Die kleinsten SUVs der beiden Edelmarken zeigen im direkten Zusammentreffen ihre unterschiedlichen Charaktere: klassisch-sportlich der Audi, gediegen und gemütlich der Lexus.
Zwei Charaktertypen, die Premium-Feeling in die Kompaktklasse bringen – das sind der Lexus LBX und der Audi Q2.
(Bild: Rosenow – VCG)
Während sich Audi in Zukunft auf größere Fahrzeuge konzentrieren will und der Q2 deshalb keinen Nachfolger bekommen wird, hat der LBX als kleinstes Lexus-Modell sich direkt nach Produktionsstart 2024 auf den zweiten Platz in der Lexus-Verkaufshitliste platziert. Es scheint also weiterhin Nachfrage nach kompakten Einstiegsmodellen in die Welt der Premiumhersteller zu bestehen.
Ob Audi mit seiner Produktstrategie also richtig oder falsch liegt, wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten. Und noch gibt es den Q2 ja auch, selbst wenn er schon seit 2016 gebaut wird und damit eines der ältesten Modelle im Audi-Portfolio darstellt. Ob er sich gegen den konzeptionell eine ganze Generation jüngeren LBX behaupten kann, klärt unser Vergleich.
Mit 4,19 (Lexus) beziehungsweise 4,21 Metern Länge passen die beiden saugend in die Kompaktklasse und gefallen vor allem im Stadtverkehr mit Wendigkeit und vergleichsweise einfacher Parkplatzsuche. Wer allerdings im Innenraum das Platzangebot beispielsweise des VW Golf erwartet, der wird besonders vom Lexus enttäuscht. Vorn gibt es zwar nichts zu meckern – Platzangebot und Sitzkomfort stimmen. Aber in der zweiten Reihe sitzen Erwachsene arg gedrängt. Hier hat der Audi trotz gleicher Außenabmessungen die entscheidenden Zentimeter mehr zu bieten. Selbst der Radstand unterscheidet sich nur um zehn Millimeter zugunsten des Audi – daran liegt es also nicht.
Haken wir auch gleich die Untersuchung des Kofferraumvolumens ab: Hier kann der LBX mit knapp über 400 Litern gegenüber den 355 des Audi punkten. Bei umgeklappten Sitzlehnen haben beide rund einen Kubikmeter zu bieten.
Attraktiv gestaltete Innenräume haben beide Autos
Doch mit nackten Zahlen allein sollte man zwei Premiumautos nicht bewerten. Für die hohen Preise (dazu später mehr) sollte der Fahrer ja nicht nur mit Zentimetern und Litern, sondern möglichst auch mit hohem Wohlfühlfaktor entschädigt werden. Und den findet der Fahrer oder die Fahrerin in beiden Modellen.
Attraktiv designte Innenräume aus edlen Materialien sind ja von jeher eine Audi-Spezialität. Beim Q2 kommt die Tatsache hinzu, dass er aus einer Zeit stammt, in der leicht zu bedienende und hochwertig gefertigte physische Bedienelemente noch ein unverzichtbares Element des Audi-Innenraumkonzepts waren. Und so stellt der Fahrer die Temperatur an einem Drehknopf aus Aluminium ein, der sich mit seiner gerändelten Oberfläche nicht nur angenehm anfassen lässt, sondern auch keinen Sichtkontakt braucht, um die Temperatur um die gewünschte Gradzahl heraufzuregeln. Die Lenkradschalter sind keine Sensorflächen, bei denen man beim Lenken gerne mal unabsichtlich das Radio auf brüllende Lautstärke hochwischt – sondern satt klickende Drehrädchen und echte Taster.
Mit viel schwarzem Leder und roten Kontrastnähten unterstreicht der Audi seinen sportlichen Anspruch. Nur die Kunststoff-Zierleiste im Cockpit kann das hohe Niveau nicht ganz halten.
Bedienung im Lexus schwieriger als im Audi
Aber der Lexus hält mit dem Audi durchaus mit: Die Kabine ist schön gestaltet und mit hochwertigen Materialien ausgeschlagen. Samtiges Alcantara-Material mit exakt gestochenen Nähten spannt sich nicht nur über die Sitze, sondern zieht sich auch über die Türverkleidungen und das Armaturenbrett. Der große, fast quadratisch ausgeführte Berührbildschirm ist ins Cockpit eingelassen; die Bedienung wird durch physische Tasten und Wippen unterstützt. Auch auf den Lenkradspeichen finden sich echte Knöpfe.
