Elektromobilität Deutsche Hersteller profitieren von ihrem Qualitätsimage

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Im globalen Automarkt werden durch die E-Mobilität die Karten neu gemischt, die deutschen Hersteller stehen unter Druck. Das Vertrauen in die deutsche Qualität ist für sie noch immer ein wichtiger Trumpf, zeigt eine internationale Käuferstudie.

Futuristisch, hochtechnisiert, elektrisch – aber in vielen Märkten nur wenig Vertrauen in die Qualität: Chinesische Hersteller liegen in der Käufergunst oft noch zurück.(Bild:  Mario Hommen/SP-X)
Futuristisch, hochtechnisiert, elektrisch – aber in vielen Märkten nur wenig Vertrauen in die Qualität: Chinesische Hersteller liegen in der Käufergunst oft noch zurück.
(Bild: Mario Hommen/SP-X)

Die deutschen Hersteller haben in den Augen der Kunden in Sachen Qualität ihrer Elektroautos die Nase vorn – und zwar in vielen Märkten. Der Vorsprung, der sich in einer aktuellen Befragung im Auftrag der Unternehmensberatung Bearingpoint in den USA, China, Frankreich und Deutschland zeigt, ist deutlich. Gruppiert man die Hersteller nach Herkunftsland, liegen die deutschen Marken in jedem der vier Märkte beim Vertrauen in die Qualität vorne.

„Wir waren selbst überrascht, dass die deutschen Hersteller in Summe so deutlich vorn lagen“, sagt Manuel Schuler, globaler Leiter Automotive bei Bearingpoint. Je nach Markt waren es zwischen drei und sieben Prozentpunkte Vorsprung gegenüber der zweitplatzierten Gruppe.

Gefragt wurde dabei jeweils: „Inwiefern vertrauen Sie der Qualität der folgenden Marken im Bereich batterieelektrischer Autos?“ Alle Antworten von „Vertraue ich voll und ganz“ bis „Vertraue ich eher“ wurden als Vertrauen gewertet.

BYD punktet in China und fährt in Europa hinterher

Blickt man auf einzelne Marken, ist das Bild etwas differenzierter: In China liegt dann beispielsweise BYD auf dem ersten Platz. Doch nur knapp dahinter – und weit vor anderen chinesischen Marken oder Tesla – kommen dort Mercedes-Benz, BMW, VW und Porsche. In den USA wiederum ist Honda auf dem Qualitätsthron – und wieder liegen Mercedes und BMW relativ knapp dahinter. In Frankreich und Deutschland liegen Mercedes und BMW beziehungsweise Mercedes und Audi in den Augen der Kunden gleich ganz vorn.

Dabei zeigt sich aber auch, wie stark es auf das jeweilige Land ankommen kann. In Frankreich beispielsweise liegt der chinesische Autobauer BYD auf dem letzten Platz der zwölf dort abgefragten Marken, in Deutschland auf Rang 10 von zwölf, jeweils mit Bewertungen, die nicht einmal die Hälfte derer aus China sind.

„Die chinesischen Hersteller sind technisch stark, aber es fehlt ihnen außerhalb ihres Heimatmarkts an Vertrauen in die Qualität“, sagt Schuler. Das könne erklären, warum sie sich beispielsweise in Deutschland noch recht schwertäten. „Dazu trägt sicher auch bei, dass Kunden sich nicht sicher sind, ob es den Hersteller in ein paar Jahren noch geben wird und ob sie noch einen Ansprechpartner für Service und Reparaturen haben.“ Und auch Themen wie Datenschutz könnten beigetragen haben, sagt Schuler. „Die sind zwar streng genommen nicht Teil des Aspekts Qualität aber die Kunden betrachten das nicht so trennscharf.“

„Die deutschen Hersteller profitieren hier sicher von einem Markenimage, das über Jahrzehnte – vor allem mit Verbrennern – aufgebaut ist. Heute verschafft ihnen das einen gewissen Aufschub im Konkurrenzkampf mit den Herausforderern gerade aus China“, sagt Schuler. Basis der Auswertung sind Onlinebefragungen mit je gut 2.000 Befragten in den vier Ländern, die im Dezember und Januar stattfanden.

BYD will Service stärken

BYD komme mit großer Geschwindigkeit auch auf den deutschen Markt, sagte BYD-Topmanagerin Stella Li jüngst im ZDF-Interview. Sie kündigte weitere Verkaufssteigerungen in den kommenden Monaten an – und legt den Fokus auch auf die Sorge vieler deutscher Autofahrer: den Service nach dem Kauf. Der Preis sei zwar ein maßgebliches Kriterium. „Aber auch der Service danach ist sehr wichtig. Wir arbeiten daran, mehr Service-Werkstätten anzubieten, wir arbeiten dafür auch mit Dritten zusammen“, sagte sie.

In Ungarn und der Türkei investiert der Elektroautoriese in eigene Produktionsstätten. „Wir sind wie andere Firmen offen dafür, auch anderswo zu investieren, auch in Westeuropa.“ Im Fall von Deutschland ließ sie sich aber nicht in die Karten schauen: „Wir wissen es nicht.“

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