Diagnose am Nutzfahrzeug
Analog zu Pkw macht die moderne Elektronik auch vor Nutzfahrzeugen nicht Halt. Um diese heute und auch zukünftig warten und instandsetzen zu können, benötigen Werkstätten ein Diagnosegerät.
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Brummis transportieren jede Menge Elektronik. „Klar“, werden die meisten Zeitgenossen bei diesem Satz denken, „im Container auf der Ladefläche.“ Doch weit gefehlt. Unsere Nutzfahrzeuge gleichen oftmals rollenden Elektronikgehirnen. In Zeiten hoher Kraftstoffpreise und starker Konkurrenz im Speditionswesen ist das oberste Ziel jedes Nfz-Herstellers, den Verbrauch der Fahrzeuge zu minimieren und ihre Effektivität zu erhöhen.
Dies ist vielfach nur noch mithilfe der Elektronik möglich. Getriebe, Motoren und Bremssysteme – nahezu alles wird elektronisch geregelt und überwacht. Für die Werkstätten bedeutet das wiederum, dass sie sich bei Wartung und Instandsetzung der Fahrzeuge mit dieser Elektronik auseinandersetzen müssen. Nun gibt es bereits seit einigen Jahren im Pkw-Bereich eine Vielzahl von Mehrmarken-Diagnosegeräten. Die zunehmende Zahl der elektronischen Systeme und die nicht minder geringe Anzahl freier Nutzfahrzeugwerkstätten veranlasst auch immer mehr Diagnosegerätehersteller, eigene Lkw-Varianten ihrer Geräte auf den Markt zu bringen
Spezielle Nfz-Geräte
Die amerikanische Firma Delphi z. B. bietet Werkstätten entsprechende Diagnosegeräte an. Speziell für Nfz bringt das Unternehmen im Laufe dieses Jahres das DS 850 E auf den Markt. Es handelt sich dabei um ein Mehrmarken-Diagnosegerät, das die Fahrzeuge fast aller namhaften europäischen Schwer-Lkw-Hersteller abdeckt, wie Mercedes, MAN, Iveco, Volvo, Scania, Renault, DAF, als auch die der Leicht-Lkw-Hersteller wie Citroën, Fiat, Mercedes, Peugeot und Volkswagen. Vorerst kann die Werkstatt damit Lkw beziehungsweise Zugmaschinen diagnostizieren – im Rahmen zukünftiger Software-Updates sollen sie das Gerät aber auch für Anhänger und Lafetten verwenden können.
Das Diagnoseset besteht aus einem Tablet-PC im DIN-A-4-Format mit Farbdisplay und dem Kommunikationsinterface VCI. Dieses basiert auf der Bluetooth-Technik und erlaubt dem Nutzer, frei zu arbeiten, was gerade bei den großen Nutzfahrzeugen für jede Servicekraft hilfreich ist. Die Funktionen des DS 850 E reichen vom Auslesen des Fehlerspeichers, über Komponenten-(Stellglieder-)Tests, bis hin zum Anlernen neuer Bauteile und der Grundeinstellung adaptiver Systeme.
Der Mechaniker kann somit die Fahrzeugsysteme Motor, Bremse (inklusive Retarder), Fahrwerk und die Aufbauniveauregelung warten und reparieren. Dabei kann er sowohl Lkw mit SEA- als auch mit ISO-Protokollen der unterschiedlichen Hersteller auslesen. Der Tester bietet eine Datenbank und erlaubt eine Anknüpfung an ein Klimaanlagen-Diagnosegerät. Mit diesem können die Werkstätten Kabinenkühlsysteme, die mittlerweile auch bei Nutzfahrzeugen weit verbreitet sind, schnell und ohne Zerlegarbeiten prüfen. Darüber hinaus lässt sich das Diagnosegerät mit dem entsprechenden VCI-Auslesemodul auch für die Diagnose von Pkw einsetzen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Betrieb. Für wahre Prüfexperten gibt es die Möglichkeit, ein separates Oszilloskopmodul an den Diagnose-PC anzuschließen.
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