Reparaturfinanzierung Der unterschätzte Hebel

Von Jakob Schreiner 3 min Lesedauer

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Hohe Reparaturkosten belasten die Autofahrer und lassen einige zögern, notwendige Wartungen durchführen zu lassen. Flexible Finanzierungslösungen und Absicherungsmodelle können hier Abhilfe schaffen. Denn die Bereitschaft, viel Geld in das eigene Auto und die nächste Reparatur zu stecken, ist durchaus da.

Reparaturfinanzierung werden von vielen Kfz-Betrieben noch stiefmütterlich behandelt. Denn das Potenzial ist durchaus vorhanden, das Angebot kommt jedoch noch viel zu selten. (Bild:  Schreiner – VCG)
Reparaturfinanzierung werden von vielen Kfz-Betrieben noch stiefmütterlich behandelt. Denn das Potenzial ist durchaus vorhanden, das Angebot kommt jedoch noch viel zu selten.
(Bild: Schreiner – VCG)

Fast ein Drittel der Autofahrer (31 Prozent) steht Reparaturfinanzierungen offen gegenüber, wie eine repräsentative Trend-Tacho-Studie aus diesem Jahr zeigt. Ein Wert, der sich seit 2022 (32 Prozent) kaum verändert hat. 17 Prozent sind noch unentschlossen. Für 18 Prozent derjenigen, die einer Finanzierung grundsätzlich offen gegenüber stehen, käme sie bereits bei Reparaturen bis 1.000 Euro infrage. Bei Kosten bis 2.000 Euro steigt dieser Anteil auf ein Viertel. Für gut die Hälfte kämen Finanzierungsangebote ab Summen über 2.000 Euro infrage. Trotz dieser Offenheit gibt es eine deutliche Diskrepanz zur tatsächlichen Nutzung solcher Angebote, wie die Befragungsergebnisse zeigen. Ein Hauptgrund: Nur 9 Prozent der Befragten erhielten überhaupt ein entsprechendes Angebot und nur 2 Prozent der Befragten haben das Angebot angenommen. Das deutet auf ein erhebliches ungenutztes Potenzial hin. Dabei wirkt sich die aktuelle wirtschaftliche Situation spürbar auf das Reparaturverhalten der Autofahrer aus. 11 Prozent der Befragten gaben an, Reparaturen aufgrund der wirtschaftlichen Lage zurückzustellen. Ein Drittel lässt nur das Nötigste machen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich ein signifikanter Teil dieser Gruppe (33 %) durch ein Raten- oder Finanzierungsangebot von der Durchführung einer Reparatur überzeugen ließe. Besonders in der Altersgruppe von 18 bis 39 Jahren werden Finanzierungsangebote am häufigsten genutzt, mit Potenzialen von bis zu 40 Prozent. Die Rückstellung von Reparaturen durch in Summe 45 Prozent der Autofahrer zeigt also klar, dass es einen substanziellen Bedarf an flexiblen Rückzahlungsmodellen gibt.

Dabei ist die Bereitschaft, in das eigene Auto zu investieren, vorhanden und durchaus hoch. Ein Drittel der Fahrzeughalter plant, das aktuelle Auto noch mindestens sechs Jahre zu fahren, ein weiteres Viertel mindestens vier Jahre. Diese langfristige Perspektive spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider: Ein Drittel der Autofahrer wäre bereit, für eine Reparatur bis zu 6.000 Euro auszugeben, selbst wenn dieser Betrag den aktuellen Fahrzeugwert übersteigt.