Dialogannahme: Eher spartanisch planen
„Die Bauherren haben erkannt, dass das Servicegeschäft der Profitbringer ist. Deshalb bauen sie die komplette Architektur um die Dialogannahme herum“, erläutert Rudolf Kunkel, Autohausplaner bei der Firma Göhler.
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„Die Bauherren haben erkannt, dass das Servicegeschäft der Profitbringer im Unternehmen ist. Deshalb bauen sie die komplette Architektur eines Autohauses um die Dialogannahme herum“, erläutert Rudolf Kunkel, Autohausplaner der Franz Göhler GmbH & Co. KG in Hösbach. Kunkel favorisiert die Dialogannahme als „Sichtdiagnose“. Er richtet sie eher spartanisch ein: ausgestattet mit einer Zweistempel-Hebebühne, einem Schreibtisch mit PC und Stühlen für die Beratung im Sitzen — wenn notwendig.
Eine große Anzahl von technischen Prüfgeräten duldet der Planer nicht. „In der Dialogannahme stehen der Kunde und die Kompetenz des Serviceberaters sowie eine verkaufsfördernde Atmosphäre im Mittelpunkt und nicht das Werkstattequipment“, betont Kunkel. Absolutes Muss sei allerdings die Präsentation von Reifen, Pflegemitteln und Zubehör.
Bau-Anforderungen
Der Annahmeplatz sollte die folgenden baulichen Anforderungen erfüllen:
- klare Signalisation als Dialogannahme nach außen
- Anbindung an das Kundenzentrum und an die Fahrzeugpräsentation durch großflächige Fenster und Glastüren
- gleicher Bodenbelag wie in der Ausstellung und im Kundenzentrum
- maximales Tageslicht
- ausgestattet mit einer Fußbodenheizung und Wärmeschleierheizung unter dem Einfahrtstor
- separate Eingangstür — keine Tür im Tor
- ausreichende Größe von rund 10 x 5 Metern, um auch Zubehör präsentieren zu können
- zusätzliches Licht durch eine Beleuchtungsschiene in der Fahrbahnhebebühne
Ideal wäre zudem eine zweite Servicebox, die als Prüfzentrum dient und sich mit einer transparenten Glaswand direkt an die Dialogannahme angliedert. „So sieht der Kunde die Werkstatttechnik, ohne dass Abgase und laute Geräusche seinen Dialog mit dem Serviceberater stören“, erklärt Kunkel. Die zweite Werkstattbox können die Servicemitarbeiter selbstverständlich auch für allgemeine Werkstattarbeiten, für die Gebrauchtwagenbewertung oder für Prüfungen wie HU und AU benutzen.
Dialog hat Vorrang
Auch in kleineren Servicebetrieben mit fünf bis acht Werkstattdurchgängen pro Tag kann die Dialogannahme Zusatzfunktionen übernehmen und als Prüfzentrum oder für die Achsvermessung zur Verfügung stehen. „Der Dialog mit dem Kunden direkt an seinem Fahrzeug hat jedoch immer Vorrang — auch in Freien Werkstätten“, rät der Planungsexperte.
Für die nachträgliche Installation einer Dialogannahme eignen sich beispielsweise isolierte Schnellbauhallen. Die Vorteile:
- Höhe, Breite und Länge lassen sich je nach Bedarf individuell verändern.
- Die Hallenbauer versprechen ihren Kunden kurze Lieferzeiten von vier bis fünf Wochen.
- Dank der Modulbauweise kann der Bauherr die Halle jederzeit erweitern oder den Standort der Dialogannahme verändern.
- Wegen der standardisierten Montage sind die Kosten in der Regel gering.
„Schnellbauhallen eignen sich jedoch nicht nur für kleine Betriebe. Auch für Autohäuser, die eine zusätzliche Marke aufnehmen und eine separate Dialogannahme ausweisen müssen, sind Systemhallen mit ihrer modularen Bauweise interessant“, erläutert Andreas Menke, Geschäftsführer von Ha-Co-Bau in Hameln.
Baukonzepte der Fahrzeughersteller
Planungshilfen erhalten die fabrikatsgebundenen Unternehmen auch von ihren Automobilherstellern und Importeuren. „Das virtuelle Projekt ,Skoda Dialogannahme‘ fördert die Produktivität, hilft, das Servicepotenzial besser auszuschöpfen und stärkt das Kundenvertrauen in den Betrieb und in die Marke“, erläutert Lars Eßmann, Leiter Service bei der Skoda Auto Deutschland GmbH. Das Web-Tool beihaltet aber nicht nur individuelle Baukonzepte. Es gibt den Anwendern auch Tipps zur Prozessoptimierung, Kundenansprache und Vermarktung von zusätzlichen Werkstattstunden, Ersatzteilen und Zubehörartikeln. „Vom neuen Dialogannahme-Konzept profitieren die Serviceberater ebenso wie die Geschäftsführung. Denn unterm Strich stehen höhere Umsätze und Erlöse“, hofft der Serviceleiter.
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