Mit dem 600-E Scorpionissima legt Abarth das stärkste Serienmodell seiner 75-jährigen Geschichte auf. Wer einsteigen will, muss sich aber beeilen.
Abarth nimmt seines zweites E-Modell ins Programm.
(Bild: Abarth)
Fragen Sie mal den Käufer eines Abarth, warum er zigtausend Euro für ein Auto drauflegt, das im Grunde genommen doch ein Fiat ist. Zuerst wird er tief Luft holen, dann lang und breit erklären, dass er keinen Fiat, sondern einen Abarth fährt. Und dann werden wohl Begriffe wie Agilität, Kurvenspaß, Beschleunigung oder Emotion raussprudeln.
Abarth ist mehr als nur die Tuningschmiede von Fiat und für viele der Käufer so etwas wie eine Lebenseinstellung: Man fährt ein kleines Auto, ist trotzdem tierisch schnell unterwegs und hat dabei riesigen Spaß. Inklusive dumpf-bassigem bis heißer-röchelndem Motorsound.
Eine solche Krawallkiste ist der Abarth 600-E nicht, denn hier sorgt ein E-Motor für den Vortrieb. Sound gibt’s trotzdem, allerdings künstlich erzeugt und von der Tonlage logischerweise deutlich zurückhaltender als bei den Verbrennern.
Spürbar mehr fürs Geld
Aber dafür schiebt sich der nur 4,19 Meter kurze Crossover mit 207 kW/280 PS Leistung an die Spitze des – zugegeben recht kleinen – Portfolios der Fiat-Tochter. Anders gesagt: Kein Serien-Abarth war bislang stärker und schneller als der Vollelektriker 600-E Scorpionissima. Er rennt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 und dann weiter, bis er bei 200 km/h abgeriegelt wird.
Der Spaß ist allerdings limitiert. Vom Scorpionissima werden nur 1.949 Exemplare gebaut. Kosten: stolze 48.990 Euro. Dafür gibt’s neben Leistung satt eine ziemlich komplette Ausstattung und ein dunkel gehaltenes Sportwagen-Interieur samt Alcantara-Sitzen, Alu-Pedalerie und extrovertiert grüner oder lila Metallic-Lackierung.
4.000 Euro günstiger ist der 600-E Turismo mit nur 174 kW/240 PS. Die Differenz relativiert sich jedoch. Der Scorpionissima hat nicht nur spürbar mehr Wumms, sondern auch einige sinnvolle Extras an Bord. Beispielsweise eine Rückfahrkamera, die man wegen der unübersichtlichen Karosserie nicht missen will. Auch die elektrische Heckklappe oder die Verkehrszeichenerkennung nimmt man in dieser Preiskategorie gerne mit, ebenso die Möglichkeit, teilautomatisiert zu fahren.
Tuning ab Werk: Wie Abarth den 600-E schärft
Beide Versionen haben drei Fahrmodi, die auf die unterschiedliche Motorleistung abgestimmt sind und die Gasannahme, Lenkung und ESP-Abstimmung beeinflussen. Was bei anderen Herstellern meist Eco heißt, nennt Abarth Turismo. Im normalen 600-E stehen dann 110 kW/150 PS an, im Scorpionissima sogar 140 kW/190 PS – genügend fürs alltägliche Cruisen. Die zweite Stufe zündet der Abarth im Modus Scorpion Street und im Scorpion Track bringt das System dann die volle Leistung.
Um den Fiat 600 auf Abarth-Niveau zu bringen, haben die Fahrwerks- und Motorspezialisten tief in ihre Tuning-Trickkiste gegriffen und Antrieb, Thermomanagement, Batterie, Lenkung und vieles mehr angepackt. Michelin liefert speziell für sportliche E-Autos entwickelte Reifen. Ihre Lauffläche in der Mitte ist hart für weniger Rollwiderstand und mehr Reichweite. Die weichere Gummimischung der Seiten soll dagegen die Haftung in schnellen Kurven erhöhen. Und die Bremsen mit 38 Zentimetern Durchmesser ordern die Italiener nicht bei Brembo, sondern beim Rennsport-Spezialisten Alcon.
Reichweite relativ, Ladeleistung solide
Heraus kam ein rundum überzeugendes Package, das in jeder Situation Leistung liefert. Am Steuer des 600-E wird die Gerade nur zur notwendigen Verbindung von Kurve zu Kurve. Das Auto liegt wie das vielzitierte Brett, während der Oberkörper dank der eng geschnittenen Sitze Haltung bewahrt. Allradantrieb wäre schön, gibt’s aber nicht. Trotzdem ist Traktion kein Thema. Ein mechanisches Torsen-Differenzial baut bei Vollgas bis zu 36 Prozent Sperrwirkung auf und verhindert, dass die Vorderräder durchdrehen. Am Scheitelpunkt der Kurve voll aufs Pedal gehen? Klappt und wird mit heftigem Vortrieb belohnt. Auch die straffe, direkte Lenkung passt hervorragend. Schnelle und enge Rechts-Links-Kombinationen lassen sich auf präziser Linie durcheilen, ohne dass Unruhe ins Fahrwerk kommt.
Dass dann der E-Motor ruckzuck den nur 54 kWh großen Akku leernuckelt und es eher nichts mit den versprochenen 344 Kilometern Reichweite wird, ist natürlich klar. Am nächsten AC-Lader saugt der Abarth den wertvollen Strom mit 11 kW, am Power-Charger fließt er mit 100 kW. Für ein so kleines Auto passt auch hier die Performance.
Stand: 08.12.2025
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Bleibt zum Schluss die Frage: Ist der Spaß 8.500 Euro Aufpreis gegenüber einem normalen Fiat 600-E (115 kW/156 PS, 36.490 Euro) wert? Auf jeden Fall: Alleine schon wegen der breiteren Spur, dem tiefergelegten Sportfahrwerk und den hart zubeißenden Bremsen fährt sich der Abarth 600-E wie ein völlig anderes Auto. Und cooler sieht er mit seinem Heckspoiler und den farbigen Bremssätteln auch noch aus.