Canoo Der nächste Elektro-Herausforderer ist pleite

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der US-Hersteller Canoo wird liquidiert. Das Unternehmen hat kein Geld mehr, Chancen auf eine Weiterführung gibt es nicht. Für Aufmerksamkeit gesorgt hatte Canoo mit neuen technischen Ansätzen und diversen Lifestyle-Ideen.

Mit futuristischen Lifestyle-Vans – auch als Transporter-Variante – wollte Canoo den E-Automarkt aufmischen.(Bild:  Canoo)
Mit futuristischen Lifestyle-Vans – auch als Transporter-Variante – wollte Canoo den E-Automarkt aufmischen.
(Bild: Canoo)

Das nächste Elektroauto-Start-up ist pleite. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, 17. Januar meldete, hat das US-Unternehmen Canoo mit Sitz in Justin (US-Bundesstaat Texas) Konkurs nach Kapitel 7 des US-Konkursgesetzes angemeldet. Schon seit einiger Zeit war es still geworden um das Unternehmen, das eigentlich schon im Jahr 2021 einen elektrischen Van und einen Kleintransporter in Serie auf den Markt bringen wollte. Doch zuletzt waren die Geldreserven zusehends abgeschmolzen. Die unsichere Nachfrage hinsichtlich der Produkte hätten es erschwert, zusätzliche Mittel zu akquirieren, schreibt Reuters.

Wie Canoo selbst mitteilte, sei es abschließend nicht gelungen, sich die finanzielle Unterstützung des U.S. Department of Energy zu sichern. „In Anbetracht der Tatsache, dass diese Bemühungen erfolglos waren, hat der Vorstand die schwierige Entscheidung getroffen, einen Insolvenzantrag zu stellen“, heißt es in einer Stellungnahme von Canoo. Das Unternehmen belieferte nach eigenen Angaben bereits den U.S. Postal Service, den Bundesstaat Oklahoma mit Fahrzeugen und hatte Vereinbarungen mit Walmart getroffen.

Um das restliche Vermögen für das Konkursverfahren zu erhalten, hat Canoo den Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Ein gerichtlich bestellter Treuhänder wird nun die Liquidation der Vermögenswerte des Unternehmens verwalten. Unser Team wird eng mit dem Konkursverwalter zusammenarbeiten, um den Prozess zu unterstützen“, heißt es in der Stellungnahme. „Wir sind wirklich enttäuscht, dass die Dinge so gekommen sind, wie sie gekommen sind“, sagte Canoo-CEO Tony Aquilla. Eine Hoffnung auf eine Weiterführung des Unternehmens gibt es scheinbar nicht: Kapitel 7 des Konkursgesetzes regelt – anders als das bekannte Kapitel 11 – die vollständige Liquidierung des Schuldnervermögens.

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Canoo war das Nachfolgeunternehmen des Projekts Evelozcity, das die deutschen Automanager Ulrich Kranz, Stefan Krause (beide BMW, Faraday Future) und Karl-Thomas Neumann (Opel, Continental) vorangetrieben hatten. Im Jahr 2019 wurde das Unternehmen in Canoo umbenannt. Noch Anfang 2024 hatte Canoo bedeutende Produktionsteile des insolventen britischen Elektrofahrzeugentwicklers Arrival übernommen, berichtet das Fachportal „Electrive.com“.

Das erstaunt insofern, als Canoo bereits in früheren Jahren immer wieder mit finanziellen Engpässen kämpfte. Gleichzeitig konnte das Unternehmen immer wieder Abschlüsse mit Großkunden vermelden. Überzeugen wollte Canoo mit der Produktion des siebensitzigen Vans als Lifestyle-Fahrzeug und dem technisch gleichen Lieferfahrzeug („Lifestyle Delivery Vehicle“).

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