VDA Deutsche Autobauer gegen Strafzölle auf chinesische E-Autos

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Autoindustrie gibt sich selbstbewusst im Hinblick auf Chinas Subventionspolitik. Allerdings wohl nur deshalb, weil man eine Eskalation um jeden Preis vermeiden will.

Kanzler-Forderung an China: „Kein Dumping und keine Überproduktion.“(Bild:  AU USAnakul+ - stock.adobe.com)
Kanzler-Forderung an China: „Kein Dumping und keine Überproduktion.“
(Bild: AU USAnakul+ - stock.adobe.com)

Die deutschen Autobauer wenden sich gegen mögliche europäische Strafzölle auf den Import von Elektroautos aus China. Der Verband der Automobilindustrie sprach sich für Dialogbereitschaft auf beiden Seiten aus. „Antisubventionsmaßnahmen, wie zusätzliche Zölle würden die Herausforderungen für die europäische und deutsche Automobilindustrie nicht lösen – im Gegenteil: Der von der EU-Kommission beabsichtigte Zweck von Ausgleichszöllen könnte sich bei einem Handelskonflikt entsprechend schnell negativ auswirken“, sagte Verbandspräsidentin Hildegard Müller der „Welt am Sonntag“. Ein Handelskonflikt würde nach ihren Worten auch die Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung gefährden.

Die EU-Kommission untersucht seit dem vergangenen Herbst, ob E-Autos in China von illegalen Subventionen profitieren. Kommissionsangaben zufolge sind chinesische Elektroautos normalerweise rund 20 Prozent günstiger als in der EU hergestellte Modelle. Eine Antisubventionsuntersuchung kann dazu führen, dass Strafzölle erhoben werden. Eine Vorab-Bekanntmachung der Kommission ist laut „Welt am Sonntag“ bis zum 5. Juni geplant.

Deutsche Autobauer verkaufen nach Zahlen des Duisburger Center Automotive Research 30 bis 40 Prozent ihrer Autos auf dem chinesischen Markt. Im Fall europäischer Strafzölle könnten demnach deutsche Hersteller das erste Ziel möglicher chinesischer Gegenmaßnahmen sein.

Kanzler fordert Fairness ein

Unterdessen hat Bundeskanzler Olaf Scholz faire Wettbewerbsbedingungen in der Volksrepublik gefordert. „Das Einzige, was immer klar sein muss, ist, dass der Wettbewerb fair sein muss“, sagte Scholz während seiner dreitägigen China-Reise am Montag bei einer Diskussion mit Studenten in Shanghai. „Wir möchten natürlich, dass unsere Unternehmen keine Beschränkungen haben, aber umgekehrt verhalten wir uns genauso, wie wir es hier fordern.“ Es dürfe kein Dumping und keine Überproduktion geben. Außerdem dürften Urheberrechte nicht beeinträchtigt werden, und man solle nicht auf bürokratische Hürden stoßen, betonte der SPD-Politiker.

In China klagen einige der rund 5.000 deutschen Firmen über Nachteile gegenüber der chinesischen Konkurrenz, erschwerte Marktzugänge und rechtliche Unsicherheiten. Am Montag traf Scholz Vertreter von Unternehmen und der deutschen Auslandshandelskammer in Shanghai, um darüber zu sprechen, welche Probleme die Firmen in China haben.

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