Deutsches Kfz-Gewerbe 2025: Blicke in die Glaskugel

Autor Dr. Dominik Faust

Über die Zukunft des Autohandels wird viel geschrieben. Auch in dieser Zeitschrift. Seit Jahren malen große Beratungsgesellschaften in aufwendigen Studien düstere Prognosen an die Wand. Aber was davon stimmt eigentlich?

Was die Zukunft bringen wird, lässt sich häufig aus der Vergangenheit ableiten.
Was die Zukunft bringen wird, lässt sich häufig aus der Vergangenheit ableiten.
(Bild: © Warakorn - stock.adobe.com)

Im Prinzip ist es ein Wunder, dass es überhaupt noch Autohäuser in Deutschland gibt. Denn wenn es nach den Arthur D. Littles, Deloittes, PWCs und Capgeminis dieser Welt ginge, müssten sie schon längst wegkonsolidiert sein. Jüngstes Beispiel: Kürzlich veröffentlichte KPMG ihre jährliche Befragung von Entscheidern, die sogenannte Global Automotive Executive Survey (GAES) 2018. Der Tenor hier: Bis 2025 werde sich die Zahl der stationären Händler nahezu halbieren. Ein Problem bei solchen Studien ist, dass sie häufig weder zwischen Standorten und Unternehmen einerseits noch zwischen freien und Markenhändlern andererseits unterscheiden.

Nun sind Prognosen bekanntlich dann besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen, wie Mark Twain einst süffisant sagte. Deshalb kann ein Blick in die Vergangenheit helfen, die Wahrscheinlichkeit von Vorhersagen besser zu beurteilen. Bezogen auf freie und Markenbetriebe ergibt sich dabei folgendes Bild: Laut ZDK ist ihre Zahl zwischen den Jahren 2000 und 2016 um 20 Prozent auf 37.740 Standorte zurückgegangen. Richtet man den Fokus nur auf die Markenbetriebe, ergibt sich ein noch düstereres Bild. Denn ihre Zahl ist im gleichen Zeitraum um fast ein Drittel (29 Prozent) auf 16.800 Standorte gesunken.