Neue Marken Die Chinesen fahren (langsam) vor

Von Andreas Wehner 12 min Lesedauer

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Nachdem zunächst einzelne Marken in Deutschland aktiv wurden, deutete sich im Herbst 2022 eine regelrechte Welle an. Mit BYD, Ora und Wey verkündeten drei chinesische Hersteller ihren Marktstart, die allesamt mit Händlern zusammenarbeiten wollen. Doch der Start läuft nicht ganz reibungslos.

Mit BYD, Ora und Wey verkündeten drei chinesische Hersteller ihren Marktstart, die allesamt mit Händlern zusammenarbeiten wollen. Doch der Start läuft nicht ganz reibungslos.(Bild:  Ora/Photography Schaarschmidt)
Mit BYD, Ora und Wey verkündeten drei chinesische Hersteller ihren Marktstart, die allesamt mit Händlern zusammenarbeiten wollen. Doch der Start läuft nicht ganz reibungslos.
(Bild: Ora/Photography Schaarschmidt)

Der Showroom von Carsten Seitz ist noch recht leer. Ein Auto, ein Markenaufsteller, ein Preisschild – und jede Menge freie Fläche. Seitz ist seit Herbst 2022 Händler des neuen chinesischen Fabrikats Ora. Die ersten Autos kamen allerdings erst im März. Bis CI-konforme Möbel und POS-Materialien verfügbar sind, kann es noch dauern – Termin unbekannt. „Wir hatten ursprünglich damit gerechnet, dass alles etwas schneller geht“, gibt der Autohändler zu. Seitz ist langjähriger Mitsubishi- und Kia-Händler. 2022 eröffnete er in Niedernberg nahe Aschaffenburg sein Elektromobilitätszentrum. Dort verkauft er E-Roller, E-Bikes und elektrische Seniorenmobile – und künftig chinesische Elektroautos aus dem Great-Wall-Konzern.

Der kündigte im Sommer des vergangenen Jahres nicht nur den Marktstart der Lifestylemarke Ora an. Auch die Premiummarke des Konzerns, Wey, brachten die Chinesen nach Europa. Nahezu zeitgleich meldete ein weiterer chinesischer Autohersteller seinen Markteintritt an: der Batteriespezialist BYD. Die angekündigten Vertriebskonzepte dieser drei Marken sind unterschiedlich. Was aber allen gemein ist: Sie setzen auf Partner aus dem Autohandel, sie können bereits auf mehrere existierende Modelle zurückgreifen, sie verkaufen batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride und sie wollen ein hohes Tempo vorlegen. Zumindest was den letzten Aspekt angeht, hat die Realität die Unternehmen ein Stück weit eingeholt. Es hakt offenbar an mehreren Stellen.