Trotz einer langen Liste schlechter Nachrichten haben die Deutschen im März – und im ganzen ersten Quartal – in Autos investiert. Der Neuwagenmarkt wächst. Doch die Aussichten bleiben – mit einigen Ausnahmen – trüb.
Der Absatz von Neuwagen, insbesondere von BEV, ist im März ins Rollen gekommen.
(Bild: Schreiner – VCG)
Der deutsche Neuwagenmarkt hat im März zum großen Sprung nach vorn angesetzt. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, wurden im dritten Monat des Jahres 294.161 Neuwagen gezählt. Das waren 16 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres – trotz der Debatten um steigende Energiepreise, Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Allerdings hatte der März 2026 einen Arbeitstag mehr als der Vergleichsmonat.
Allerdings werden die meisten Anschaffungen und Ersatzbeschaffungen langfristig in die Wege geleitet. Insofern entwickelt sich der Neuwagenmarkt insgesamt zum Jahresstart positiv. Im ersten Quartal liegt die Zahl der Neuzulassungen mit 699.404 Einheiten um 5,2 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Besonders profitiert haben von dem Zuwachs die im Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) organisierten Importmarken, die nach drei Monaten einen Zuwachs von 6,1 Prozent ausweisen. Ihr Marktanteil liegt derzeit bei 44,4 Prozent.
Auffällig stark gestiegen sind im März die Zulassungszahlen rein elektrischer Fahrzeuge. Den Angaben zufolge kamen 70.663 BEV neu auf die Straßen, das sind 66,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der BEV-Gesamtmarktanteil lag im März 2026 bei 24,0 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen, rund 7,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden damit 159.630 BEV neu zugelassen, das entspricht einem Wachstum von 41,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum.
Weniger deutlich ist die Entwicklung der Plug-in-Hybride, die sich 13,0 Prozent häufiger verkauften als im Vorjahresmonat und mit 28.023 Einheiten auf einen Marktanteil von 10,2 Prozent kommen. Seit Jahresbeginn wurden 76.114 PHEV neu zugelassen (+19,3 %), was einem kumulierten Marktanteil von 10,9 Prozent entspricht.
Robuster Elektromarkt
Die März-Zahlen zeigen nach Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) „robuste“ Elektroauto-Neuzulassungen. Dennoch bleibt der Verband in seinen Erwartungen gedämpft, da insbesondere für Privatkunden die konkreten Möglichkeiten zur Antragsstellung der Kaufprämie weiterhin unklar seien. „Solange das Versprechen der E-Autoprämie nicht eingelöst wird, reagieren die Kunden mit Kaufzurückhaltung“, sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Zwischen Hoffen und Bangen bewegt sich die Analyse von Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY. Der starke Zuwachs der Elektromobilität habe als Motor den Gesamtmarkt im März angetrieben, ist er sicher. Aus seiner Sicht greift die E-Auto-Prämie „seit März nun endlich“. Er rechnet im weiteren Jahresverlauf sogar mit einer deutlichen Wachstumsdynamik im Bereich der BEV, wenn die Förderung ihre volle Wirkung entfaltet. „Zudem werden auch die aktuell extrem hohen Spritpreise den einen oder anderen dazu bewegen, sich nun für ein E-Auto statt für einen Verbrenner zu entscheiden.“
Gleichzeitig sollte aus seiner Sicht das starke Plus im März nicht über die generell schlechten Rahmenbedingungen hinwegtäuschen. Die Konjunktur sei schwach, immer neue geopolitische Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen, eine steigende Erwerbslosigkeit und die Inflationsgefahr aufgrund der steigenden Energiepreise drücken die Konsumstimmung von Unternehmen wie Privatleuten bei größeren Anschaffungen. „Wir stehen daher vor einem weiteren schwachen Autojahr“, erwartet Gall. Zuletzt hatte der inländische Auftragseingang laut den Zahlen des Herstellerverbands VDA allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7 Prozent zugelegt.
Das Institut für Automobilwirtschaft (IfA) rechnet in einer aktualisierten Prognose derzeit mit einem leichten Absatzplus aufs Gesamtjahr gesehen von etwa 2,5 Prozent. Aus Sicht des IfA werden sich insbesondere die aktuellen Kraftstoffpreisentwicklungen in einer erhöhten Nachfrage nach Fahrzeugen mit E-Antrieb zeigen. „Dieser Effekt dürfte im Privatmarkt deutlicher sein als bei den Gewerbekunden“, erwartet Professor Benedikt Maier.
Blick auf die Gewinner und Verlierer
Große prozentuale Zuwächse weist das KBA im März für zahlreiche neue Marken aus – allerdings naturgemäß bei noch geringen Stückzahlen. Dazu zählen etwa Lynk & Co, Xpeng, Smart oder Vinfast. Unter den prozentualen Siegern sind aber auch einige Marken mit nennenswerten Marktanteilen. So legt BYD weiterhin stark zu (3.438 Einheiten/+327 %), Tesla hat sein Tief scheinbar überwunden (9.252 Einheiten /+315 %) und Leapmotor wird immer mehr zur Erfolgsgeschichte (1.388 Einheiten / +318 %).
Stand: 08.12.2025
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Aber auch einige etablierte Marken gehören zu den Gewinnern im Monat März. Opel verkaufte 43 Prozent mehr (13.697 Einheiten), Mini legte um 42 Prozent zu (3.540 Einheiten) und Skoda schießt mit einem Absatzplus von 34 Prozent auf Platz zwei der Verkaufszahlen (24.854 Einheiten).
Trotz der insgesamt starken Absatzentwicklung weist die Zulassungsstatistik im März auch Verlierer aus. Wie schon in den Vormonaten kämpft allen voran die einstige Volumenmarke Mitsubishi weiter mit Bedeutungsverlust (1.377 Einheiten / -23 %). Aber auch bei Nissan (4.206 Einheiten / -14 %), Porsche (2.835 Einheiten / -12,1 %) und Volvo (4.652 Einheiten / -10.4 %) sind die Zahlen schlecht. Zum dritten Mal in Folge weist auch Seat/Cupra rückläufige Zulassungszahlen aus (16.360 Einheiten / - 4,9 %), allerdings hat sich der Rückgang deutlich verlangsamt.