Wiederbelebung Die Balkan-Kultmarke Yugo steht vor dem Comeback

Von Jens Meiners/amopnet 2 min Lesedauer

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Die Marke Yugo fand einst über Jugoslawien hinaus viel Anerkennung. 2008 ist sie gestorben – 20 Jahre später könnte sie nun wiederkehren. Das Konzept von „New Yugo“ unterscheidet sich fundamental von den Newcomer-Versuchen der letzten Jahre.

Die ersten Skizzen sind veröffentlicht: Die Marke Yugo könnte in einigen Jahren wieder starten.(Bild:  Yugo)
Die ersten Skizzen sind veröffentlicht: Die Marke Yugo könnte in einigen Jahren wieder starten.
(Bild: Yugo)

Die kurzzeitige Kultmarke Yugo kommt zurück, und zwar als völlige Neuentwicklung. Es gibt erste Skizzen des neuen Yugo, in diesem Jahr soll bereits ein Designmodell präsentiert werden, und 2027 soll schließlich ein fertiger Prototyp auf der Expo in Belgrad stehen.

Hinter dem Projekt steht Prof. Dr. Aleksandar Bjelic. Er arbeitete in der Automobil- und Zuliefererbranche (Behr, Sonax), ist inzwischen Geschäftsführer mehrerer Beratungsunternehmen und seit 2020 Professor an der Universität Belgrad (zuvor Lehrbeauftragter an der Hochschule Aalen). Er hat sich international die Markenrechte gesichert, für die Formgebung ist der serbische Designer Darko Marceta zuständig.

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Die Marke Yugo hat einige positive Attribute: Sympathieträger, Exportschlager, robuster Begleiter. Vor fast 45 Jahren kam der kantige Kleinwagen auf den Markt, basierend auf modifizierter Fiat-Technik und montiert in den Zastava-Werken in Kragujevac im heutigen Zentralserbien. Nach der erfolgreichen Einführung auf dem damaligen jugoslawischen Heimatmarkt ging er auch in den Export, wo er weit mehr als Achtungserfolge erzielte.

Erschwingliche Basismobilität

Sogar in die USA schaffte es der kleine Jugoslawe, und mit einem Einstandspreis von damals 3.990 US-Dollar unterbot er alle anderen Autos auf dem Markt deutlich. Es gab ein hübsch gezeichnetes Cabriolet, und Zastava arbeitete immer wieder auch an sportlichen Derivaten. Nach 28 Jahren und verschiedenen Zeitenwenden endete die Produktion schließlich im Jahr 2008.

Galt der Yugo jahrelang als Symbol absoluter Basismobilität, so ist er mittlerweile vor allem in den USA zu einer Ikone der Pop-Kultur avanciert. Es gibt Bücher über ihn, er tritt in Filmen auf, der Wiedererkennungswert ist hoch. Auch in seiner Heimat, auf dem Balkan, hat sich längst eine Fangemeinde gebildet.

Die ersten Entwürfe zeigen ein Automobil, das die Proportionen und Essenz des klassischen Yugo einfängt, sein retrofuturistischer Stil erinnert ein wenig an den Hyundai Ioniq 5. Doch im Gegensatz zum elektrisch motorisierten Koreaner wird der Next Yugo, den es zunächst nur als Zweitürer geben soll, als erschwinglicher Kleinwagen positioniert. Technische Basis wird eine etablierte Plattform eines Kooperationspartners sein, über den Bjelic noch nicht sprechen möchte. Klar ist: Das Auto wird modern und preisgünstig sein, dabei allen Sicherheitsvorschriften genügen.

Start als Verbrennermarke

Auch wenn es ihn irgendwann als Elektroversion geben könnte, soll der neue Yugo zunächst mit klassischem Verbrenner präsentiert werden. Eine Entscheidung, die sowohl dem Preis als auch dem Fahrspaß zuträglich ist – und mit der sich Yugo von anderen Retro-Projekten wie dem neuen Renault 5 oder dem VW ID Buzz absetzt.

Nächstes Jahr will Bjelic eine Rallye vom Werk Kragujevac quer durch Afrika zum Kilimanjaro starten; es handelt sich um die Neuauflage einer Expedition von 1975. Damals hatten fünf Zastava 101 die Distanz absolviert. Automobilhistoriker werden sich noch an dieses Fiat-128-Derivat mit Knickheck erinnern, das zeitweise auch in Westeuropa angeboten wurde.

Als erschwinglicher Verbrenner, der viel Fahrspaß bieten soll, könnte der neue Yugo ein bewusstes Kontrastprogramm zu den vielen schweren und teuren Elektroautos der letzten Jahre geben. Nichts ist derzeit in der Automobilbranche gesetzt. Ein Erfolg allerdings auch nicht – siehe Sono Motors, Ego Mobile, Fisker.

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