KBA-Statistik Der Pkw-Bestand wächst wieder stärker

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In Deutschland waren zum Jahresstart erstmals über 49 Millionen Pkw zugelassen. Der Bestand wächst weiter, zuletzt hat die Dynamik sogar wieder zugelegt. Ein Treiber der Entwicklung sind die E-Fahrzeuge.

In Deutschland sind immer mehr Pkw zugelassen, der Bestand wächst aber nur noch langsam.(Bild:  BMW)
In Deutschland sind immer mehr Pkw zugelassen, der Bestand wächst aber nur noch langsam.
(Bild: BMW)

Der Bestand an Pkw in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Volumenwachstum sogar wieder etwas an Fahrt aufgenommen. Hatte sich der Bestand während des Jahres 2022 um 0,5 Prozent erhöht, kamen im Jahresverlauf 2023 nochmals 330.000 Pkw-Zulassungen hinzu (+0,7 %). Konkret zählte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum zurückliegenden Jahreswechsel 49.098.685 zugelassene Pkw im Bestand. Zum Stichtag 1. Januar 2023 waren es 48,76 Millionen Autos gewesen.

Generell hat sich der Bestandsaufbau in den letzten Jahren verlangsamt. Zwischen den Jahren 2015 und 2020 (zum Stichtag 1.1.2021) war der Bestand immer um mindestens 1,3 Prozent im Jahr gewachsen. Seither liegt die Wachstumsrate um die 0,6 Prozent. Das mag auch mit den niedrigen Neuzulassungen in den Pandemie-Jahren zu tun haben.

Elektrifizierte Antriebe legen zu

Getrieben wurde der Bestandsaufbau zuletzt durch Pkw mit alternativen Antrieben. Der Bestand an rein elektrischen Pkw (BEV) kletterte binnen eines Jahres um 39,1 Prozent auf 1.408.681 Einheiten. Die Zahl der Hybride legte um 24,5 Prozent auf 2.911.262 Bestands-Pkw zu. Weniger deutlich ging es mit den Plug-in-Hybriden aufwärts, nämlich nur noch um 6,6 Prozent auf 921.886 Einheiten. In der langfristigen Entwicklung ist ein deutlicher Knick zu erkennen, den das Ende der staatlichen Förderung für diese Antriebsart zum 1. Januar 2023 hinterlassen hat.

Alle anderen ausgewiesenen Antriebsarten sind dagegen rückläufig im Bestand. Die Zahl der Benziner sank von 30,56 auf 30,24 Millionen Einheiten (-1,1 %). Als Dieselfahrzeuge sind noch 14,14 Millionen Einheiten zugelassen, statt zuvor 14,44 Millionen (-2,0 %). Etwas überraschend ist der Rückgang an Flüssiggas-Modellen (LPG) von 327.000 auf 314.000 Einheiten (-4 %), da die Zahl der Neuzulassungen mit dieser Kraftstoffart zuletzt klar zugelegt hatte. Dass auch die Zahl der Erdgasfahrzeuge um 4 Prozent auf 77.400 Einheiten abnahm, erstaunt dagegen wenig angesichts der fehlenden Nachfrage. Der Abschwung dürfte sich in Zukunft noch verstärken.

Das Fabrikat mit dem größten Bestand bleibt VW mit 10,24 Millionen Einheiten. Das Zuwachsplus bleibt mit 0,4 Prozent allerdings leicht hinter der Gesamtentwicklung zurück. Die größten Bestandsvolumina haben zudem Mercedes (4,7 Mio. Einheiten/+1,1 %) und immer noch Opel mit fast exakt vier Millionen Einheiten. Allerdings ist der Opel-Bestand um 2,2 Prozent relativ deutlich geschrumpft. Zu den Top 5 gehören zudem BMW (3,43 Mio./+0,7 %) und Ford (3,40 Mio./-1,3 %).

Am Ende der Volumenliste finden sich naturgemäß die vielen neuen Marken sowie Nischen- und Luxusfabrikate. Interessant ist, dass der Bestand von Aiways bereits wieder erheblich schrumpft: um 13,9 Prozent auf 749 Einheiten. Noch stärker verloren haben nur Proton (-19,2 % auf 189 Einheiten) und Cadillac (-14,2 % auf 4.485 Einheiten). Auch die Marke Lancia, die ja vor der Rückkehr auf den deutschen Markt steht, verlor 7 Prozent an Bestand (auf 19.089 Einheiten).

Jenseits der ganz neuen Fabrikate hat Tesla erheblich an Bestand zugelegt (+38,3 % auf 164.000 Einheiten). Auch für Dacia ging es deutlich nach oben (+6,5 % auf 760.000 Einheiten), ebenso für Seat (+5,1 % auf 1,52 Mio. Einheiten) und Kia (+4,6 % / 850.000 Einheiten). Interessant ist, dass der Bestand an Sachsenring-Fahrzeugen um 1,7 Prozent auf 40.826 Einheiten zugelegt hat. Scheinbar haben einige Trabant-Besitzer das Auto wieder aus dem Unterstand geholt und neu zugelassen.

(ID:49949478)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung