Morgen suchen: Solange die Ingenieure in der Zwischenzeit Autos wie die ZR-1 entwickeln, kann die Zukunft gerne noch ein bisschen warten.