„Die Entscheidung war richtig“

Autor / Redakteur: Die Fragen stellte
Julia Mauritz / Julia Mauritz

2007 hat Harald Pfau die Verantwortung bei der Werbas AG übernommen und das japanische Kapitel in der Geschichte des Software-Unternehmens beendet.

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Herr Pfau, seit sieben Monaten stehen Sie an der Spitze der Werbas AG. Wie oft haben Sie den Schritt zur Übernahme des Unternehmens schon bereut

Harald Pfau: Keinen Tag. Ich habe mir diesen Schritt zusammen mit meiner Frau im vergangenen Jahr sehr gut überlegt und bin bis heute überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

Was waren für Sie die entscheidenden Gründe, die Werbas AG zu übernehmen, die ja zuletzt nicht immer nur positive Schlagzeilen machte

Mir war aus meiner früheren Tätigkeit bewusst, dass mit Car-S, dem heutigen Werbas, ein im Grunde gutes Produkt für einen interessanten Markt zur Verfügung steht, mit dem man zum Wohle der Kunden und des Unternehmens erfolgreich arbeiten kann. Es gibt in diesem Segment noch genügend Potenzial.

Aber diese Chance hatten ja auch Ihre japanischen Vorgänger. Warum hat es bei denen nicht geklappt

Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Mir bleiben nur Vermutungen, denen ich mich aber nicht hingebe. Nach sieben Monaten im Amt kann ich sagen, dass rund zwei Drittel der Kündigungen seit meinem Amtsantritt auf Insolvenzen, Firmenaufgaben und Firmenverkäufe zurückzuführen sind. Damit spiegelt sich auch bei uns leider eine traurige Marktentwicklung wider. Hinzu kommen sicher auch Kündigungen, die ihre Ursachen in früheren Zeiten haben. Da geht es um fehlerhafte Software-Versionen, den in meinen Augen gescheiterten Versuch, den Servicebereich outzusourcen sowie den aus meiner Sicht nicht nachvollziehbaren Ansatz, zufriedene Werbas-Classic-Kunden fast krampfhaft auf ein neues System umzustellen.

Gegen den ersten Punkt sind Sie machtlos. Doch was ist mit den anderen Ursachen

Mit der notwendigen Ruhe und Sorgfalt haben wir die vorhandenen Fehler analysiert und behoben. Werbas läuft stabil. Zudem haben wir den Service komplett zurück ins Haus geholt und die Anzahl der Mitarbeiter von acht auf dreizehn Kollegen erhöht. Wir haben drei neue Entwickler eingestellt und sind auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern im Service.

Und in Sachen Produktstrategie

Hier haben wir uns neu ausgerichtet. Heute haben wir nur noch zwei Produkte: Werbas Classic und Werbas, das frühere CAR-S. Von Anfang an habe ich klargemacht, dass wir keinen Kunden zwingen, von Werbas Classic auf Werbas umzusteigen. Wir werden dieses Produkt nicht aufkündigen und niemanden zum Umstieg zwingen.

Vor Kurzem ist das erste Geschäftsjahr für Sie als Werbas-Vorstand zu Ende gegangen. Was sagen die Zahlen

Wir werden das Geschäftsjahr 2007 mit einer schwarzen Null abschließen, was mich sehr freut. Das Unternehmen ist schuldenfrei und bestreitet seine Aufwendungen komplett aus dem operativen Geschäft.

Lassen Sie uns noch einen Blick vorauswerfen. Mit welchen Zielen sind Sie in das Jahr 2008 gestartet

2008 wollen wir weiterhin das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen und uns als verlässlicher Partner beweisen. Auf diesem Weg sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen. Wir sind unseren Kunden und Partnern sehr dankbar, dass sie unsere Bemühungen sehen und uns auch die für Veränderungen notwendige Zeit zugestehen.

Abschließend noch eins: Wo sehen Sie das zukünftige Potenzial von Werbas

Genau da, wo wir heute schon stark und zu Hause sind und ein Großteil unserer weit über 5 500 Kunden beheimatet sind: in der Werkstatt und im Service. Wir haben uns so variabel aufgestellt, dass wir Betriebe mit einem Arbeitsplatz genauso professionell bedienen können wie große Kfz-Werkstätten, Mehrmarken- Servicebetriebe, Autohäuser und Nfz-Unternehmen. Hier war die Werbas AG stark und wird es auch bleiben.

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