Besitzumschreibungen Deutlich mehr Halterwechsel bei sinkenden Preisen

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Im Gebrauchtwagengeschäft ist wieder Musik. Zwar fehlt noch immer Ware im Markt, doch im Oktober fanden viel mehr Pkw und Interessenten zusammen als im Vorjahr – und vor allem schneller.

Gebrauchtwagen sind derzeit wieder gefragt, die Standzeiten sinken.(Bild:  Grimm – VCG)
Gebrauchtwagen sind derzeit wieder gefragt, die Standzeiten sinken.
(Bild: Grimm – VCG)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat im Oktober wieder einen kräftigen Schub bekommen. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, kletterte die Zahl der Besitzumschreibungen im zurückliegenden Monat um 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 530.805 Einheiten. In den vorangegangenen Monaten – 6 Prozent im September, 1 Prozent im August – war die Dynamik geringer ausgeprägt.

Damit kehrt der Gebrauchtwagenmarkt auf den Wachstumspfad des ersten Halbjahres zurück. Seit Jahresstart wechselten 4,93 Millionen Pkw den Halter. Das ist ein Plus von 8,3 Prozent. Allerdings bleibt der Markt damit weiter deutlich hinter seinem früheren Volumen zurück. Vor vier Jahren hatte das KBA zum gleichen Zeitpunkt 5,9 Millionen Pkw-Umschreibungen registriert – eine Million Einheiten mehr als im laufenden Jahr.

Insgesamt scheinen Angebot und Nachfrage im Gebrauchtwagenmarkt relativ im Gleichgewicht zu sein. Laut den Daten der Onlineplattform Autoscout 24 haben sich nämlich die Angebotspreise zuletzt kaum verändert. Ein Pkw wurde im Oktober durchschnittlich für 26.480 Euro offeriert, das waren 7 Euro weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Oktober 2023 senkten die Anbieter ihre Preisvorstellungen im Schnitt um 993 Euro (–3,6 %).

Richtungswechsel der Preise denkbar

Sinkende Preise könnten allerdings bald wieder Vergangenheit sein. In einem vor einigen Tagen vorgestellten ausführlichen Marktreport kam Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland der Autobörse, zu dem Schluss, dass sich der „Gebrauchtwagenmarkt im dritten Quartal in Richtung eines Nachfrageüberhangs entwickelt“ habe. Allerdings fehle derzeit der Nachschub an jungen, teureren Gebrauchtwagen. „Stattdessen sind mehr ältere und damit günstigere Fahrzeuge auf dem Markt, was die Preise vergleichsweise stabil hält“, erläuterte Schneck.

Ähnliche Beobachtungen hat man bei der Konkurrenzbörse Mobile.de gemacht. Auf dieser Plattform ist der durchschnittliche Angebotspreis auf 32.748 Euro gesunken. Das waren 1,8 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Besonders Minis (–6,3 %) und Kleinwagen (–3,6 %) wurden günstiger; vor allem aber gehen die Standzeiten weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen die Fahrzeuge etwa zwei Tage kürzer bei den Anbietern.

Erfasst hat der Gebrauchtwagenboom im Oktober auch die anderen Fahrzeugklassen jenseits der Pkw. Bei den Lkw kletterte die Zahl der Umschreibungen um 26,5 Prozent auf 40.415 Einheiten. Ähnlich positiv entwickelten sich die Zahlen der Zugmaschinen (+25,1 %), insbesondere getrieben von den Sattelzugmaschinen (+93 %). Aber auch das kleine Bus-Segment legte um 89,3 Prozent auf 602 Einheiten zu.

Nur bei den Krafträdern lief der Oktober verhalten. 29.726 neue Halter bedeuten einen Rückgang um 7,2 Prozent.

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