Elektromobilität Deutschlands Stromer-Anteil liegt über dem EU-Schnitt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das plötzliche Ende der Elektroförderung hat den klimafreundlichen Umbau der Mobilität nachhaltig ausgebremst. Trotzdem geht Deutschland in Europa noch immer voran. Damit das so bleibt, wird der Ruf nach neuer Unterstützung immer lauter.

In den letzten Jahren lag der Anteil von E-Autos am deutschen Neuwagenaufkommen über dem EU-Schnitt. In diesem Jahr scheint der Trend zu kippen. (Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
In den letzten Jahren lag der Anteil von E-Autos am deutschen Neuwagenaufkommen über dem EU-Schnitt. In diesem Jahr scheint der Trend zu kippen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In Deutschland sind im vergangenen Jahr anteilig etwas mehr reine Elektroautos zugelassen worden als im Schnitt der Europäischen Union. Der Anteil unter den deutschen Erstzulassungen betrug 18,4 Prozent gegenüber 14,6 Prozent im EU-Schnitt, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Damit lag der Anteil in Deutschland 0,6 Prozentpunkte höher als 2022. Dieser Trend hat sich im laufenden Jahr bisher nicht fortgeführt: Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge haben 12,7 Prozent der zwischen Januar und August neu zugelassenen Autos einen reinen Elektroantrieb.

In den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist ein klares Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Innerhalb der EU sind Schweden, Dänemark und Finnland mit Elektroanteilen von mehr als einem Drittel führend. Die wenigsten neuen Elektroautos wurden hingegen in Kroatien (2,6 %) und der Slowakei (2,9 %) zugelassen. Die europäischen Länder mit den anteilig meisten E-Zulassungen bleiben die Nicht-EU-Staaten Norwegen (81,2 %) und Island (52,8 %).

Unabhängig von der Antriebsart verzeichnet Deutschland einen vergleichsweise hohen Anteil sehr neuer Autos. Hierzulande sind 14,8 Prozent der rund 49,1 Millionen Pkw jünger als zwei Jahre. Eine höhere Quote erzielt nur Luxemburg mit 19 Prozent. Besonders viele alte Autos gibt es in Rumänien, Finnland und Estland, wo jeweils jedes dritte Auto älter als 20 Jahre ist.

Ruf nach neuer E-Auto-Förderung

Der lange Zeit überdurchschnittliche E-Auto-Anteil ist das Ergebnis der früheren erheblichen staatlichen Förderung dieser Fahrzeuge. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine Rückkehr der E-Auto-Kaufprämie fordern. Dazu gehört Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, der mit Kaufanreizen für E-Autos der schwächelnden Autobranche wieder auf die Beine helfen will.

Denkbar seien eine Reduktion der Mehrwertsteuer für E-Autos oder eine Steuergutschrift, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Um die Autobranche wieder in Schwung zu bringen, müsse zudem der Strompreis fallen, forderte Lies weiter. Am Elektro-Kurs des Autobauers VW will er dagegen nicht rütteln. „Wir begehen einen dramatischen Fehler, wenn wir glauben, dass wir die E-Mobilität aussitzen könnten“.

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