IW-Prognose Keine Erholung der deutschen Wirtschaft in Sicht

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Von einer Krise in die nächste: Eine Erholung der deutschen Wirtschaft ist nicht in Sicht. Insbesondere der Ukraine-Krieg hat der Hoffnung auf Wachstum Dämpfer versetzt. Die Konsumflaute wird auch 2024 anhalten, prognostiziert der Wirtschaftsexperte Prof. Michael Grömling in einem ZDK-Webinar.

Die Wirtschaftskrise wird auch 2024 prägen, glaubt der Experte Prof. Dr. Michael Grömling. Insbesondere die hohen Preise für Energie und Produkte dämpfen die Konsumlust der Verbraucher.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Wirtschaftskrise wird auch 2024 prägen, glaubt der Experte Prof. Dr. Michael Grömling. Insbesondere die hohen Preise für Energie und Produkte dämpfen die Konsumlust der Verbraucher.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

An eine Erholung der deutschen Wirtschaft glaubt kaum jemand, auch nicht die großen Verbände. Das zeigen die Ergebnisse der IW-Verbandsumfrage für 2024, die Prof. Michael Grömling in einem Webinar des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) vorstellte. Unter dem Titel „Das Kfz-Gewerbe im Lichte der volkswirtschaftlichen Entwicklung“ verfolgten mehr als 200 Teilnehmer die Ausführungen des Wirtschaftsexperten.

Laut der Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) schätzten im Dezember 2023 rund 30 der knapp 50 befragten Verbände die Lage der deutschen Wirtschaft noch schlechter als ein Jahr zuvor ein. Und die Stimmung war 2023 wegen der Energiekrise und der Sorge um Engpässe alles andere als optimistisch. Nur in sechs Branchen werde die aktuelle Situation besser bewertet als 2022. Elf Verbände gehen von einer unveränderten Wirtschaftslage aus, erläuterte Grömling, Leiter des IW-Clusters Makroökonomie und Konjunktur.

Kriege, Klimakrise, geopolitische Verwerfungen, gestörte Lieferketten und Energiekrise sorgen auch weiterhin für eine hohe Inflation. Auch wenn die Inflation wieder abnimmt, scheint die Konsumlust in Deutschland gedämpft. Das Konsumklima zeige einen historischen Einbruch als Folge der vielen Krisen in den vergangenen Jahren. „Das ist einmalig, einen solchen Einbruch gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, so Grömling.

Professor Dr. Michael Grömling vom IW sieht für 2024 wenig Anzeichen für wirtschaftliche Erholung.  (Bild:  Dennis Strassmeier)
Professor Dr. Michael Grömling vom IW sieht für 2024 wenig Anzeichen für wirtschaftliche Erholung.
(Bild: Dennis Strassmeier)

Die IW-Verbandsumfrage signalisiere ein schwaches Investitionsjahr 2024. Aus Grömlings Sicht ist diese Entwicklung fatal – sowohl für die Unternehmen als auch für die Wirtschaft. Denn angesichts der schwierigen Lage und pessimistischen Einstellung werde der Investitionsstau noch größer. Inzwischen seien zwar der gewaltige Preisauftrieb gestoppt und die Sorge um Energieknappheit nahezu verschwunden – aber die Erzeugerpreise, die Importpreise und die Verbraucherpreise seien aktuell um ein Vielfaches höher als vor der Pandemie.

Die Wirtschaft befinde sich seit 2018 in einer anhaltend schwierigen Lage und im Stillstand. Entsprechend sei kein Wachstum in Sicht, so der Wirtschaftsexperte. Die ursprüngliche Prognose für 2024 von einem Prozent Wachstum für die deutsche Wirtschaft haben die Experten inzwischen kassiert bzw. auf 0,3 Prozent korrigiert, so Grömling. Sichere Prognosen seien kaum möglich, das habe die Vergangenheit mit ihren vielen Krisen und Umweltkatastrophen gezeigt.

Es gebe aber grundsätzlich Hoffnung, denn die schon für 2023 erwarteten Nachholeffekte seien nur verschoben. Der Bedarf bestehe weiterhin. Grundsätzlich hält Grömling eine Erholung, insbesondere für die Kfz-Branche, für möglich. Allerdings nicht in den kommenden beiden Jahren. Optimismus zu verbreiten, sei sicherlich eine gute Herangehensweise, um nicht das Unheil herbeizureden, so Grömling. „Allerdings muss man die harten Fakten sehen, die eine andere Sprache sprechen.“ Da sehe er den Staat in der Pflicht, schnell für sichere Rahmenbedingungen zu sorgen und nicht durch einen politischen Schlingerkurs die Unsicherheit zu verstärken.

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