Umfrage Der Personalmangel gefährdet die Servicequalität

Von Julia Mauritz 2 min Lesedauer

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Der TÜV Rheinland hat mit Vogel Research Autohändler und Werkstätten befragt, wie stark sie vom Fachkräftemangel betroffen sind und mit welchen Maßnahmen sie gegensteuern. Dabei zeigt sich: Es brennt vor allem im Service lichterloh.

Das Servicegeschäft brummt, aber in den Werkstätten herrscht ein akuter Fachkräftemangel.(Bild:  Rosenow – VCG)
Das Servicegeschäft brummt, aber in den Werkstätten herrscht ein akuter Fachkräftemangel.
(Bild: Rosenow – VCG)

Der Fachkräftemangel hat Kfz-Betriebe fest im Griff: Das bringt eine Online-Umfrage an den Tag, die der TÜV Rheinland im Juni gemeinsam mit den Marktforschern von Vogel Research durchgeführt hatte. Unter den knapp 250 befragten Autohäusern und Werkstätten gaben knapp 93 Prozent an, zu wenig Personal in ihren Betrieben zu haben – fast zwei Drittel sprechen von einem starken bis sehr starken Mangel. Gerade einmal 7 Prozent sehen sich personell gut aufgestellt.

Vor allem in der Werkstatt manifestiert sich der Personalmangel: Knapp 80 Prozent der Befragten suchen Mechatroniker und 57 Prozent Kfz-Elektriker. Gut 42 Prozent der Betriebe berichten von fehlenden Technikern, 36 Prozent wünschen sich mehr Serviceberater. Entspannter ist die personelle Lage im Vertrieb, im Management und in der Verwaltung.

Die personellen Engpässe hinterlassen auch Spuren in der Servicequalität: 64 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie sich stark bis sehr stark anstrengen müssen, um ihre Servicequalität auf dem gewohnten Niveau zu halten. Knapp jeder Zweite berichtet, dass die angespannte Personalsituation dazu führt, dass Kundenanfragen später beantwortet werden. 36 Prozent der Befragten nennen eine schlechtere telefonische Erreichbarkeit als Folge.

Flexible Arbeitszeitmodelle und Mitarbeiterbenefits

Ermittelt wurde in der Umfrage auch, welche Personalmanagement-Maßnahmen Kfz-Betriebe umsetzen, um dem Fachkräftemangel Paroli zu bieten: Ganz vorne rangieren neben Praktika und Lehrstellen dabei verbesserte Aus-und Weiterbildungsprogramme sowie höhere Gehälter und bessere Sozialleistungen.

Konkret haben 83 Prozent der Befragten ihre Arbeitszeitregelungen flexibilisiert, um als Arbeitgeber attraktiver zu sein. 75 Prozent setzen auf Mitarbeiterbenefits wie Jobrad, ÖPNV-Ticktes oder Sportangebote. Beliebt sind auch Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen sowie die Automatisierung von Arbeitsprozessen (jeweils 68 %), Empfehlungsprogramme für Mitarbeiter (66 %) und das Einschalten von Personalvermittlern (60 %). Jeder zweite Betrieb sucht seine Fachkräfte auch im Ausland.

Auf die Frage, welche dieser Maßnahmen die Befragten am wirksamsten erachten, rangieren höhere Löhne und Sozialleistungen (81 %), flexible Arbeitszeitregelungen (78 %) sowie Lehrstellung und Praktika (73 %) ganz vorne.

Den höchsten Qualifizierungsbedarf bei den Mitarbeitern sehen die befragten Kfz-Betriebe in der Vermittlung von Fähigkeiten für neue Fahrzeugtechniken wie die Elektromobilität (77 %). 57 Prozent sehen bei den digitalen Fähigkeiten Handlungsbedarf.

Bei der Frage, welche Fähigkeiten Fachkräfte in Zukunft beherrschen müssen, wurden am häufigsten das Fachwissen über elektrische Antriebssysteme (86 %) und zu Diagnosewerkzeugen für E- und Hybridfahrzeuge (80 %) genannt. Dicht dahinter rangieren mit 77 Prozent Kenntnisse zu Hochvolt-Sicherheitsstandards.

Über diesen Link gelangen Sie zur kompletten Studie

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