Europäischer Pkw-Markt Die beliebtesten China-Pkw im September waren keine reinen E-Autos

Von Andreas Wehner 1 min Lesedauer

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Als chinesische Hersteller die ersten größeren Aufschläge in Europa machten, positionierten sie sich fast alle als E-Autohersteller. Inzwischen gibt es immer mehr Hybride und Verbrenner. Das schlug sich im September auch in der Statistik nieder.

Der MG3 Hybrid+ kostet mindestens 19.990 Euro.(Bild:  Wehner - VCG)
Der MG3 Hybrid+ kostet mindestens 19.990 Euro.
(Bild: Wehner - VCG)

Unter den in Europa erhältlichen chinesischen Pkw werden Fahrzeuge mit einem Verbrenner unter der Haube immer beliebter. Das geht aus der Neuzulassungsstatistik des Marktbeobachters Jato hervor (28 Länder: EU ohne Bulgarien + Efta + UK). Demnach sind die drei beliebtesten Modelle allesamt als Hybride oder Verbrenner erhältlich.

Die drei Bestseller laut Jato sind der MG 3 (6.400 Neuzulassungen), der als Vollhybrid angeboten wird, der MG HS (4.100 Neuzulassungen), den es als Benziner und als Plug-in-Hybrid gibt, sowie der Omoda 5 (2.500 Neuzulassungen), der als Benziner und als E-Auto erhältlich ist.

Als chinesische Hersteller die ersten größeren Aufschläge in Europa machten, positionierten sie sich fast alle als E-Autohersteller. Inzwischen hat sich das geändert. Zwar halten offiziell fast alle immer noch die Fahne der Elektromobilität hoch. Aber die Zahl derer, die auch Verbrenner oder zumindest Hybride anbietet, steigt. Manche sprechen lauter darüber, andere leiser.

Jüngstes Beispiel ist GWM. Der Autobauer, der zunächst unter der Submarke Ora Elektroautos und unter der Submarke Wey Plug-in-Hybride anbot, will künftig auch mindestens einen reinen Verbrenner ins Portfolio nehmen. Laut einer Pressemitteilung soll es das Kompakt-SUV Wey 03 künftig auch als Benziner geben. Zudem kündigte GWM das Modell auch als Vollhybrid an. Wie sein großer Bruder Wey 05 ist der Wey 03 bislang in Deutschland nur als Plug-in-Hybrid bestellbar.

Auch MG baut seine europäische Modellpalette gerade um. Zwar gab es die SUVs ZS und HS schon bisher mit Benzinmotor. Groß beworben hatte MG diese Varianten jedoch nicht. Das ändert sich nun mit der neuen Fahrzeuggeneration. Der HS ist bereits als Benziner (und als Plug-in-Hybrid) bestellbar. Der neue ZS kommt zunächst als Vollhybrid, soll aber perspektivisch auch mit einem reinen Benziner unter der Haube vorfahren. Auch MGs erster Kleinwagen seit dem Neustart, der im Frühjahr eingeführte MG3, ist zunächst als Vollhybrid erhältlich, wird aber wohl bald zusätzlich als klassischer Benziner verfügbar sein.

Die Nutzfahrzeugmarke Maxus, die wie MG zum SAIC-Konzern gehört, positionierte sich zunächst auch als Elektroauto-Hersteller. Das Fabrikat hatte aber schon zum Marktstart im Sprinterkonkurrenten Deliver 9 einen Diesel neben der Elektrovariante im Angebot. Auch den neu eingeführten Deliver 7 wird es als Diesel geben.

BYD war mit einer Flotte reiner E-Autos in Europa gestartet. Im Sommer brachte der chinesische Hersteller mit dem Seal U seinen ersten Plug-in-Hybrid nach Europa. Weitere dürften folgen. Reine Verbrenner baut BYD allerdings seit einigen Jahren nicht mehr.

Chery ist mit dem C-Segment-Crossover Omoda 5 als Benziner gestartet und hat eine Elektro-Version nachgelegt. Der Plattformbruder Jaecoo 7 startete zunächst ebenfalls als Verbrenner und ist als Plug-in-Hybrid angekündigt. In Deutschland will Chery 2025 die ersten Modelle ausliefern.

Lynk & Co macht es andersherum. Die Geely-Tochter startete mit dem 01 als Plug-in-Hybrid. Vor wenigen Wochen stellte das Fabrikat mit dem 02 sein erstes Elektroauto vor.

Autos aus China bei drei Prozent Marktanteil

Chinesische Hersteller kamen im September in Europa insgesamt auf 2,8 Prozent Marktanteil. 31.000 der neu registrierten Fahrzeuge stammen laut Jato Dynamics von chinesischen Marken (inklusive Smart und Polestar). In den ersten neun Monaten zusammen waren es 296.000. Das entspricht einem Marktanteil von 3,0 Prozent. Im Gesamtjahr 2023 lag dieser noch bei 2,6 Prozent.

Das mit deutlichem Abstand stärkste chinesische Fabrikat bleibt wenig überraschend MG. Die ehemals britische Marke war im September für 12.100 und in den ersten neun Monaten für 187.000 Neuzulassungen verantwortlich.

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