In Sachen Bedienung erscheint uns der Lexus trotz deutlich jüngerer Konzeption kein Fortschritt zu sein. Die Menüführung war ziemlich chaotisch und die Befehle zum Teil schlecht übersetzt. Die Schaltkreuze auf den Lenkradspeichen sind mehrfach belegt. Die gewünschte Funktion muss man über das Head-up-Display anwählen – wer kommt denn auf so etwas?
Das vergleichsweise kleine Display im Audi machte da einen besser sortierten Eindruck. Android Auto funktionierte kabellos – beim jüngeren Lexus brauchte es dafür eine Kupferverbindung.
Beim Fahrverhalten und dem Federungskomfort machten beide Autos ihre unterschiedliche Auslegung vergleichsweise subtil deutlich. Der Lexus federte für ein Auto auf Kleinwagenbasis wirklich komfortabel. Lenkung und Fahrverhalten ließen keine besonders sportlichen Ambitionen erkennen – die brauchte es auch nicht angesichts des nur 100 kW/136 PS starken Hybridantriebs.
Aber auch die Audi-Entwickler haben der Versuchung widerstanden, dem Q2 angesichts seines starken Motors (140 kW/190 PS) ein knüppelhartes Sportfahrwerk mitzugeben. Und so schnürte der Ingolstädter eher entspannt und unangestrengt daher und bügelte selbst die schlechtesten Autobahnabschnitte verblüffend glatt.
Der Hybrid gewinnt beim Verbrauch, der Turbo beim Sprint
Die größten Unterschiede zwischen den beiden Edel-Minis zeigten sich beim Antrieb. Lexus setzt auf den markentypischen stufenlosen, parallel-seriell arbeitenden Hybridantrieb. Als Kraftquelle fungiert ein frei saugender, 1,5 Liter großer Dreizylindermotor mit gerade einmal 67 kW/91 PS, der von einem etwa ebenso starken Elektromotor unterstützt wird. Die Systemleistung beträgt 100 kW/136 PS.
Stand: 08.12.2025
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Damit sind Fahrleistungen möglich, die wir mit dem Adjektiv „ordentlich“ bezeichnen würden. Wer von einem Premiumauto allerdings ein bisschen mehr motorische Souveränität erwartet, dürfte enttäuscht sein. Und wer oft längere Autobahnstrecken mit höherem Tempo zurücklegt, auch. Denn dann muss der Dreizylinder mit hohen Drehzahlen arbeiten und wird dementsprechend laut. Der Verbrauch steigt auf Werte, die denen des deutlich stärkeren Vierzylinder-Turbos im Audi gleichkommen.
Im Stadtverkehr und bei zurückhaltendem Gasfuß geht das Hybridkonzept des Lexus hingegen voll auf. Im Durchschnitt lag unser Verbrauch bei 5,9 Litern auf 100 Kilometern.
Wer das mit dem Audi schaffen will, der muss sich am Gaspedal indes noch viel stärker zurückhalten. Bei allerdings noch höherem Anteil freier Autobahn und dementsprechend schnellerer Fahrt lag unser Durchschnittsverbrauch mit ihm bei nicht mehr ganz zeitgemäßen 8,0 Litern. Dafür bekommt man aber auch was: Auf Wunsch geht es mit dem Allradler mächtig voran: In 6,9 Sekunden von 0 auf 100 (Lexus: 9,2). Und erst bei 231 km/h endet der Vortrieb in einem Patt mit dem Luftwiderstand; der Lexus wird schon bei mageren 170 elektronisch abgeregelt.
Während der Audi Q2 sich als eigenständiger, betont sportlicher Crossover mit entsprechenden Fahrleistungen positioniert, ist der Lexus in erster Linie eine hübschere Variante des Toyota Yaris Cross. Den Q2 gibt es laut Audi-Homepage ab 29.000 Euro. Wer den Zweiliter-Big-Block und Allradantrieb braucht, zahlt ab 41.000 Euro. Der Testwagen war wie üblich mit zahlreichen Optionen ausgestattet und kam so auf einen Endpreis von wahrhaft premiumgerechten 57.135 Euro.
Günstig ist aber auch der Lexus nicht. Mit 32.990 Euro liegt sein Grundpreis deutlich über dem des Audi; der Testwagen kostete 44.690 Euro.