Der Gesamtmarkt in den USA stottert wegen der hohen Zinsen und zurückhaltender Käufer. Die deutschen Autobauer waren zuletzt unterschiedlich erfolgreich.
Auf dem US-Automarkt hat der Autobauer Volkswagen derzeit trotz Gegenwinds durch hohe Zinsen einen Lauf. Für die Konzerntochter Audi sieht es hingegen deutlich schwieriger aus. Die Bayern von BMW konnten ebenfalls weiter zulegen, vor allem dank ihrer weiter gut gehenden Elektroautos. Der Gesamtmarkt in den USA stottert hingegen wegen der hohen Zinsen und zurückhaltender Käufer.
Die Wolfsburger Kernmarke VW Pkw steigerte die Zahl der verkauften Fahrzeuge in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nach eigenen Angaben um fast ein Drittel auf 100.612 Stück. Die Verkäufe des E-Auto-Modells ID.4 sanken allerdings um 15 Prozent. Die sonstigen in den USA angebotenen SUV-Modelle wie Atlas, Taos und der Tiguan mit weitem Radstand gaben VW allerdings Schub. Auch die Limousinen-Modelle konnten - angetrieben vom Modell Jetta - ein deutliches Plus einfahren. Drei Viertel der in den USA verkauften Modelle sind bei VW inzwischen SUVs.
Die Volkswagen-Tochter Audi verzeichnete dagegen im zweiten Quartal einen deutlichen Rückgang. Mit 48.687 Fahrzeugen wurden 12 Prozent weniger Autos ausgeliefert. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 14 Prozent. Audi hat das Problem, seit geraumer Zeit keine neuen Modelle auf den Markt gebracht zu haben. In der Autobranche gilt eine im Schnitt junge Modellpalette als Schlüssel für gute Verkaufschancen - außerdem müssen für neue Modelle weniger Rabatte gewährt werden. Abhilfe schaffen soll später im Jahr unter anderem der neue Elektro-SUV Q6 E-tron, wie Audi-US-Chef Daniel Weissland sagte.
BMW verkauft mehr SUVs
Premium-Rivale BMW konnte im zweiten Quartal punkten. Von der Stammmarke BMW verkauften die Bayern 91.237 Autos und damit 3,7 Prozent mehr. Der Anstieg kam durch das Plus bei den SUVs zustande - und durch den Schub bei Vollelektroautos (BEV). Diese legten um fast ein Viertel zu. Das war aber ein deutlich geringeres Plus als noch im ersten Quartal. Bei der Kleinwagenserie Mini setzte es einen Verkaufsrückgang um ein gutes Fünftel. Grund sei der Umstieg in diesem Jahr auf die neue, rein elektrische Modellpalette bei Mini, hieß es.
Mercedes-Benz und die VW-Tochter Porsche AG haben ihre Verkaufszahlen noch nicht offiziell mitgeteilt. Marktforscher gehen in ihren Schätzungen für Mercedes jedoch von einer Stagnation bei um die knapp 96.000 Autos aus. Porsche dürfte mit fast 21.000 Autos ein knappes Zehntel mehr verkauft haben als ein Jahr zuvor. Tesla hat demnach in den USA mit knapp 142.000 Autos fast 19 Prozent weniger verkauft.
Stellantis rutscht ab
Der US-Markt wird von den US-amerikanischen Herstellern und den japanischen Autobauern dominiert. Bei ihnen gab es gemischte Zahlen: Der Stellantis-Konzern (unter anderem Peugeot, Fiat, Chrysler, Opel) rutschte etwa um ein Fünftel ab, Toyota hingegen verkaufte gut 9 Prozent mehr Autos im Quartal. General Motors wies ein leichtes Plus aus.
Noch haben nicht alle Autobauer ihre US-Zahlen veröffentlicht. Marktforscher rechnen im Juni insgesamt aber mit einem trägeren Geschäft als vor einem Jahr. Ausgehend von den bisherigen Daten und Schätzungen dürfte die aufs Jahr hochgerechnete und um Saisoneffekte bereinigte Verkaufszahl im Gesamtmarkt bei 15,8 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen gelegen haben. Ein Jahr zuvor waren es noch 16,1 Millionen Fahrzeuge gewesen.
Die Autokäufer in den USA hadern mit gestiegenen Zinsen und immer noch hohen Verkaufspreisen. Die über die vergangenen zwölf Monate um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent gestiegene durchschnittliche Zinsrate für Neuwagenkredite machen Autos weniger erschwinglich. Autos werden in den USA überwiegend über Kredite oder Leasing gekauft.
Verbraucher warten trotz Nachlässen ab
Die Hersteller haben bereits mit Preisnachlässen reagiert, Verbraucher warten aber vielfach ab, ob es nicht noch günstiger wird. Marktanalystin Erin Keating vom Marktforscher Cox Automotive sieht die Verkaufspreise insgesamt noch immer über dem Niveau von 2020. Vor allem in der Pandemie waren die Preise in die Höhe geschnellt, weil Produktionsengpässe auf eine starke Nachfrage trafen.
Stand: 08.12.2025
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Einige Autobauer verwiesen zudem auf einen Hackerangriff auf einen Softwareanbieter für Autohändler, der die Geschäfte im Juni belastet habe.